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Rustie geht auch gerne in den Zoo

11 Jan

Rustie ist ein schottischer Produzent moderner elektronischer Tanzmusik – Dubstep im weitesten Sinne, Clubmusik aber durchzogen vom Prog-Rock der 1970er (Yes, Genesis usw.), Hip-Hop, Trance, Electronica, Jazz…. Seine Tracks schlingern ohne zu torkeln, stolpern manchmal ohne hinzufallen, sind zackig aber nicht allzu hektisch. Er mag es etwas zerstückelt aber auch flächig, stellenweise fast schon bombastisch, aber ohne überzuborden. Zu Interviews trifft er sich offensichtlich gerne in Zoologischen Gärten (so für die Groove Nr.133, 2011). Zu den Pinguinen gehe er immer als erstes, dann zu den Affen und gerne auch in ein Regenwaldhaus. Mit Jungle hat seine Musik aber so gut wie nichts zu tun. Wie viele Zoobesucher erheitern ihn die Erdmännchen. Die Gesangssamples klingen stellenweise wie die Chipmuncks. Die gediegene Komplexität, die einen auch mal zum Lächeln bringen kann, könnte durchaus von den Zootierbeobachtungen stammen. In London in der Bassszene als Nightwave zu Hause, ist dort aber der Zoo sein Lieblingsort.

Sein Debütalbum heißt ‚Glass Swords‘ und ist im Oktober 2011 bei Warp Records erschienen. Rusties neues Album heißt ‚Green Language‘ (Warp, 2014). Auf dem Cover sind zwei ineinander verschlungene Flamingos abgebildet. Grazil, wie naturalistisch ausgeführte Plastiken, stehen sie vor einem fast monochromen Hintergrund, der aber doch eine glatten, wie vereist wirkenden Boden und eine Horizontlinie aufweist. Es sieht aus wie in einem sehr gut ausgemalten Zoogehege. Dieses Album ist Platte des Monats in der SPEX No. 355 vom September 2014 (S. 100). Ob Rustie immer noch gerne in den Zoo geht, erfährt man in der Besprechung nicht. Rustie bleibt aber seinem Fusion-Sound treu. Es hat etwas enzyklopädisches. Wäre Rustie ein Biologe, wäre er wahrscheinlich Systematischer Zoologe. Rustie negiere radikal das Weniger-ist-Mehr-Prinzip, Seine Musik sei ein Manifest gegen Geschmacksghettos. Sie kenne keine Grenzen, weder von Underground und Mainstream, von Seriösem und Anrüchigem, von Coolem und Peinlichen. Damit ist Rustie ein Vertreter des Maximalismus. – Und Evolution – das kann man an den bescheidenen Ausschnitten im Zoo beobachten – mag effizient sein, aber minimalistisch ist sie keineswegs.

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Metastadt – Spaziergangswettbewerb 2011/12

18 Nov

nach dem Erfolg des letzten Jahres lobt Metastadt auch dieses Jahr wieder einen Spaziergangswettbewerb aus.

Weitere Informationen: http://metastadt.wordpress.com/2011/08/12/metastadt-spaziergangswettbewerb/

Einsendeschluss: 30.11.2011

STADTERFAHRUNGEN

Die Stadt als Horizont des Denkens[1]: Der Spaziergangswettbewerb 2011 steht unter dem Motto STADTERFAHRUNGEN. Mit diesem Thema wollen wir anregen sich auf den Weg zu begeben und sich der Stadt zu öffnen. Erfahrungen mit und in der Stadt zu machen, persönliche Wege zu erschließen und den Spaziergang unter den eigenen Sohlen – getreu dem Motto „der Weg entsteht beim Gehen“ – zu finden. Der Zufall spielt hier eine große Rolle, ebenso wie die subjektive Wahrnehmung. „Je mächtiger das Begehren ist, die Stadt zu sehen und zu begreifen, desto größer ist die Intensität ihrer Zeichen.“  Diese Zeichen gilt es zu finden und zu decodieren, sie in einen Zusammenhang zu bringen und etwas persönliches daraus abzuleiten, sei es eine Erinnerung, eine Bemerkung, ein Bild oder eine Erkenntnis. Was sagt die Stadt, welche Überaschungen hält sie für uns bereit, was wird sichtbar, das bislang verborgen war? Folgt eurer Neugier und eurem Interesse und lasst uns und andere an euren Erfahrungen teilhaben.

Teilnahmebedingungen und Einreichung der Beiträge siehe http://metastadt.wordpress.com/2011/08/12/metastadt-spaziergangswettbewerb/

[1] Jeudy, Henri-Pierre: Stadterfahrungen, Merve, Berlin, 1998.