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„My Zeil“ und das Sexiness von Shopping!

21 Nov

…die (nicht immer, aber immer öfter) wöchentlich erscheinende Rhein-Main-Kolumne:

Eine Stadt ist so sexy, wie ihre Einkaufszentren, oder? In Frankfurt auf der Zeil können bald, wenn die lüsternen, shopping-geilen Massen aus der B-Ebene der Hauptwache das Etablissement betreten, zur prallsten, erotischsten Drüse der Einkaufscity strömen. Das vom Star-Architekten Massimiliano Fuksas entworfene neue Shopping-Center hat eine Fläche von 80.000 Quadratmeter. Es soll am 26. Februar eröffnet werden. Das wird ein Paradigmenwechsel, eine Zeitenwende. Eine neue Dimension innerstädtischer Shopping-Erotik kündigt sich an, die quasi-sexuelle Befreiung des Konsums.
Die Zeil, jeder kennt sie – und auf eine mysteriöse Weise (vielleicht aus infrastrukturellen Gründen), ist sie unvermeidlich. Weiterlesen

Daumen hoch – Frankfurt Main Finance, eine starke Marke

27 Aug

…die (nicht immer, aber immer öfter) wöchentlich erscheinende Rhein-Main-Kolumne:

Ein neuer Stern am Marken-Firmament: Frankfurt Main Finance e.V. – freilich mit einem eigenem neuen Logo (siehe http://www.finanzplatz-frankfurt.de). Es gibt sie nun die Marketinginitiative, die den Finanzplatz Frankfurt im In- und Ausland präsentieren wird. Die internationale Bekanntheit und Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Frankfurt soll gesteigert werden. Denn es herrscht ja Konkurrenz zwischen den Regionen im Zeitalter der Globalisierung. Die stärksten Finanzplatz-Konkurrenten Frankfurts sind Paris und London – und die „Initiative Finanzstandort Deutschland“ (IFD). Ein für allemal muss klar sein, wo das nationale Herz der Finanzströme liegt. Finanzplatzmarketing muss dort stattfinden, von wo die größte Strahlkraft ausgeht, also dort, wo die Leuchttürme stehen. Mein Vorschlag ist, der neue Verein soll einen Stand auf der Besucherterrasse des Main-Towers errichten und Buttons, Aufkleber und Fähnchen verteilen. Damit bin ich bei den sog. Werten des Vereins bzw. der Marke, nämlich Ganzheitlichkeit (und zu einem ganzheitlichen Marketing-Konzept gehören eben Buttons und Aufkleber, aber zugegeben Ganzheitlichkeit klingt auch ohne lückenlos ausgearbeitetes Konzept immer gut). Weitere Werte der neuen Marke sind: Geradlinigkeit („Logisch und nachvollziehbar, der Bezug auf die Hochhäuser und die typisch hessische Arbeitseinstellung“) und Globalität. Aber, warum eigentlich nicht Globalisierung? Ich denke, das hat schon New York und Tokyo für ihr Marketing-Konzept reserviert. Die Botschaft ist somit klar: Frankfurt und die Frankfurt/Rhein-Mainer werden nicht globalisiert, sondern von selbst immer globaler. – Und das ist ein Riesenunterschied. Am treffendsten wäre meines Erachtens Glokalität. In diesem Begriff würde sich auch die Freude von Roland Koch wiederspiegeln, dass mit Frankfurt Main Finance e.V. die Banken nun endlich das gewünschte Bekenntnis zum Standort Frankfurt abgeliefert haben. Mit Koch müssen wir nun keine Angst mehr haben, dass die großen Banken ihre Hochhäuser verwaist zurücklassen und Frankfurt zu einem romantischen Museums- und Apfelweindorf mit Flughafen (dann aber ohne neuen Terminal III und Landebahn Nordwest) verfällt. Jetzt ist es offiziell, den Banken gefällt es in ihrem Bankenviertel, sie fühlen sich hier wohl und heimisch – ein kreatives Milieu eben, alles so schon face-to-face. Wo hätten sie denn auch hingehen können? Zur Finanzplatz-Konkurrenz nach London? Nach Dubai, Shanghai, Miami? Weiter als Eschborn hat es doch bisher kaum jemand geschafft.

Und weil ferner die Mitgliedsbeiträge für den neuen Verein relativ niedrig sind (75.000 Euro im Jahr), dann könnten Hessen und Frankfurt, die ja auch Mitglieder sind, die standortholden Geldhäuser in Ruhe arbeiten lassen. Stattdessen könnten sich die Politiker nun z.B. um die städtische Biodiversität kümmern. Die hat wohl bereits eine Marke und ein Logo (siehe hier), aber Fauna und Flora der Metropolregion haben noch kein endgültiges Bekenntnis zum Standort abgeliefert.