Im größten Schwarzkiefernforst Deutschlands (Volkenberg oberhalb Erlabrunn, Unterfranken)

25 Jun

Wo befindet sich die größte zusammenhängende Schwarzkiefern-Anpflanzung in Deutschland? Wahrscheinlich haben Sie Schwarzkiefer-Bäume schon einmal in einem Park gesehen, wo sie häufig und vielerorts angepflanzt werden. Oder Sie kennen diese submediterran-montane Kiefernart (Pinus nigra J.F. Arnold) vom Wanderurlaub in den Pyrenäen, auf Korsika oder dem Atlas-Gebirge. Vielleicht kennen Sie sogar die bekanntesten Schwarzkieferbestände, die zur Pecherei (Harzgewinnung) genutzten Bestände in Niederösterreich (mehr Infos s.u.).

Auch Anpflanzungen zu Forstzwecken, sind weit, fast weltweit, verbreitet. Im mittleren Südeuropa und auf der Balkan-Halbinsel ist die Schwarzkiefer die wichtigste Baumart für Aufforstungen. In einer „waldbaulichen Beurteilung der mitteleuropäischen Baumarten“ gehört die Schwarzkiefer zur Gruppe der „Baumarten auf Spezialstandorten verschiedener Höhenstufen“ [1]

Eine kleine Rundwanderung (ca. 2,5 h) führt von der Staustufe bei Erlabrunn (Unterfranken, Bereich Würzburg-Maindreieck) auf den Volkenberg (Beschreibung siehe Achim Muth: „Ein Wald für die Seele“, Wanderserie in der Mainpost: http://www.mainpost.de/regional/franken/Ein-Wald-fuer-die-Seele;art183497,6149262). Dort existiert die größte zusammenhängende Schwarzkiefernkultur Deutschlands. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so anmutet, ein Spaziergang durch diesen Forst hat seinen eigenen, fast exotischen Reiz. Kennt man Wälder der verbreiteten, natürlich vorkommenden Waldkiefer (Pinus sylvestris), scheint auf dem Volkenberg etwa nicht zu passen. Die Farbe der Borke, die graue Helligkeit? Natürlicherweise hat die Schwarz-Kiefer nördlich der Alpen nichts zu suchen. Die nördliche Verbreitungsgrenze des natürlichen Areals verläuft durch Österreich. Ihr eigentliches, stark zersplittertes Verbreitungsgebiet liegt im südlichen Europa, es kann als submediterran-montan gekennzeichnet werden[2]. Es erstreckt sich von Spanien und Marokko im Westen bis zur Türkei und Zypern im Osten.

Schon die graue Borke dieser Bäume fällt auf – im Vergleich zu der rötlich-braunen Borke der in Mittel- und Nordeuropa verbreiteten natürlich vorkommenden Wald-Kiefer, Pinus sylvestris). Junge Schwarzkiefer-Bäume besitzen eine bräunlich graue, schuppige Stammborke, die mit zunehmendem Alter aufreißt. Die dabei entstehenden Platten sind bei östlichen Herkünften, z.B. der Österreichischen Schwarzkiefer, die für Aufforstungen in Mitteleuropa verwendet wird, dunkler mit fast schwarzen Furchen gefärbt.[3]

Dass die Schwarzkiefer auch in Mittel- und Nordeuropa angepflanzt werden kann, liegt daran, dass sie nur geringe Ansprüche an den Standort stellt. Sie ist, wie andere Kiefernarten auch, lichtbedürftig und wächst gut bei Jahresniederschlägen von zwischen 600 und 1.020 mm. Sie verträgt Sommertrockenheit und ist kälteresistent (junge Bäume überstehen Temperaturen von bis zu −30 °C ohne Schäden). Gerade wegen ihrer Anspruchslosigkeit und ihrer Unempfindlichkeit gegenüber Luftverschmutzung wird sie fast weltweit als Forst- und Parkbaum angepflanzt. Wegen ihres kräftigen Wurzelsystems und der Unempfindlichkeit gegenüber Salzgischt wird sie auch als Windschutz an Küsten und als Erosionsschutz an Hanglagen angepflanzt.

Wesentliche Informationen über die Schwarzkiefer-Anpflanzungen in Unterfranken liefert Olaf Schmidt (o.D.): Die Schwarzkiefer in Unterfranken. In: LWF aktuell Nr. 20, hrsg. von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft:
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Gerolzhofen (Unterfranken) – Feldnotizen, 18.06.2011

20 Jun

Gerolzhofen Unterfranken (SW, 97447, 244 m ü. NN, rund 6500 Einw.), Bereich Mainfränkische Platten/Steigerwald

Schon bei der Einfahrt in die Stadt zeigt sich, was für gestandene Gerolzhofener eine Kränkung sein könnte, aber gleichzeitig (und naheliegenderweise) für das Stadtmarketing benutzt wird: GEO – (kein Hinweis auf geologische oder geographische Besonderheiten, z.B. ein Meteoritenkrater o.ä.), sondern KfZ-Kennzeichen bis 1972. Es gibt die Geomed-Klinik Krankenhaus Gerolzhofen, das Geomaris Badeparadies (Hallen- und Freibad), eine Pizzeria GEO – auf der Speisekarte findet sich der GEO Salat (Grüner Salat, Gurken, Tomaten, Tunfisch, Käse, Schinken, Ei, grüne Peperoni, Oliven, Artischocken), die Pizza GEO (Tomatensoße, Käse, Schinken, Salami, Pilze, Paprika, Artischocken, Oliven), Nudel GEO (mit Fleischsoße, Sahne und Erbsen), Lasagne GEO und Schnitzel GEO (mit Fleischsoße, Sahne und Erbsen, Pommes und Salat), die Geodrom Eventhalle, das Bistro Geo-Treff usw.

Im Zuge der kommunalen Neuordnung Bayerns wurde der Landkreis Gerolzhofen 1972 aufgelöst und die Stadt verlor den Status einer Kreisstadt. Die ehemalige Kreisstadt Gerolzhofen behielt zunächst eine Anzahl überörtlicher Behörden, die aber nach und nach verlegt wurden.

Gerolzhofen ist ein Mittelzentrum, Wirtschafts- und Schulzenrum für die umliegenden Gemeinden („Marktplatz der Region“). Und so sieht die Stadt auch aus – keine pittoreskes Frankenstädtchen, zu weit weg von Weinfranken und, obwohl es sich als „Tor zum Steigerwald“ bezeichnet, ist es auch von diesem noch zu weit entfernt.

Gerolzhofen ist auch im Programm Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ (Städtebauförderungsprogramm „Stadt- und Ortsteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt“). Das „Soziale Stadt“-Gebiet umfasst vor allem die Altstadt bis zur äußeren Stadtmauer und dem Alleepark. Auf der Internetseite des Quartiersmanagments steht: „Die Altstadt Gerolzhofens weist im Vergleich zu den umliegenden Wohngebieten Merkmale auf, die für eine Aufnahme in das Programm Sozial Stadt sprechen: Städtebauliche und bauliche Schwächen, Mängel im Wohnumfeld und im öffentlichen Raum, vorhandene Leerstände, Tendenz zu einer einseitigen Bevölkerungsstruktur, Gefährdung der zentralörtlichen Versorgungsfunktion, Kaufkraftverlust durch großflächigen Einzelhandel außerhalb des Stadtkerns.

Aber dennoch oder gerade deshalb ist Gerolzhofen interessant, und ein paar Sehenswürdigkeiten hat es auch zu bieten.

Ferner hinterlässt auch ein kurzer Blick in die Geschichte der Stadt keinen ruhmvollen Eindruck: 1397-1400 wurde die Stadt im Fränkischen Städtekrieg verwüstet. In der Zeit der Hexenverfolgungen und –verbrennungen unter dem Würzburger Fürstbischof Philipp Adolf von Ehrenberg (1583-1631) war Gerolzhofen als Hauptgerichtsplatz ein Zentrum. Der Gegenreformator Philipp Adolf von Ehrenberg betrieb eine harte Rekatholisierungspolitik, er war zudem ein unerbittlicher Hexenverfolger. Die Hexenverfolgung, die zwischen 1626 und 1630 ihren Höhepunkt erreichte, hatte Menschen aller Stände im Visier: neben einfachen Leuten wurden auch Adlige, Ratsherren und Bürgermeister auf den Scheiterhaufen verbrannt. In Gerolzhofen wurden angeblich sogar Verbrennungsöfen, um die rund 200 Menschen pro Jahr verbrennen zu können. Viele starben bereits vor ihrer Verurteilung an den Folgen der Folter im Hexenturm und Centgefängnis. [1]
Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde die Stadt ab 1631 wiederholt geplündert und gebrandschatzt. Hinzu kamen Pest und Hungernöte, welche die Bevölkerung der Stadt um ein Viertel dezimierten.

Stadtspaziergang:

Spitalstraße, Weiße Turm-Straße: Fachwerkhaus Teutsch (von 1566) mit Erkertürmchen und Andreaskreuz-Galerien[2], zuletzt Verlagsgebäude der Heimatzeitung „Der Steigerwald-Bote“. Daneben Teutsch am Turm Buchhandlung. Seitengasse Richtung ehemaliges Oberamtshaus rechts der Fachwerkhof Weißer Hof (Toreinfahrt mit wehrgangähnlicher Überdachung und verzierten Rautengefachen[3], idyllischer, durchgegrünt-verwachsener, schön dekorierter Innenhof. Auf der linken Seite das Echterhof Fachwerkhaus mit nachgotischem Treppengiebel und Sechseck-Hofturm von 1609.
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Marktbreit (Unterfranken) – Feldnotizen, 16.06.2011

17 Jun

Marktbreit (KT, 97340, 191 m ü. NN): Kleines Städtchen am Main (ca. 3500 Einw.), Bereich Maindreieck, zwischen Kitzingen und Ochsenfurt.

Geparkt in der Mainstraße, dort schon ein paar fotogene Häuser. Mainstraße ist nicht Teil der Altstadt, sondern Stadterweiterung aus dem 19. Jh.

Vor dem Stadttor Gasthaus „ Zum Goldenen Schiff“ (erbaut 1568, eines der ältesten Häuser Marktbreits, ehemals Gasthaus der Flößer, Schiffer und Fischer).

Brauchbare Tourist-Information, kleiner Stadtplan mit eingezeichneten Sehenswürdigkeiten.

Durch das Maintor über den Breitbach in die Innenstadt, Rathaus im Stil der Spät-Renaissance, gegenüber ein Kebap-Imbiss.

Marktplatz: Hotel Löwen, angeblich das zweitälteste Gasthaus in Bayern, Ursprung 15. Jh.; mit Zierfachwerk aus dem 18. Jh., kleiner, netter Biergarten in der Ochsenfurter Straße.

Im Löwen und im Rathaus traf sich im Frühling 1949 die Schriftstellervereinigung „Gruppe 47“ (auf Einladung von Hans Werner Richter); berichtet wird, dass sie vom Frankenwein ziemlich betrunken waren und die Stimmung aggressiv. Wegen dieses Treffens findet Marktbreit Erwähnung in dem Buch „Spaziergänge durch das Franken der Literaten und Künstler“, Thomas Kraft & Klaus Gasseleder, Arche Literatur-Verlag, Zürich, Hamburg, 2008.

Die Ochsenfurter Straße entlang zu gehen brachte mir nicht so viel, es sei denn man möchte zum Geburtshaus des Neurologen Dr. Alois Alzheimer (1864-1915). Hat mich nicht interessiert, deshalb durch die Straße Am Graben zurück Richtung Maintor. Dort der Schwarze Turm, ein Rundturm der Stadtbefestigung, baulich mit dem Rathaus verbunden. Über einen Steg den Breitbach überquert und noch einmal durch das Maintor. Das Maintor ist das einzig erhaltene Tor der Stadtbefestigung, erhalten sind noch weitere Türme der Stadtbefestigung und Teile der Stadtmauer.

Um den Marktplatz herum barocke Handelshäuser, einstiger Wohlstand im 17. und 18. Jh., der zurückgeht auf die Politik und die gewährten Rechte durch den Fürsten von Schwarzenberg. → Marktbreit als Handelsknotenpunkt.

Mittelpunkt der Altstadt: Schlossplatz mit dem Seinsheimschen Schloss (erbaut 1580, mit schöner gelber Renaissancefassade). Auf dem Platz davor die Tische des Cafes/Gaststätte Schloss Marktbreit, sehr gut besucht.

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129 Arten sich durch die Stadt zu bewegen (nach Bodo Morshäuser 1998)

17 Jun

Flaneurismus und die Übernachfrage von Einrichtungen

24 Mrz

Willkommen bei einer neuen Lehreinheit des Moduls ‚Zeitgemäßer Flaneurismus für Fortgeschrittene’ (31-FLAN-F-1-2). Heute wollen wir uns mit einer Erklärung eines Teilaspektes der hedonistischen Dimension des Flaneurs beschäftigen. Der klassische Flaneur spaziert gerne durch Einkaufspassagen, Innenstädte, Museen usw. – allerdings nur, wenn diese nicht zu voll sind, wenn die Passantendichte sich auf einem einigermaßen erträglichen Niveau befindet. Solche Situationen sind uns vielfach bekannt. Der Flaneur wird durch allzu dichte Menschenmengen in seiner Beobachtungsfähigkeit und –lust eingeschränkt. Das durchschnittliche Schritttempo der Menschenmasse entspricht nicht seiner gängigen Gehtechnik; zudem wird er in seinem Bewegungsspielraum durch die breite Amplitude der Gehgeschwindigkeit zwischen den Individuen der Menschenmasse behindert. Ferner sind die Tische vor und in den Cafés alle voll besetzt. Schließlich werden die Möglichkeiten des Fotografierens eingeschränkt. Der Hedonismus des Flaneurs besteht darin, dass er es sich leisten kann, diese Stoßzeiten für seine Spaziergänge zu meiden.

Wir versuchen nun aber eine verkehrsökonomische Erklärung. Es hilft uns die folgende Literaturquelle: J. Michael Thomson (1978): Grundlagen der Verkehrspolitik – Verlag Paul Haupt, Bern & Stuttgart, S. 40 ff.
Im Mittelpunkt des Problems steht das Phänomen der Überfüllung. Zur Überfüllung kommt es, weil das Fassungsvermögen von Einrichtungen (wie Strände, Ausflugsziele, Innenstädte usw.) begrenzt ist. Zur Überfüllung kommt es, wenn Übernachfrage herrscht. Übernachfrage heißt, dass die betreffende Einrichtung von mehr als der optimalen Zahl von Personen genutzt wird. Bei einer bestimmten Auslastung des Fassungsvermögens kommt ein Punkt, von dem ab das Überfüllungsmoment den durchschnittlichen Nutzen der Einrichtung für die Besucher sinken lässt. Jenseits dieses Punktes können zusätzliche Besucher durchaus noch Nutzen aus der Einrichtung ziehen, weil sie ja auf eine gewissen Weise noch die Möglichkeit haben die Einrichtung zu nutzen. Der Preis dafür ist aber eine Minderung des Nutzens bei den bereits Anwesenden, also eine Minderung des durchschnittlichen Nettonutzen je Besucher. Eine weitere Grenze ist erreicht, wenn der Nutzenzuwachs zusätzlicher Besucher geringer als die damit verbundene Nutzenminderung bereits Anwesender ist.
Betrachten wir dazu die folgende Abbildung:


Abb. 1: Übernachfrage nach Einrichtungen (aus: Thomson 1978, S. 41).

Kurve a = der durch jeden zusätzlichen Besucher hinzukommende Nettonutzen (Grenznutzen)
Kurve b = der durchschnittliche Nettonutzen je Besucher

Bei einer bestimmten Nutzerzahl M ist der durchschnittliche Nettonutzen pro Besucher maximiert. Von Punkt O bis Punkt M erhöht sogar jeder Hinzukommende den durchschnittlichen Nutzen der Anwesenden. Wird aber der Punkt M überschritten, dann vermindern weitere Besucher den Nutzen der andern. Von wirklicher Überfüllung kann man aber erst ab dem Punkt P sprechen. Ab dort wiegt der persönliche Nutzenzuwachs weiterer hinzukommender Besucher nicht mehr den Nutzenschwund bei den bereits Anwesenden auf.

Der Hedonismus des Flaneurs besteht nun darin, dass er es sich leisten kann, sich nach dem Nettonutzen zu orientieren, der für einen zusätzlichen Benutzer einer Einrichtung gilt. Der Bereich der optimalen Nachfrage einer Einrichtung, bei der ein Flaneur den Besuch dieser bevorzugt, liegt demnach noch vor dem Punkt M (siehe die folgende Abbildung, bei dem der für den Flaneur optimale Bereich grün eingefärbt ist):

Abb. 2: Übernachfrage nach Einrichtungen und der Nachfragebereich eines Flaneurs (Grafik aus Thomson 1978, S. 41, verändert).

Kurve a = der durch jeden zusätzlichen Besucher hinzukommende Nettonutzen (Grenznutzen)
Kurve b = der durchschnittliche Nettonutzen je Besucher
grüner Bereich = für den Flaneur optimaler Nutzenbereich

Dreikneipeneck in Hamburg: gloria, plus und glanz

15 Mrz

Kennen Sie das Gefühl? Man geht in ein äußerst gut sortiertes Geschäft, z.B. eine Buchhandlung. So gute Auswahl, dass man ganz viel kaufen könnte – aber am Ende geht man raus und hat nichts gekauft. Im Schanzenviertel in Hamburg St. Pauli oder auf der Reeperbahn gibt es so viele gute Kneipen und Clubs; man stolpert von einer in die nächste, bis der Astra-l-Körper nach Hause muss. Und man hat sich über keine einzige Kneipe Notizen gemacht, noch nicht einmal deren Namen behalten.

In Hamburg-Eimsbüttel gibt es nicht so viele Kneipen (glaube ich zumindest) – außer ein paar klassische Eckkneipen. Es gibt dort aber an der Ecke Bellealliancestraße, Lindenallee eine Ecke mit drei Kneipen – ein Dreikneipeneck. Das „Gloria-Imperium“ (>>> http://www.gloriabar.de): gloria (mit der roten Chesterfield-Wand), plus (mit original alten Villeroy & Boch Kacheln aus der Gründerzeit) und glanz (Experimentierraum und Überlaufbecken).

Hamburg, Logfile – 11.-13.03.2011

15 Mrz

Freitag, 11.03.2011:

Hamburg Hauptbahnhof >> Hotel Am Holstendamm

► NEUSTADT zwischen Holstenwall, Neuer Steinweg, Westraße und Kaiser-Wilhelm-Straße; – ► Gängeviertel (:: http://das-gaengeviertel.info/)
Valentinskamp, Caffamacherreih, Dammtorwall, Dammtorstraße, ► Passagenviertel (zwischen Gänsemarkt und Rathausmarkt, Hanseviertel:: http://www.hanseviertel.de, usw.), Bleichenbrücke

► ALTSTADT ► Neuer Wall → Business Improvement District (:: http://www2.bid-neuerwall.de/) (siehe auch hamburg.de: Business Improvement Districts:: http://www.hamburg.de/bid-projekte/),
Rathausschleuse, ► Bucerius Kunst-Forum (:: http://www.buceriuskunstforum.de), ► Rathausmarkt, Gedenkstein, Alsterarkaden
Große Johannisstraße, ► Einkaufs-City um die Mönckebergstraße

Steintorwall, Glockengießerwall

► Hamburger Kunsthalle (:: http://www.hamburger-kunsthalle.de/)

>> Hauptbahnhof > U3 nach St. Pauli

NEUSTADT: ► Hauptkirche St. Michaelis („Michel“): Turmbesteigung (:: http://www.st-michaelis.de/), Krayenkamp ► Krameramtswohnungen,  Wincklerstraße,

Baumwall, Niederbaumbrücke, ► Kehrwiederspitze, ► Blick in die Speicherstadt, Wilhelminenbrücke, Am Sandtorkai, Sandtorhafen-Klappbrücke, Am Kaiserkai
► Baustelle der Elbphilharmonie Hamburg (:: http://www.elbphilharmonie-bau.de), Dalmannkai, Vasco-da-Gama-Platz, Am Kaiserkai, Magellan-Terrassen
► HafenCity Hamburg (:: http://www.hafencity.com/)

Großer Grasbrook, Kibbelsteg, Bei den Mühren, Neue Gröningerstraße, Willy Brandt-Straße

>> U-Bahnhof Meßberg: U1 bis Jungfernstieg > U2 bis Christuskirche

► EIMSBÜTTEL: Bellealliancestraße, Lindenallee

Altonaer Straße ► SCHANZENVIERTEL: Bartelsstraße, Schanzenstraße, Neuer Pferdemarkt

► Spaziergang durch ST. PAULI (zwischen Simon-von-Utrecht-Straße, Bernstorffstraße, Thadenstraße, Budapester Straße → Kleine Pause St. Pauli:: http://www.kleine-pause.de/)

► Reeperbahn (:: http://www.reeperbahn-hamburg.com)

Samstag, 12.03.2011: Weiterlesen

Kanarische Inseln, Heinrich der Seefahrer und portugiesische Entdeckungsfahrten

14 Mrz

Die vorkoloniale Geschichte der Kanarischen Inseln aus der Sicht Europas spielt sich in einem sowohl mythischen, als auch mehr oder weniger realen durch frühe Reiseberichte eher weniger gut dokumentierten Grenzbereich der damals bekannten Welt ab. Die Eroberungsgeschichte der Kanaren wurde vollzogen in einer Zeit, in der Portugal und Spanien im Zuge ihrer Entdeckungsfahrten um den Aufbau einer Weltherrschaft konkurrierten. Die Lage der Kanarischen Inseln, etwa 1200 km von der Iberischen Halbinsel und zwischen 100 und 500 km von der afrikanischen Nordwestküste Afrikas entfernt, ist in diesem Zusammenhang besonders markant. Die Eroberungsgeschichte der Kanaren lässt sich als eine Generalprobe für die Eroberungen der großen Indianerreiche in Mittel- und Südamerika lesen.

Nautische Karte der Westküste Afrikas, Madrid 1896 (Quelle: http://www.sahara-mili.net/afondo/mapas/CostaAOE1896g.jpg)

Der Genuese Lancelotto Malocello (1270-1336) entdeckte im Zuge einer Entdeckungsfahrt, die von Lissabon ausging und das damalige Ende der europäischen Welt an der westafrikanischen Küste lag erforschen sollte, 1312 die Kanarischen Inseln wieder, die bereits in der Antike bekannt waren. Angeblich hielt er sich dann fast 20 Jahre auf Lanzarote auf. Nach seiner Rückkehr erschienen bald eine Seekarte (Karte des Dulcert 1339), auf der die beiden Ostinseln eingezeichnet waren. Im Jahr 1341 berichtete der Genuese Niccoloso da Recco von einer Erkundungs- und Beutefahrt im Auftrag des portugiesischen Königs Alfons IV., bei der alle Inseln des Archipels geortet wurden. In der Folgezeit stritten Portugal, Aragonien und Kastilien um den Besitz der Kanaren. Im Jahr 1479 wurde sie Kastilien zugesprochen.

Unter Prinz Heinrich (1394-1460), Sohn des portugiesischen Königs Johann I. (Dom João I, 1357-1433) wurden Entdeckungsfahrten in den Atlantik entlang der afrikanischen Küste organisiert. Zwischen 1419 und 1425 entdeckten portugiesische Seefahrer Porto Santo und Madeira, die auf Bestreben des Prinzen Heinrich von Portugiesen besiedelt wurden. 1427 folgte die Entdeckung der Azoren. Beide Inselarchipele gehören seitdem zu Portugal.

Prinz Heinrich, der später „der Seefahrer“ genannt wurde, studierte sein Leben lang antike Reiseberichte, Kosmographie und Astronomie. Er gründete 1420 eine berühmte Seefahrerschule. Sein Vater König João ließ eine starke Kriegsflotte bauen, um über die Straße von Gibraltar hinweg zu expandieren und die reichen Städte Nordafrikas zu erobern. 1415 nahm Heinrich an einer Expedition gegen Ceuta teil. Die Stadt wurde erobert, und man sagt, Heinrich hat, als er die Schätze und den Reichtum der Stadt erblickt hat, den Entschluss gefasst die Herkunftsorte der Reichtümer ausfindig zu machen, die dort seit Jahrhunderten gehandelt werden: Gold, Elfenbein, Straußenfedern, Ebenholz, Pfeffer usw.. Er zog Erkundigungen ein, und man erzählte ihm, hinter der Wüste, seien die Schätze zu suchen. Weiterlesen

Dort — Kaffee und Tee

5 Mrz

… Berlin

The Spirit of Frankfurt/Main

5 Mrz

Frankfurt/Main - Hauptbahnhof

Island Studies Internet Resources

1 Mrz

Island Studies Internet Resources – Linkliste

Exkursion Berlin, 17.02.-20.02.2011, Logfile d

26 Feb

Sonntag, 20.02.2011

S-Bahnhof Warschauer Straße >> S-Bahn nach Ostkreuz >> S-Bahn nach Tempelhof

► Flughafen Berlin-Tempelhof: bis zum 30. Oktober 2008 neben Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld einer von drei Verkehrsflughäfen Berlins; einer der ersten Verkehrsflughäfen Deutschland mit Linienverkehr seit 1923 (in den 1930er Jahren mit seinem Verkehrsaufkommen noch vor Paris, Amsterdam und London an der Spitze des europäischen Flugverkehrs). 1934 Planung einer Erweiterung durch den Architekten Ernst Sagebiel. 1936-1941 Bau des Flughafengebäudes (mit einer Bruttogeschossfläche von 307.000 m² für zwei Jahre das flächengrößte Gebäude der Welt, Gesamtlänge des bogenförmigen Teils ca. 1,2 km. Mit dem neoklassizistischen Neubau wurden erstmals alle Anforderungen eines modernen Großflughafens in einer architektonischen Gesamtform mit getrennten Funktionsebenen für Ankunft, Abflug, Post- und Frachtverkehr organisiert. Die in der Gebäudeanlage verwirklichte funktionale Komplexität (Ebenentrennung sowie zahlreiche – erst heute allgemein übliche – Sekundärfunktionen wie Hotels, Kongresszentrum, Großrestaurants, Verwaltungen) war zum Zeitpunkt der Entstehung als Flughafen einzigartig und ist in zahlreichen Bestandteilen Vorbild für moderne Flughafenanlagen geworden. Der englische Architekt Lord Norman Foster bezeichnete den Flughafen daher im Jahr 2004 als die „Mutter der modernen Flughäfen“
Eine technische Meisterleistung ist die über 40 m weit auskragende stählerne Dachkonstruktion entlang des Flugsteigs. Das Flughallendach war ursprünglich auch als Tribünenbereich für mehr als 100.000 Zuschauer gedacht (während der Nazi-Diktatur bei Flugschauen zu den Reichsflugtagen).
1947 wurde Tempelhof ein amerikanischer Militärstützpunkt (Tempelhof Air Base) In den 1950 er Jahren zunehmende zivile Nutzung. 1975 Ende des zivilen Luftverkehrs in Tempelhof, 1985 Wiedereröffnung v.a. für den Geschäftsreiseverkehr.
Bereits der erste Flächennutzungsplan des wiedervereinigten Berlins aus dem Jahr 1994 sah im Gegensatz zum Flughafen Tegel eine Umwidmung des Flughafengeländes mit zukünftiger Nutzung als Gewerbe-, Wohn-, Park-, Sport- und Sonderfläche vor. Im sogenannten „Konsensbeschluss“ einigten sich 1996 Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann (CDU), Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) und Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) auf den Neubau eines Großflughafens ‚Berlin Brandenburg International’ (BBI), in dessen Folge auch die Schließung der innerstädtischen Flughäfen Tempelhof und Tegel vereinbart wurde.
Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat am 5. März 2008 als Folgenutzungskonzept für das Flughafengelände das städtebauliche Projekt Tempelhofer Freiheit vorgestellt. Die Grundlage bildete das 1998/1999 erarbeitete Planungskonzept Vom Flughafen zum Park der Luftbrücke. Darin vorgesehen ist die Einrichtung eines Tempelhof Forum THF für Kultur-, Medien- und Kreativwirtschaft im denkmalgeschützten ehemaligen Flughafengebäude und den südlich anschließenden befestigten Vorfeldflächen. An den Rändern des ehemaligen Flugfeldes sollen neue Wohnanlagen der Stadtquartiere Tempelhof (westlich bis südlich), Neukölln (östlich) und dem nordöstlichen neuen Columbiaquartier entstehen. Dazwischen soll die rund 220 Hektar große unbebaute Grünfläche des ehemaligen Flugfeldes als Parklandschaft mit Freizeitmöglichkeiten erschlossen werden.
Nachnutzung insbesondere als Messestandort und für Event-Sportevents.
Seit Mai 2010 ist das ehemalige Flugfeld als Tempelhofer Park für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Jahr 2017 soll auf dem Gelände die Internationale Gartenschau stattfinden.

Quelle: Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Flughafen_Berlin-Tempelhof; → siehe auch: „Zurück in die Zukunft“ (zur Geschichte des Tempelhofer Feldes und Flughafens Tempelhof:: http://www.jedelsky.de/flughafen_tempelhof/index_2.html; Zentralflughafen Tempelhofer Feld:: http://www.zentralflughafen-tempelhof.de/

Tempelhofer Damm

► Platz der Luftbrücke: 1948 diente der Flughafen Tempelhof während der Blockade West-Berlins dem Transport von Verpflegung und Gütern für Berlin per Flugzeug. ► Luftbrückendenkmal („Hunger-Harke“ – ein weiteres Denkmal baugleicher Art befindet sich beim Flughafen Frankfurt.)

U-Bahnhof Platz der Luftbrücke >> U6 zum Hallesches Tor >> U1 zum Kottbusser Tor
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Exkursion Berlin, 17.02.-20.02.2011 – Logfile c

25 Feb

Samstag, 19.12.2010

S-Bahnhof Warschauer Straße >> Fahrt mit der S-Bahn zum Ostkreuz >> S-Bahn nach Adlershof

► Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Berlin-Adlershof
Entwicklung des Areals westlich der Straße Adlergestell als Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien (WISTA:: http://www.adlershof.de/), seit 1991 mehr als 800 Unternehmen mit ca. 14.000 Mitarbeitern, auch sechs naturwissenschaftliche Institute der Humboldt-Universität. Die WISTA-Management GmbH ist für den Betrieb und die Weiterentwicklung des Wissenschafts- und Technologieparks verantwortlich. Zu ihren Aufgaben gehören Kommunikation und Marketing, Förderung von Technologiefeldern und Akquisition.
1909 eröffnete der erste deutsche Motorflugplatz in Johannisthal-Adlershof, der schnell international bekannt wurde. Es bildete sich ein Zentrum mit Unterkünften, Produktionshallen, Fliegerschulen, und vielen namhaften Konstrukteuren und bekannten Fliegern. 1912 wurde die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL), der Vorgänger des heutigen Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), in Adlershof gegründet.
Nach 1945 wurde in Adlershof die Akademie der Wissenschaften der DDR angesiedelt, die viele Institute der angewandten Forschung beherbergte. Auch das Fernsehen wurde am Standort platziert (Fernsehzentrum Adlershof). Hinzu kam das Wachregiment Feliks Dzierzynski. Es wurde ein Radioteleskop mit 36 Meter Durchmesser errichtet und einige Forschungsinstitute angesiedelt.
Mit dem Untergang der DDR wurden die Betriebe fast vollständig abgewickelt, und die Betriebsgelände waren plötzlich weithin ungenutzt. So entstand der Plan, die bestehenden Einrichtungen und verbliebenen Institute in eine neue integrierte Landschaft aus Wissenschaft und Wirtschaft einzubinden. Ein markantes Symbol dieser neuen Landschaft ist heute das BESSY-II Elektronensynchrotron, errichtet zwischen 1993 und 1997.
► Rundgang über das Gelände: Kugellabore (unter Denkmalschutz = „Akademiebusen“), Aerodynamischer Park mit Großem Windkanal, Trudelturm und Motorenprüfstand, BESSY-II Elektronensynchrotron sowie zahlreiche Unternehmens- und Institutsgebäude

S-Bahnhof Adlershof >> Fahrt mit der S-Bahn nach Grünau

► Gartenstadt Falkenberg („Tuschkastensiedlung“): Wohnsiedlung in Berlin Bohnsdorf, eine von sechs Wohnsiedlungen der Berliner Moderne (UNESCO-Liste des Weltkulturerbes seit 2008). Die Gartenstadt Falkenberg ist die älteste dieser sechs Wohnsiedlungen. Sie ist noch der Gartenstadtidee und dem damit verbundenen Baugenossenschaftlichen Siedlungs- und Lebensmodell verpflichtet. Beauftragt mit dem Bebauungsplan wurde der Architekt Bruno Taut. Von der gesamten Planung wurden im ersten Bauabschnitt um den Akazienhof lediglich 34 Wohnungen und im zweiten Abschnitt am Gartenstadtweg 93 Wohnungen realisiert. Wirtschaftliche Schwierigkeiten und der Erste Weltkrieg unterbrachen die Bautätigkeit. Besondere Kennzeichen: die intensive Farbgebung und die abwechslungsreiche Gestaltung der Straßen und Plätze

→ Siehe auch Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Gartenstadt Falkenberg – Tuschkastensiedlung:: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/denkmal/denkmale_in_berlin/de/weltkulturerbe/siedlungen/falkenberg.shtml

→ Siehe auch: Berlin:street. Berlin für Neugierige: Spaziergänge in Berlin in den 90er Jahren, von Diether Huhn: Von Altglienicke nach Grünau:: http://www.berlinstreet.de/3924

S-Bahnhof Grünau >> Fahrt mit der S-Bahn zum Baumschulenweg >> Fahrt mit dem Bus zur Blaschkoallee
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Exkursion Berlin, 17.-20.02.2011- Logfile-b

24 Feb

Freitag, 18.02.2011

Fahrt mit der Straßenbahn M20 zum Frankfurter Tor, U-Bahn bis Schillingstraße (mit historischen Fotos im Bahnhof

Karl Marx-Allee ► ‚Mocca-Milch-Eisbar“ (siehe Beitrag in der Berliner Zeitung vom 27.02.1996:: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1996/0227/lokales/0113/index.html)

► Café Moskau (mit dem Mosaik „Aus dem Leben der Völker der Sowjetunion“ und dem Sputnik in Originalgröße auf dem Dach)

Die ehemalige Nationalitätengaststätte Restaurant Moskau, gegenüber dem Kino International auf der Nordseite der Karl-Marx Allee gelegen, ist nach einem Gestaltungskonzept entwickelt, das auf Transparenz, Ornamentlosigkeit und der Durchdringung von Innen und Außen ausgerichtet war. Joseph Kaiser entwarf einen nach Süden zu einem umfriedeten Architekturgarten offenen, zweigeschossigen Atriumbau, dessen auskragendes Obergeschoss hinter einer raumhohen Panoramaverglasung ursprünglich ein Konzertcafé und eine Teestube aufnahm. Das durchlaufende Fensterband wird lediglich über der Ecke am Haupteingang durch eine offene, ‚schwebende’ Gitterstruktur aus Stahlbeton unterbrochen. Dort ist ein kleiner Vorplatz in die Gebäudekubatur eingeschnitten, der von einem ungewöhnlich großen (9 x 15m), von Bert Heller 1960 entworfenen Wandmosaik mit dem Titel „Aus dem Leben der Völker der Sowjetunion“ bestimmt wird. Ein Sputnik-Satellit kündet auf dem Mosaik wie auch als 1:1-Modell auf einer Stele über der Ecke die Botschaft vom technischen Fortschritt des sowjetischen Volkes. Die Leichtigkeit des Obergeschosses wird noch verstärkt durch die umlaufende Leuchtreklame mit dem Namenszug nach Entwurf des Grafikers Klaus Wittkugel.

Quelle: Denkmaldatenbank der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (http://www.stadtentwicklung.berlin.de/cgi-bin/hidaweb/getdoc.pl?LIST_TPL=lda_list.tpl;DOK_TPL=lda_doc.tpl;&KEY=obj%2009011370,T,003)

► Filmtheater International

„Das 1961-1963 nach Entwürfen von Josef Kaiser errichtete Kino International ist das markanteste Gebäude im II. Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee. Seine städtebaulich herausgehobene Stellung im Zentrum des neuen Wohnkomplexes gegenüber der Einmündung der Schillingstraße ist besonders vor dem Hintergrund der Fassade des zehngeschossigen Hotels Berolina effektvoll inszeniert worden. Die gegenüber dem ebenfalls von Josef Kaiser 1960-1962 erbauten ‚Kino Kosmos’ im älteren Abschnitt der Karl-Marx-Allee ‚fast monumentale Außenarchitektur’ zeigt deutliche Bezüge zu zwei der wichtigsten Theaterneubauten im Westteil Berlins, dem Kino ‚Zoo-Palast’, 1956-1957 von Schwebes und Schoszberger, und der Deutschen Oper, 1956-1961 von Fritz Bornemann.
Kaiser entwickelte ausgehend von der Form des Zuschauerraums einen durch seine Funktionsbereiche gegliederten Baukörper, dessen Höhe von 15 Metern durch den städtebaulichen Entwurf vorgegeben war. Der mächtige Kinosaal als wesentliches Element des Gebäudes liegt auf einem niedrigen Sockelgeschoss mit Kassen- und Garderobenhalle. Die geschwungene Parkettlinie des Saalkörpers und ein Materialwechsel trennen die beiden Geschosse. Der Kinosaal mit großzügigem Foyer kragen stützenfrei neun Meter über das Erdgeschoss. Die verglaste Vorderfront öffnet sich zur ‚Verkehrsflut der Karl-Marx-Allee’. Die Gleichbehandlung der Fußboden- und Wandflächen auf dem überdeckten Vorplatz unterhalb des Foyers und die Transparenz des Eingangsbereichs charakterisieren das Gebäude als ein „offenes Haus“.
Die drei fensterlosen Wände des Erdgeschosses nehmen ein aus nur zwei Formen entwickeltes, bewegtes Bildhauerrelief auf, in das 14 Betongussplatten mit dem Titel „Aus dem Leben heutiger Menschen“ integriert sind. Die künstlerische Konzeption der Seitenfassaden lag bei Waldemar Grzimek, Karl-Heinz Schamal und August Schievelbein.“

Quelle: Denkmaldatenbank der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (http://www.stadtentwicklung.berlin.de/cgi-bin/hidaweb/getdoc.pl?LIST_TPL=lda_list.tpl;DOK_TPL=lda_doc.tpl;&KEY=obj%2009011370,T,003)

► Blick auf das Hochhaus „Haus des Reisens“ (siehe anderes Berlin.de: Alexanderplatz: DDR-Bauten:: http://www.anderes-berlin.de/html/die_ddr-bauten.html), im 12. und 15. Stock der club weekend::http://www.week-end-berlin.de)

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Exkursion Berlin, 17.02-20.02.2011 – Logfile-a

22 Feb

Donnerstag, 17.02.2011

Ankunft in Berlin Ostbahnhof um 12.32 Uhr

Mühlenstraße Richtung Oberbaumbrücke ► East Side Gallery (::: http://www.eastsidegallery-berlin.de/)

Blick auf die O2-World-Arena (:: http://www.o2world-berlin.de), Warschauer Straße (Brücke über die Gleise) Blick auf das RAW-Gelände (ehemaliges Betriebsgelände des „Reichsbahnausbesserungswerkes Berlin Revaler Straße“),

Helsingforser Straße → Sunflower Hostel (:: http://www.sunflower-hostel.de)

Rundgang durch Friedrichshain:

Helsingforser Platz, Revaler Straße, Warschauer Straße bis zum Frankfurter Tor ► Karl-Marx-Allee (Informationsportal zur Karl-Marx-Allee:: http://kma-portal.de/kma/s.html), Günter Peters: „Nationale, klassizistische und fortschrittliche“ Bautradition. Zur Baugeschichte der Berliner Stalinallee 1949-19556, in: Berlinische Monatschrift Heft 3/2001:: http://www.luise-berlin.de/bms/bmstxt01/0103prof.htm).

Frankfurter Allee, Mainzer Straße, Gärtnerstraße ► Boxhagener Platz Weiterlesen

Weblog ‚Spazierensehen‘

9 Feb

Laut Susan Sontag ist der Flaneur mit einem Fotoapparat bewaffnet:

Tatsächlich aber bestand die Fotografie ihre erste Bewährungsprobe als eine Art zusätzliches Auge des Flaneurs aus der Mittelschicht, dessen Lebensgefühl Baudelaire so treffend charakterisiert hat. Der Fotograf, eine bewaffnete Spielart des einsamen Wanderers, pirscht sich an das großstädtische Inferno heran und durchstreift es – ein voyeuristischer Spaziergänger, der die Stadt als eine Landschaft wollüstiger Extreme entdeckt. Ein Adept der Schaulust und Connoisseur des Effektvollen, findet der Flaneur die Welt – pittoresk.

(In: Sontag, S.: Über Fotografie. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/M. 2010, S. 57).

Das Weblog

„Spazierensehen“

beginnt mit einem Zitat des Spaziergangswissenschaftlers Bertram Weisshaar (nähere Informationen bei Atelier LATENT):

Viele Fotografen sind sicherlich (und anerkennend) zu beschreiben als aufmerksam Herumschweifende.

Im Weblog ‚Spazierensehen‘ veröffentlicht der Hamburger Kunsthistoriker Dr. Uwe Heckmann Fotos, die allesamt beim Spazierengehen entstehen: „Sie zeigen zufällig in mein Blickfeld geratene und mit der Kamera festgehaltene Motive. Es geht mir bei diesen Augenblicksaufnahmen um eine Zwiesprache mit dem Sichtbaren, in der etwas scheinbar Vertrautes und Alltägliches ins Befremdliche oder Überraschende kippen kann.

Seht selbst – einfach schön, doch nicht nur und noch viel mehr.

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Mikrospaziergang ‚Die Welle‘, Frankfurt/M.

22 Jan

Das Büro- und Geschäftshaus ‚Die Welle befindet sich in Frankfurt/M. im südlichen Westend an der Ecke Bockenheimer Anlage/Reuterweg in unmittelbarer Nähe der Alten Oper. Es ist ist ein aus drei Gebäudeteilen bestehendes Ensemble, das entlang des durch vier Straßen begrenzten Blockes die Blockrandbebauung und die Höhe der umliegenen Gebäude aufnimmt. Eine zwölfgeschossiger scheibenförmiger Bau in Form einer Welle, das Center Building, bestimmt das Innere des Blocks. Westlich angrenzend zum Reuterweg befindet sich das Park Building. An der östlichen Seite des Ensembles, zur Leerbachstraße, befindet sich das Leerbach Building mit sieben Geschossen. Zwischen beiden Bauteilen verläuft die öffentlich zugängliche Promenade mit einem künstlichen Wasserlauf, der an den ehemaligen Lauf des Leerbachs erinnern soll. Service- und Gastronomieflächen säumen die Promenade. Die Promenade trägt den Namen ‚An der Welle‘. Von der Promenade führt eine das Center- und Park Building erschließende Passage bis zum Reuterweg. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich der Rothschildpark.
Das kleinste Gebäude, das eigentlich nicht zu dem neuen Gebäudeensemble gehört, sich aber dennoch kontrastreich in den Komplex einfügt, befindet sich an der südwestlichen Ecke. Es ist das ehemalige Vorstandsgebäude der Metallgesellschaft, die an diesem Grundstück einst ihren Konzernsitz hatte. Der heute Opernpalais genannte neoklassizistische Bau aus dem Jahr 1905 blieb im Zweiten Weltkrieg unzerstört.

Die Hausordnung der Frankfurter Welle (Foto von S. Gazaway-Schraud, – zur größerenAnsicht auf’s Bild klicken):

Trotz der postmodernen Architektur, der Simulation von Raumbildern (Piazza-Atmosphäre, antike Anklänge durch die Säulenkonstruktionen), die Illumination und die unterschiedlichen Verglasungen, der Gestaltung mit Wasser und Kunst im öffentlichen Raum, scheint das Konzept der Promenade nicht optimal zu funktionieren. Weiterlesen

Exkursionen nach Stuttgart – Logfile

16 Dez

Hauptbahnhof: Turmforum Ausstellung Stuttgart 21 (siehe auch: Bahnprojekt Stuttgart-Ulm (Das neue Herz Europas); Schlichtung Stuttgart 21; Informationsseiten der Landeshauptstadt Stuttgart zum Bahnprojekt Stuttgart-Ulm; Pro Stuttgart 21; K21 – ja zum Kopfbahnhof/Nein zu Stuttgart 21

Hauptbahnhof (siehe auch: Der Stuttgarter Hauptbahnhof. Ein Meisterwerk der Architektur)

Hindenburgbau K.-G-Kiesinger-Platz ::: Verwaltungszentrum der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) Baugebiet A1 – Stuttgart 21 ::: Pariser Platz: „Bibliothek des 21. Jahrhunderts“ ( siehe auch: Stadtbücherei Stuttgart > Die neue Bibliothek)
Warschauer Straße :
:: Verwaltungssitz der Baden-Württembergischen Bank

Heilbronner Straße, Wolframstraße Am Schlossgarten ::: Mittlerer Schlossgarten (siehe auch: Rosenstein und Schlossgarten Stuttgart) Weiterlesen

40 Jahre Tatort-Abende

2 Dez

Tatort wird 40 Jahre alt! Herzlichen Glückwunsch auch von uns.
– Ich habe auch Geburtstag gehabt, und meine Schwester schenkte mir ein paar aktuelle Artikel aus Magazinen und Zeitungen über die beliebteste Krimi Serie Deutschlands. Ja, ch schaue regelmäßig Tatort, fast immer, außer wenn ich mich nicht zu Hause aufhalte. Polizeiruf schaue ich auch, aber Tatort finde ich doch besser.
Ich schaue aber nur zu, passiv, und eigentlich ist es mir ziemlich egal, welcher Kommissar oder welche Kommissarin dran ist. Die Schelmenstücke der Münsteraner sind in der Tat unterhaltsam, die Ludwigshafen/Mannheim-Tatorts mit Lena Odenthal finde ich toll, und die Frankfurt-Tatorts sowieso – egal mit welchem Kommissaren-Team. Ich bin kein TV-Kriminalist, ich würde weder Tatort-Bücher lesen, noch ein Tatort-Gesellschafts-Spiel spielen; ich bin kein Mitglied einer Tatort-AG und ich diskutiere auch nicht in den Internet-Foren mit über die Kommissare, deren Fälle oder was auch immer.
Auch diese Tatort-Abende in Kneipen, die recht verbreitet angeboten werden, kommen für mich nicht in Frage. Der Fernsehgenuss findet in der Regel nur im engsten Kreis statt. Tatort ist für mich also kein gemeinschaftliches Event, sondern eher ein Stück private Mikro-Gemütlichkeit. Biedermeier? – Ja. Tatort als das zeitgenössische, in das Abendprogramm verlegte Pendant des 20. Jahrhunderts zu Carl Spitzweg’s „Der Sonntagsspaziergang“. Mehr als 8 Millionen Zuschauer im Durchschnitt können sich nicht irren. Jede Tatort-Folge ist ein ganzheitliches TV-Kunstwerk mit außerordentlichem Rezipientenbewusstsein. Allein schon die Sendezeit: Sonntagabend, 20.15 Uhr nach den Nachrichten. Nennen Sie mir eine bessere Alternative zum Ausklang des Wochenendes als Tatort und, das ist jetzt außerordentlich wichtig: mit Pizza und einem Italienischen Salat. In diesen periodischen Hier-und-Jetzt-Eineinhalb-Stunden hat der Fernsehapparat seinen eigentlichen Sinn gefunden. Das säkulare Abendmahl im Wohnzimmer, ein Sender und ein Sendeplatz. Dann darf das Fernsehen wahres Medium sein, zwischen dem Sonntagabend und dem Montagmorgen. Der Tatort ist der raum- (wohnzimmer)erfüllende Filmstoff der zwischen dem Sonntag und dem Montag vermittelt, in den wir als Wochenendindividuen eintauchen und anschließend als Werktagsindividuen zu Bett gehen. (Deshalb funktionieren die zahllosen, fast täglichen Wiederholungen in den dritten Programmen auch nicht so gut.)

Am vergangenen Sonntag gab es zum Jubiläum den Einstand von Ulrich Tukur als Kommissar aus Wiesbaden. – Soll ich das jetzt bewerten, Sternchen vergeben? Gut war’s – wie immer.

Ich bin also wirklich kein Tatort-Aficionado, aber es bietet sich ja ohnehin meistens an, also wenn es denn geht, muss es sein. Sonntagabend: Tatort mit Pizza und Salat…. „Gibt es heute Abend eigentlich Tatort?“ – „Ja, sogar aus Frankfurt.“ Allein schon diese Regionalisierung, Spiegelbild, Symbol für das politische System Deutschlands.
Wenn ich ein ausländischer Studierender wäre, z.B. der German Cultural Studies o.ä,, würde ich meine Bachelor- oder Master-Thesis über Tatort schreiben. Hans Magnus Enzensberger (zit. im Stern 46/2010, S. 164) sagte einmal „’Tatort’ ist Landeskunde, Ethnologie und Alltagsgeschichte der Republik.“

Mehr Informationen in bei tatort-fundus.de, bei Tatort-News.com (Das Weblog zu Deutschlands erfolgreichster Krimireihe) sowie Das Erste.de: Tatort.

Sort (Lleida), Katalonien

18 Nov

Als die Gymnasiallehrerin Tina Bros in einer abbruchreifen Schule ein verborgenes Tagebuch findet, ahnt sie nicht, dass sie damit alte Leidenschaften, Hass und Rache neu entfacht. Was hat sich wirklich in dem kleinen Ort in den Pyrenäen abgespielt, am 18 Oktober 1944, als der damalige Dorfschullehrer in der Kirche ermordet wurde? ….“ (Umschlagtext von Jaume Cabré: Die Stimmen des Flusses, Suhrkamp, Frankfurt 2008).

Sort ist heute die Hauptstadt der Comarca Pallars Sobirá. Die Kleinstadt liegt 692 m über dem Meeresspiegel am Fluss Noguera Pallaresa. Dieser ist ein 154 km langer rechtsseitiger Zufluss des Segre, der wiederum in den Ebro fließt. Sort hat 2.382 (2009) Einwohner, im Jahr 1930 waren es 930 Einwohner, 1940 nur 800. Zu Sort gehören die eingemeindeten Dörfer (in Klammern die Zahl der Einwohner): Altron (56), La Bastida de Sort (32), Bernui (13), Bressui (19), Castellviny (3), Enviny (28), Llarvén (14), Llessui (115), Montardit de Dalt (36), Olp (47), El Pujalt (31), Montardit de Baix (106), Seurí (22) und Sorre (14).

Wie zu erwarten, beauftragte Maite, die Direktorin der Schule von Sort, Tina Bros damit, nach Torena hinaufzufahren und ganz offiziell in dem Gerümpel im alten Schulgebäude zu stöbern“ (J. Cabré: Die Stimmen am Fluss, S. 21). Ein Dorf namens Torena existiert nicht in der Povinz Lleida (vgl. http://www.todopueblos.com).

Sort bedeutet auf Katalanisch ‚Glück’. Deshalb zieht der Ort eine große Anzahl Touristen aus ganz Spanien an, die dort Lose für die jährliche Weihnachtslotterie kaufen. Angeblich gibt es sogar überdurchschnittlich viele Gewinner unter den in Sort verkauften Losen.
Das in einem alten Gefängnis untergebrachte Museum „El Camí de la libertat (Der Weg der Freiheit), widmet sich seit der Erinnerung an die vielen hundert Menschen, die auf ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten während des II. Weltkrieges durch Sort kamen.

Auf der Internetseite La Vall d’Àssua i El Batlliu (Un paisatge de novel-la), kann man sich die folgende Karte herunterladen, in der literarische Rundwanderungen eingezeichnet sind: