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Wim Wenders: Palermo Shooting (2008)

16 Jul

… mit Campino (von den Toten Hosen in der Hauptrolle), der einen Fotografen spielt, der in eine Krise gerät, und Dennis Hopper als ‚Der Tod‘. Drehorte: Düsseldorf und Palermo…

Rezensionen bei:
faz.net: Palermo shooting. Jedermann ist blind (von Bert Rebhandl)

Spiegel.Online: Wim Wenders‘ „Palermo Shooting“. Passionsspiel mit Punkrockerfratze (von Wolfgang Höbel)

TV-Atempause am Donnerstag 14.07.2011, Arte, 20.15 Uhr

TV-Atempause: Vicky Cristina Barcelona (Woody Allen, 2008)

6 Jul

Am Ende des Films fliegen sie wieder in die USA zurück; die unglaublich hübschen Cristina (Scarlett Johansson) Vicky (Rebecca Hall) und ihr Ehemann Doug. Sind sie nur erlebnishungrige Touristinnen aus den puritanischen USA in einem andern Spanien gewesen?
Die jungen Frauen verbringen einen Sommer in Barcelona. Sie lernen den Künstler Juan Antonio (Javier Baradem) kennen, der sie einlädt zu einem Wochenend-Ausflug nach Oviedo. Er will ihnen diese so romantische Stadt zeigen, und letztlich auch Sex mit ihnen. Vicky und Juan Antonio haben dort Sex in einem Park, dabei ist sie doch verlobt; sie will (den sehr amerikanischen, fließigen aber langweiligen) Doug heiraten und ein Haus bauen. Und eigentlich ist doch Cristina dem Sex mit Juan Antonio nicht abgeneigt gewesen – sie bekam aber Magen-Darm-Alarm. Vicky ist nun sehr verwirrt. Zurück in Barcelon trifft sich Juan Antonio mit Cristina, und sie haben Sex in seinem Atelierhaus. Sie zieht sogar zu ihm, alles läuft gut. Sogar Dag ist inzwischen angereist, um seine Christina in Spanien zu heiraten.
Dann taucht Juan Antonios (sehr spanische) Ex-Frau Maria Elena (Penélope Cruz) auf, die gerade einen Selbstmord-Versuch hinter sich hat. Es entwickelt sich eine Dreierbeziehung: alle beschmusen und bemusen sich gegeneitig. Cristina bekommt viel Input für ihre fotografischen Ambitionen; sie lernt sogar die Arbeit in der Dunkelkammer. Sie selbst fungiert als „fehlende Zutat“ in der ansonsten zum Scheitern verurteilten Beziehung zwischen Maria Elena und Juan Antonio.
Letztlich ist aber Spanien doch nicht so anders, Cristina verlässt die beiden und geht fort. Vicky will es aber auch noch einmal wissen und trifft sich mit Juan Antonio, obwohl sie inwzwischen mit Doug verheiratet ist. Zum Sex kommt es aber diesmal nicht, weil Maria Elena pistolefuchtelnd dazwischenfunkt.

Eine einfache Gechichte, aber sehr raffiniert und mit viel Liebe zum Detail inszeniert. Ständig sind sie am Weintrinken. Tolles Wohlfühl-Kino; die Stimme aus dem Off hat uns durch die Handlung und durch Barcelona geführt. Vielen Dank.

Rezension bei Zeit.Online: „Nach Spanien! Woody Allens Komödie ‚Vicky Cristina Barcelona‘ zeigt: Amerika braucht Europa, um das Unglück lieben zu lernen

ZDF, 04.07.2011, 22.15 Uhr

40 Jahre Tatort-Abende

2 Dez

Tatort wird 40 Jahre alt! Herzlichen Glückwunsch auch von uns.
– Ich habe auch Geburtstag gehabt, und meine Schwester schenkte mir ein paar aktuelle Artikel aus Magazinen und Zeitungen über die beliebteste Krimi Serie Deutschlands. Ja, ch schaue regelmäßig Tatort, fast immer, außer wenn ich mich nicht zu Hause aufhalte. Polizeiruf schaue ich auch, aber Tatort finde ich doch besser.
Ich schaue aber nur zu, passiv, und eigentlich ist es mir ziemlich egal, welcher Kommissar oder welche Kommissarin dran ist. Die Schelmenstücke der Münsteraner sind in der Tat unterhaltsam, die Ludwigshafen/Mannheim-Tatorts mit Lena Odenthal finde ich toll, und die Frankfurt-Tatorts sowieso – egal mit welchem Kommissaren-Team. Ich bin kein TV-Kriminalist, ich würde weder Tatort-Bücher lesen, noch ein Tatort-Gesellschafts-Spiel spielen; ich bin kein Mitglied einer Tatort-AG und ich diskutiere auch nicht in den Internet-Foren mit über die Kommissare, deren Fälle oder was auch immer.
Auch diese Tatort-Abende in Kneipen, die recht verbreitet angeboten werden, kommen für mich nicht in Frage. Der Fernsehgenuss findet in der Regel nur im engsten Kreis statt. Tatort ist für mich also kein gemeinschaftliches Event, sondern eher ein Stück private Mikro-Gemütlichkeit. Biedermeier? – Ja. Tatort als das zeitgenössische, in das Abendprogramm verlegte Pendant des 20. Jahrhunderts zu Carl Spitzweg’s „Der Sonntagsspaziergang“. Mehr als 8 Millionen Zuschauer im Durchschnitt können sich nicht irren. Jede Tatort-Folge ist ein ganzheitliches TV-Kunstwerk mit außerordentlichem Rezipientenbewusstsein. Allein schon die Sendezeit: Sonntagabend, 20.15 Uhr nach den Nachrichten. Nennen Sie mir eine bessere Alternative zum Ausklang des Wochenendes als Tatort und, das ist jetzt außerordentlich wichtig: mit Pizza und einem Italienischen Salat. In diesen periodischen Hier-und-Jetzt-Eineinhalb-Stunden hat der Fernsehapparat seinen eigentlichen Sinn gefunden. Das säkulare Abendmahl im Wohnzimmer, ein Sender und ein Sendeplatz. Dann darf das Fernsehen wahres Medium sein, zwischen dem Sonntagabend und dem Montagmorgen. Der Tatort ist der raum- (wohnzimmer)erfüllende Filmstoff der zwischen dem Sonntag und dem Montag vermittelt, in den wir als Wochenendindividuen eintauchen und anschließend als Werktagsindividuen zu Bett gehen. (Deshalb funktionieren die zahllosen, fast täglichen Wiederholungen in den dritten Programmen auch nicht so gut.)

Am vergangenen Sonntag gab es zum Jubiläum den Einstand von Ulrich Tukur als Kommissar aus Wiesbaden. – Soll ich das jetzt bewerten, Sternchen vergeben? Gut war’s – wie immer.

Ich bin also wirklich kein Tatort-Aficionado, aber es bietet sich ja ohnehin meistens an, also wenn es denn geht, muss es sein. Sonntagabend: Tatort mit Pizza und Salat…. „Gibt es heute Abend eigentlich Tatort?“ – „Ja, sogar aus Frankfurt.“ Allein schon diese Regionalisierung, Spiegelbild, Symbol für das politische System Deutschlands.
Wenn ich ein ausländischer Studierender wäre, z.B. der German Cultural Studies o.ä,, würde ich meine Bachelor- oder Master-Thesis über Tatort schreiben. Hans Magnus Enzensberger (zit. im Stern 46/2010, S. 164) sagte einmal „’Tatort’ ist Landeskunde, Ethnologie und Alltagsgeschichte der Republik.“

Mehr Informationen in bei tatort-fundus.de, bei Tatort-News.com (Das Weblog zu Deutschlands erfolgreichster Krimireihe) sowie Das Erste.de: Tatort.

Atempause

9 Jan

TV-Atempausen und Flaneurismus???

28 Jun

Neulich wurde ich gefragt, warum ich denn im Spaceflaneur-Weblog die Kategorie TV-Atempausen habe. Das passe doch irgendwie überhaupt nicht zusammen. – Augenscheinlich nicht: Flanieren hat was mit Spaziergängen, Exkursionen, praktischer Ortskunde, Fahrradfahren und Umherstreunern zu tun. Aktivitäten, die sich eher draußen abspielen und man nebenbei auch noch Distanzen zurücklegt. Fernsehen dagegen ist doch eher Nichtstun, Nicht-Bewegung, gemütliches Zu-Hause-Bleiben, Couching. Eigentlich zelebriere ich auch gar nicht so viele TV-Atempausen. Zur Zeit ein paar Spiele der EM (Euro 2008?), sicher auch das Endspiel. Ich wünsche mir übrigens, dass Spanien gewinnt. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung habe ich heute gelesen: „Spanien erhebt den Fußball in den Rang der schönen Künste erhebt. Dort also wollen sie hin, ins Museum, in die Kulturgeschichte. Ein höheres Ziel hatte noch niemand.“ („Ihr Spiel, es ist aus Eisen und Seide“ von Paul Ingendaay, FAZ Nr. 149, S. 39). Ich erinnere mich an Johan Huizinga’s Konzept des spielenden Menschen, der homo ludens. Unsere kulturellen Systeme wie Politik, Wissenschaft, Religion, Recht usw. sollen sich ursprünglich aus spielerischen Verhaltensweisen entwickelt haben.
Für die deutsche Mannschaft geht es um die sog. deutschen Tugenden, oder? Ich weiß auch nicht so genau: Disziplin, Tüchtigkeit, Fleiß, Stärke, Schnelligkeit, Härte, Kampfgeist, Strategie? Das klingt jedenfalls nach Strahlkraft – und dem Krieg als Vater aller Dinge. Die Deutschen wollen sicher nicht ins Museum, nicht mal auf den Römer in Frankfurt (das wäre wenigstens so was ähnliches).

Eigentlich würde ich gerne Stefan Zimmermann vom Geographischen Institut der Universität Mainz einladen, zur Klärung dieses scheinbaren Widerspruchs (Flaneurismus und TV bzw. Kino) einen Beitrag zu schreiben. Aber kurz gefasst, an dieser Stelle ein Zitat, welches schon sehr viel erklärt:

„Fernsehen als kulturelle Metapher heißt, dass wir die Welt so sehen, wie wir sie im Fernsehen sehen, auch wenn wir nicht fernsehen […] Das Fernsehen zeigt uns die Welt so, wie wir sie im Fernsehen sehen wollen Am Ende wollen oder können wir die Welt gar nicht mehr anders sehen, als wir sie im Fernsehen sehen.“

Quelle: Meyer, T. (1995): Repräsentativästhetik und politische Kultur. In: Klein, A. u.a. (Hrsg.): Kunst, Symbolik und Politik. Opladen, S. 112.

Charlie Chaplin: Der Zirkus

12 Sep

Für die Stummfilmkomödie Der Zirkus (The Circus, USA 1928) war Charles Chaplin als Hauptdarsteller, Drehbuchautor, Regisseur, Produzent sowie für den Schnitt und die Musik verantwortlich. Er wurde für diesen Film bei der Oscar-Verleihung 1929 auch in der Kategorie Bester Darsteller nominiert. Erhalten hat er einen Ehrenoscar für seine Wandlungsfähigkeit und sein Genie als Autor, Darsteller, Regisseur und Produzent von Der Zirkus. Chaplin selbst war mit seinem Film unzufrieden und erwähnte ihn auch nicht in seiner Autobiographie.

Literatur über Charlie Chaplin:

  • Robert Payne (1979): Der große Charlie. Suhrkamp, Frankfurt/Main.
  • David Robinson (2002): Chaplin, sein Leben, seine Kunst. Diogenes, Zürich.
  • Joe Hembus (1989): Charlie Chaplin. Seine Filme – sein Leben. Heyne, München 1989.
  • Joe Hembus (1978): Charlie Chaplin und seine Filme. Eine Dokumentation. Heyne, München.
  • Dorothee Kimmich (2003): Charlie Chaplin. Eine Ikone der Moderne. Suhrkamp, Frankfurt/Main.
  • Maland, Charles, J. (1991): Chaplin and American Culture. Princeton University Press, Princeton.
  • Johannes Schmidt (2006): Charlie Chaplin: eine dramaturgische Studie. Lit, Berlin & Münster (= Beiträge zur Medienästhetik und Mediengeschichte Bd. 25).
  • Wolfram Tichy (2002): Charlie Chaplin. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt Taschenbuch, Hamburg.

Autobiographie:

Die Geschichte meines Lebens. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/Main 1998.

Linkliste:

Falls sich jemand wundert, wie so jemand wie Charlie Chaplin in den USA in Ungnade fallen konnte: Weiterlesen

2010 – Das Jahr in dem wir Kontakt aufnehmen

10 Aug

ZDF, Donnerstag 09.08.2007, 0.20 Uhr:
2010 – The Odyssey continues (USA 1984, Regie: Peter Hyams) ist die Fortsetzung von Stanley Kubrick’s 2001 – Odyssee im Weltraum (1968) . Beide Filme basieren auf den gleichnamigen Romanen von Arthur C. Clarke. Es folgten noch zwei weitere Nachfolgeromane: 2061 – Odyssey Three und 3001 – The Final Odyssey.

Filmrezensionen:
S. Prefetzky & D. Pereé in Wicked-Vision. Das Online Magazin für den phantastischen Film

Über Arthur C. Clarke:
Fantastic Fiction
The Arthur C. Clarke Foundation

Sarabande (Ingmar Bergman, 2003)

10 Aug

Sarabande (Anna/Saraband) ist der letzte Film des schwedischen Drehbuchschreibers, Film- und Theaterregisseur Ingmar Bergman gewesen. Er handelt von Liebe und Hass.

Linkliste:

Zum Tod von I. Bergman:

Arte TV: Summer of Love

10 Aug

Summer of Love in Arte-TV

Programm am 07. August 2007:

20.45 Uhr: Lass mich küssen deinen Schmetterling (I love you, Alice B. Toklas!)
Ein Film von Hy Averback, USA 1968
Mit: Peter Sellers, Jo Van Fleet, Leigh Taylor-Young

22.15 Uhr & 23.10 Uhr: Summer of Love (1+2)
Teil 1: Freie Liebe und Teil 2: Communities

00.00 Uhr: The Rolling Stones-Rock and Roll Circus (Dokumentarfilm von Michael Lindsay-Hogg, 1968)

Der Summer of Love in Arte wird fortgesetzt am Dienstag, den 14.08. und am Dienstag, den 21.08.

Siehe auch: Summer of Love – Ausstellung in der SCHIRN-Kunsthalle Frankfurt/Main vom 02.11.2005 bis 12.02.2006

Die mit der Liebe spielen (L’avventura)

7 Aug

Die mit der Liebe spielen (L’avventura) (Michelangelo Antonioni, IT, F, 1960);
Arte.TV am 06.08.2007 um 22.20 Uhr

Der Film wird zusammen mit Die Nacht (La Notte, 1961) und Liebe 1962 (L’eclisse, 1962) in Antonionis Italienische Trilogie eingordnet.

Beitrag von Gregory Solman über den Film in senses of cinema
Die Landschaft als Gestaltungsmittel im Film“ (Beitrag über den Film in arte.tv)

Literatur über M. Antonioni:

  • Peter Brunette (1998): The films of Michelangelo Antonioni. Cambridge University Press, Cambridge.
  • Seymour Chatman & Paul Duncan (Hrsg.): Antonioni – Sämtliche Filme. Taschen, Köln 2004.
  • Seymour Chatman (1985): Antonioni: Or, the Surface of the World.University of California Press, Berkeley.
  • Lee E. Rifkin (1982): Antonioni’s Visual Language. UMI Research Press, Ann Arbor.
  • Konrad Licht (2002): Anmerkungen zu vier Filmen Antonionis. Internet: http://www.konradlicht.com

Linkliste:

Zum Tode von Michelangelo Antonioni: