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Gutleut-Verlag, Frankfurt/Main; der Künstler Michael Wagener und sein Projekt ’neuer Atlas‘

23 Sep

taschenatlas

„Der Künstler Michael Wagener (geboren 1966) arbeitet mit verschiedenen Medien – Installation, Skulptur, Fotografie und Bild – zum Thema Raum und Erscheinungsformen von Raum. Er hat sich vor allem mit der Kartografie als einer Form der Raumkonzeption auseinandergesetzt. Im diesem Zusammenhang ist er auf den Kartografen Gerhard Mercator, den ‚Erfinder‘ des Atlasses, gestoßen. Anders als heutige Ausgaben, bietet der von Mercator zusammengestellte allererste ‚Atlas’ aus dem Jahr 1595 nicht bloß eine Sammlung topografischer und politischer Karten: „Es handelt sich vielmehr um ein für die Renaissance nicht untypisches ‚Welterklärungsmodell‘, aber auch um eine Art Gesamtkunstwerk, in dem Wissenschaften, Religion und Kunst miteinander verschmelzen“ (M.W., Vorbemerkung zum ‚taschenatlas’, S. 17). – An diese Konzeption anknüpfend, hat Michael Wagener sein Atlasprojekt entwickelt und Künstler, Literaten und Wissenschaftler eingeladen, mit ihm zusammen einen neuen Atlas zu entwerfen. Wie der Atlas Mercators soll sich auch dieses Buchprojekt ‚verschiedensten künstlerischen und wissenschaftlichen Formen der Weltbeschreibung und Darstellung von Welt widmen, so dass sich auch hier Kunst und Wissenschaft dialogisch miteinander verbinden’ (ebd.).
Der vorliegende ‚taschenatlas’ kann als eine selbständige Vorstufe des geplanten größeren Projekts ‚neuer atlas’ verstanden werden. In ihm sind einige der Texte und Projekte sowie Karten, Bilder und Zeichnungen in ihren inhaltlichen und gestalterischen Ansätzen versammelt, die für den ‚neuen atlas’ erweitert, ergänzt und miteinander verwoben werden sollen. Auch für den ‚taschenatlas’ hat der Atlas Mercators das Vorbild geliefert: Das große, sperrige Original lag in einer handlicheren und übersichtlicheren Ausgabe vor, die in der Seefahrt und bei Reisenden sehr beliebt war.“

Quelle: Gutleut-Verlag, Frankfurt/M. >> http://www.gutleut-verlag.com/index.php?id=24; dort auch Hinweise zu den am ‚taschenatlas’ beteiligten Künstlerinnen und Künstler

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dauerlandschaft

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„Das Buch ‚dauerlandschaft’ bildet den zweiten Teil des Projekts ‚neuer atlas’ und knüpft an die Publikationen ‚taschenatlas’/’taschenkosmos’ an. Der Bildband zeigt neue flächenhafte, kartografische Arbeiten des Künstlers Michael Wagener, die als Tapeten und Raumentwürfe angelegt und in der Werkgruppe der ‚dauerlandschaften’ und ‚dauerräume’ zusammengefasst sind. Diese Montagen von Collagen werden im Textband mit einem einleitenden Text sowie einem speziell für das Buch entstandenen Gedichtzyklus des Lyrikers Marcus Roloff und einem Textzyklus der Autorin Kirsten Kohlhaw zum gemeinsamen Thema dauerlandschaft kombiniert.“

Quelle: Gutleut-Verlag, Frankfurt/M. http://www.gutleut-verlag.com/index.php?id=58

 

The Spirit of Frankfurt/Main

14 Sep

… by P., 09/2011

The Spirit of Frankfurt/M.

9 Jul

(Vorlage aus dem Malbuch Frankfurt am Main – Buchhandlung Kunst-Buch, Dr. Bernd Kalusche, Schirn Kunsthalle Frankfurt am Main, http://www.formfalt.com)

The Spirit of Frankfurt/Main

5 Mrz

Frankfurt/Main - Hauptbahnhof

Mikrospaziergang ‚Die Welle‘, Frankfurt/M.

22 Jan

Das Büro- und Geschäftshaus ‚Die Welle befindet sich in Frankfurt/M. im südlichen Westend an der Ecke Bockenheimer Anlage/Reuterweg in unmittelbarer Nähe der Alten Oper. Es ist ist ein aus drei Gebäudeteilen bestehendes Ensemble, das entlang des durch vier Straßen begrenzten Blockes die Blockrandbebauung und die Höhe der umliegenen Gebäude aufnimmt. Eine zwölfgeschossiger scheibenförmiger Bau in Form einer Welle, das Center Building, bestimmt das Innere des Blocks. Westlich angrenzend zum Reuterweg befindet sich das Park Building. An der östlichen Seite des Ensembles, zur Leerbachstraße, befindet sich das Leerbach Building mit sieben Geschossen. Zwischen beiden Bauteilen verläuft die öffentlich zugängliche Promenade mit einem künstlichen Wasserlauf, der an den ehemaligen Lauf des Leerbachs erinnern soll. Service- und Gastronomieflächen säumen die Promenade. Die Promenade trägt den Namen ‚An der Welle‘. Von der Promenade führt eine das Center- und Park Building erschließende Passage bis zum Reuterweg. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich der Rothschildpark.
Das kleinste Gebäude, das eigentlich nicht zu dem neuen Gebäudeensemble gehört, sich aber dennoch kontrastreich in den Komplex einfügt, befindet sich an der südwestlichen Ecke. Es ist das ehemalige Vorstandsgebäude der Metallgesellschaft, die an diesem Grundstück einst ihren Konzernsitz hatte. Der heute Opernpalais genannte neoklassizistische Bau aus dem Jahr 1905 blieb im Zweiten Weltkrieg unzerstört.

Die Hausordnung der Frankfurter Welle (Foto von S. Gazaway-Schraud, – zur größerenAnsicht auf’s Bild klicken):

Trotz der postmodernen Architektur, der Simulation von Raumbildern (Piazza-Atmosphäre, antike Anklänge durch die Säulenkonstruktionen), die Illumination und die unterschiedlichen Verglasungen, der Gestaltung mit Wasser und Kunst im öffentlichen Raum, scheint das Konzept der Promenade nicht optimal zu funktionieren. Weiterlesen

GrünGürtel-Rundwanderweg, Frankfurt/Main

25 Mrz

Es stimmt wirklich; es ist möglich um Frankfurt herumzuwandern ohne logistisch ausgeklügelte Vorbereitungen gemacht zu haben: auf dem Frankfurter GrünGürtel Rundwanderweg. Man benötigt dazu die Frankfurter GrünGürtel-Freizeitkarte, dann entscheidet man sich an einer bestimmte Stelle einzusteigen. Und auch das ist wahr: es geht im Süden durch den Frankfurter Stadtwald und im Norden der Stadt durch Feld und Flur entlang der des Berger Rückens und der Nidda. Mit den Worten des Freiraumliebhabers: Kaum Feindkontakt in Form von städtischen Siedlungen. Die Agglomeration erscheint immer genügend weit weg. Der Fluglärm im Frankfurter Stadtwald? Ah ja stimmt, aber die Vögel zwitschern trotzdem, und nach Kerosin hat es auch nicht gerochen. Eine Autobahn, Bundesstraße oder Bahngleise müssen auch vereinzelt unterquert oder überquert werden, in der Regel aber auf einer Fußgängerbrücke. Die berühmt-berüchtige Landschaftslücke im Frankfurter Osten hat zudem zweifellos eine eigene Qualität.

Auch das ist hervorzuheben: Man kommt durch  einige der Frankfurter Naturschutzgebiete: Schwanheimer Düne, Enkheimer Ried und Berger Hang.

Al Motivationshilfe gibt es den Grüngürtel-Wanderpass, der darauf wartet an den Stempelstelen (W1 bis W3, B1 bis B3 und N1 bis N3) eingestanzt zu werden. Ein Spaziergang zwischen zwei Stelen dauert ca. 1 bis 2 Stunden (vielleicht auch 3 Stunden) – nicht gerade viel. Mit dem Fahrrad könnte man Frankfurt demzufolge an einem Tag umrunden (aber nicht an einem Sonntag bei schönem Wetter, dann staut sich der Fahrradverkehr an der Nidda-Zweiradautobahn, die einen sechsspurigen Ausbau vertragen könnte). Mit dem Fahrrad gilt hier aber nicht, es ist ja kein Fahrrad-Wanderpass.

So weit, so gut. Man könnte vielleicht auch um andere Städte wandern, möglich ist es. In Frankfurt hat man sich aber um eine solche Rundwanderung liebevoll gekümmert, und es waren sogar echte Spaziergangswissenschaftler, die den Weg konzipiert haben.

Ich habe das Wanderprogramm noch mal gesteigert: Ausgehend vom Rundwanderweg erlaufe ich die sog. „Frankfurter Torte“: Mit dem ÖPNV geht es zum Einstieg der letzten Stempelstele, auf den Rundwanderweg und danach den sog. „Schnitt in die Innenstadt“ (bis zum Hauptbahnhof, Hauptwache oder Konstablerwache). Damit dauert eine Tagesetappe deutlich länger, ca. 4-6 Stunden, und Großstadtfeinden ist es nicht zu empfehlen.

Eine kurze Routenbeschreibung von heute (23.03.2010), Stempelstele B3 (Berger Rücken) bis N1 (Niddatal) und Schnitt: Weiterlesen

Eintracht – meine Stadt, mein Verein

21 Mrz

Drei Punkte gegen die Bayern, das ist immer was Besonderes – auch wenn dieser Ribery gefehlt hat und Schweinsteiger so aufgeregt war, weil er noch einen Termin im Aktuellen Sportstudio hatte und dieses Robben …. Eigentlich weiß ich gar nicht, wie der Sieg zustande gekommen ist, die Hauptsache gewonnen. Ich bin dann Sonntags immer überaus gut gelaunt. Nach dem Spiel wurde, wie üblich, lebhaft skandiert und disputiert, und die Bayern-Fans von einem angetrunkenen Frankfurt-Fan mit einem lauten kehligen HaHa verabschiedet.

Man könnte mir ja prinzipiell vorwerfen, ich als Pseudo-Intellektueller kokettiere durch mein Eintracht-Fantum mit anderen exotischen Milieus, aber das wäre ungerecht. Ich war schon immer Frankfurt-Fan, die Eintracht, damals hatte ich kaum mehr im Kopf als Fußball. Herrmann Hesse, Pablo Picasso usw.? – Völlig unbekannte Wesenheiten, wie von einem anderen Stern. Fußball ist jedenfalls inzwischen ausgeprägt milieuübergreifend, vor allem seit es diese neuen familienfreundlichen Stadien gibt. Eigentlich ist es ja auch eher umgekehrt; die „anderen Milieus“ kokettieren an solchen Samstagen sehr häufig mit mir, dem „Intellektuellen“. Vor allem mit meiner neuen Brille komme ich nun in dieser Richtung noch authentischer rüber. Am Bahnhof wurde ich dann auch in der Raucherinsel von einem aus einer Eintracht-Fangruppe angesprochen: „Und Alter, warst de auch im Stadion?“ – Nö, ich hab’s in der U-Bahn auf dem Info-Screen gelesen.“ – Wärst de mal im Stadion gewesen, super Spiel – so Spiele machen dich echt fertich!“ Kein Zweifel daran, dass ich nicht für die Eintracht gewesen sein könnte.
So weit ich kann, versuche ich immer bei den Heimspielen in Frankfurt zu sein, denn dann gewinnt die Eintracht immer (jedenfalls meistens). Die paar Male, die ich im Stadion war, hat die Eintracht immer gewonnen – außer einmal, das war noch in der zweiten Liga gegen MSV Duisburg.
Im ICE Richtung Bayern hat auch keiner von den Bayern-Fans Empathie von mir erwartet, ganz im Gegenteil: „Dieses Mal habt ihr Glück gehabt; Meister wird Bayern trotzdem“, keifte mir einer zu – „Warten wir’s ab“, raunte ich. Merkwürdig, dabei habe ich doch gar nicht ausgesehen, als ob ich im Stadion gewesen bin. Und ein schwarzer Pullover und eine schwarze Jacke machen doch noch keinen Frankfurt-Ultra aus mir. Eine Bierflasche hatte ich auch nicht dabei. Die Bayern-Fans im Zug hatten übrigens gar kein richtiges Bier, sondern nur diese grünen und rotbraunen Limo-Mischbiere.
Vielleicht liegt es auch an meinem Gesicht, das noch nie vom Alpenföhn gestreichelt und gewärmt wurde, sondern nur von Frankfurter U-Bahn-Tunnelluft und eisigen Hochhausklamm-Winden massiert worden ist.

Frankfurt im Wandel

2 Mrz

Tower 185 zwischen Messe, Hauptbahnhof und Bankenviertel, am Rand des neuen Europaviertels (Prof. Christoph Mäckler Architekten, Frankfurt/Main)

Vielen Dank an L. G. Müller (Mittelseminar, WS 2009/10)

Frankfurt/Main

2 Mrz

Vielen Dank für die Postkarte an I. Thomas (Mittelseminar WS 2009/10)

The Spirit of Frankfurt/Main

16 Nov

Skizze_SkylineFFM_SHarbach_Weblog

(aus einem studentischen Portfolio vom Sommersemester 2009 – vielen Dank an S. Harbach für die Verwendung der Zeichnung.)

Frankfurt am Main – eine „Wohlfühlstadt“

5 Okt

Auf dem Weg zur Wohlfühlstadt“ – mit dieser Schlagzeile lieferte die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 18. Juni 2009 einen Artikel aus (von Tobias Rössmann, Nr. 138, S. 40): 65% der Frankfurter glauben, dass man in dieser Stadt gut leben kann. (Ja, das glaub ich auch – seit vielen Jahren schon.) Die Zufriedenheit mit Frankfurt ist demnach in den vergangenen Jahren stark gestiegen von 44% (Anteil der befragten Frankfurter) im Jahr 1993 auf 64 % im Jahr 2008. 52% der Befragten halten Frankfurt für eine Stadt mit vielen Parks und Grünanlagen. (Man kann im Frankfurter Grüngürtel sogar um die Stadt herum wandern – und immerhin hat die Stadt über 600.000 Einwohner, diese Wanderung schafft man folglich nicht an einem Tag.) 70% halten Frankfurt für eine Stadt der Museen, 80% sehen Frankfurt als „Handelsplatz, Bankenstadt, Börse“, 76% als „Verkehrsknotenpunkt. 46% der Befragten halten diese Stadt für eine „Stadt der Gegensätze“ und 23% halten sie für schmutzig. (Die sollten mal nach Wiesbaden gehen, das ist ein rechtes Dreckloch, – aber hübsch historistisch.)
Nur noch 14% der Frankfurter halten die Kriminalität für ein Problem der Stadt; im Jahr 1993 waren es noch 47%. Das überrascht, weil Frankfurt/Main angeblich immer noch (vor Hannover und Bremen) die deutsche Kriminalstatistik bei den Städten ab 200.000 Einwohner anführt. 2008 gab es in Frankfurt 15.976 Straftaten je 100.000 Einwohner. Jetzt könnte man spekulieren: „Weniger Diebstahl, mehr Betrug“, – so jedenfalls die Schlagzeile des betreffenden Zeitungsartikels in den Fränkischen Nachrichten vom 26. Juni 2009.

Das Frankfurter Niveau ist jedenfalls in Bewegung geraten – überaus dynamisch und vielseitig.
Und auch im internationalen Vergleich hält sich Frankfurt nicht mehr nur wacker (so die Frankfurter Rundschau vom 10. Juli 2003, Nr. 157, S. 29 – „Woanders ist nicht alles besser“). Lydia Heard (- schauen Sie doch mal in Ihren hervorragenden citywalker-Weblog -) hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es Frankfurt (mit München und Düsseldorf) in die Top Ten der World’s Most Livable Cities geschafft hat (The Independent vom 29. April 2009 by John Lichfield – ).
Mit diesen Städte-Rankings ist das freilich so eine Sache – ähnlich wie bei Miss-Mallorca-Wahlen.

Frankfurt/Main >>> Frankenplanet

21 Aug

Aus berufsbedingten Gründen haben wir uns veranlasst gefühlt unseren Wohnsitz zu verlegen. Wir leben jetzt in der Nähe einer Kleinstadt in Unterfranken – mitten in einer intensiv landwirtschafltich genutzten Gegend (>>> deshalb Frankenplanet). Wir haben grunzende Nachbarn usw.

Nicht ganz so weit weg von Frankfurt/Main und Offenbach.
Meine Kinder sind während eines Schnuppertages im neuen Hort gebeten worden, ein Bild zu malen. Wie sieht es dort aus, wo sie herkommen. Hier die Ergebnisse:

FfM. von L.

FfM. von P.

The Spirit of Frankfurt/Main

16 Mai
frankfurtpostkarte
Postkarte (Collage von Fred Schölling), Michel & Co. FfM.

Es steht inzwischen außer Frage, dass „auch die vertraute Stadt in der Wahrnehmung Ergebnis der Lektüre von strategisch produzieren Städtebildern ist„. Die Soziologin Martin Löw hat sich mit der Vielzahl der zum Verlauf stehenden Postkarten beschäftigt und es zeigt sich deutlich „die Inszenierung von Differenzierung zwischen Städten„. Für Frankfurt kann gelten: „Es dominiert die Skyline, an Tradition rückgebunden durch den Römer oder die Alte Oper, so als verbinde sich alt und neu in der Stadt aufs Harmonischste„.
Zu ergänzen ist noch der Frankfurter Topos eines nationalen und Internationalen Verkehrsknotenpunktes, verortet im Airport, dem Frankfurter Flughafen, und im Frankfurter Hauptbahnhof. Das Image der Stadt als dynamische, weltweit vernetzte Transitregion.

Löw, M. (2008): Wenn Sex zu Image wird. Über die Leistungsfähigkeit vergeschlechtlichter Großstadtbilder, S. 193-206. In: Schott, d. & M. Toyka-Sid (Hrsg.): Die europäische Stadt und Ihre Umwelt. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, S. 195 f.

Shops, Geschäfte bzw. Marken in „MyZeil“ (oder „My Zeil“?), Zeil Frankfurt/Main

4 Feb

SERVICEORIENTIERUNG wird in diesem Beitrag groß geschrieben. Über die Suchstichwörter „my zeil“, „my zeil frankfurt“, „my zeil geschäfte“, „geschäfte in my zeil“, „marken in my zeil“ usw. sind sehr viele Besucher in den letzten Tagen auf den Beitrag „My Zeil und das Sexiness von Shopping“ in diesem Weblog gekommen. Dort finden die Besucher aber nicht die Informationen (Geschäfte im neuen Shopping Center MyZeil?), die sie suchen. Und muss es mich sonderlich überraschen, dass die Beiträge dieses Weblog, die sich mit überregional bedeutsamen Einkaufszentren beschäftigen, mit Abstand die häufigsten Besuche aufweisen. „Meine Hobbys: Freunde treffen, Shoppen, Abhängen“ ist Ausdruck dafür, wie groß die lebensweltliche Bedeutung des Einkaufens im Kontext der Daseinsgrundfunktionen ist. „Shopping makes the world go round.“

Aber hier nun Fakten, nützliche Informationen für die MyZeil-Shopper:

Das Shopping-Center MyZeil, in zentraler Lage auf der Zeil (zwischen Freßgass und Frankfurter Zoo gelegen) bietet 80.000 Quadratmeter Fläche, Platz genug für einen großen Teil der zur Zeit angesagten, in den Fußgängerzonen Deutschlands mehr oder weniger weit verbreiteten Filialen. Es gibt acht Etagen (Untergeschoss, Erdgeschoss und weitere sechs darüber). Die Besucher können mit einer Rolltreppe vom Erdgeschoss direkt ins oberste Geschoss fahren und dann gemütlich nach unten bummeln. Dabei gibt es keine sog. Zwangsführung, wie in der Zeil-Galerie (dort geht die Rolltreppe auch nicht direkt in die oberste Ebene). Täglich werden in MyZeil fünfzig- bis siebzigtausend Einkaufsbummler erwartet (einige notorische Konsumkritiker, von denen es in Frankfurt immer noch einige gibt, argwöhnen dass täglich nur 5.000 Besucher angelockt werden). Eröffnet wird am 26. Februar 2009. Einkaufsbummeln kann man dort von 8.00 Uhr morgens bis 24.00 Uhr, die Gastronomie ist bis 22.00 geöffnet, die Geschäfte angeblich von 10.00 Uhr bis (nur) 20.00 Uhr. Rund 100 Geschäfte werden ihre Waren und ihr Lebensgefühl darbieten. Ankermieter sind Saturn und Anson’s.

Die Geschäfte im Erdgeschoss werden thematisch zusammengefasst zu einem „Walk of Young Fashion“, im ersten Geschoss zu einem „International Place“ und im zweiten Geschoss gibt es „Sports und Leisure“. Es wird, laut Quellen, folgende Läden geben: The North Face (Flagshipstore, Outdoorkleidung), Sidestep, Peak Performance, Tatuum, Replay, Lloyd (Flagshipstore) Basic Hair Shop, Run2, The Phone House, Quicksilver, Cipango, Princess Tam Tam, Samsonite, Biba, Bose, Chiemsee, Coa, Comma, Ecco, Gabor, Gant, Glenfield, Hilfiger Denim, Mustang Jeans, Pandora, Passionata, Pepe Jeans London, S. Oliver (mit 1.800 qm) und viele mehr. 90 Prozent der gesamten Ladenfläche sollen schon vermietet sein. Wegen der Premiumlage mitten auf der Zeil werden bis zu 485 Euro pro Quadratmeter Miete bezahlt. Mehr Marken bzw. Geschäfte habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht rausbekommen. Wer es ganz genau und vollständig wissen will, kann ja beim Projektentwickler anrufen und freundlich nach einer Liste „Marken in MyZeil“ fragen (Bouwfonds MAB Development GmbH, – lassen Sie sich durchstellen zum Director Retail und Marketing, Steffen Höhn, Tel.: 069-5060053-0, und sagen Sie, Sie sind von PASSAGEN, der World Association of City Flaneurs and Urban Strollers. Vielleicht hilft das).

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Arbeitsnomaden im ICE

29 Jan

Wochentags transportiert der ICE die Arbeitsnomaden. Streckenweise fährt er zu diesem Zweck sogar recht schnell. Das geschieht bevorzugt auf den spezifischen ICE-Trassen mit den vielen Tunnels und Brücken. Wenn nicht, diskreditieren die Nomaden diesen modernen Zug schnell als Bummelbahn. Das Innere des ICE ähnelt auf eine gewisse Weise einem Flugzeug. Man hat den Eindruck, den Passagieren geht es meist nur um Distanzüberwindung. Was sonst? Um das Unterwegs-sein an sich? Vielleicht ist nicht einmal die Überwindung der Distanz das bestimmende Moment einer Fahrt im ICE. Die Fahrt wird häufig schon als Arbeitszeit benutzt, die Laptops stehen aufgeklappt auf den ausklappbaren Tischen, Internet-Zugang und damit Zugriff auf die E-Mails inklusive. Das Draußen, die Umgebung außerhalb der durchnummerierten Wagen, die Szenerie, die wir Durchreisende so gerne als Landschaft bezeichnen, scheint keine Rolle zu spielen. Sie funktioniert sogar kaum als Kulisse für die Fahrt. Da draußen scheint gar nicht mehr Welt zu sein, höchstens noch ein cartesischer Raum. Wenn die Umwelt ständig nur vorbeifliegt, dann lässt sie sich ja auch keines Blickes würdigen oder bewerten. Die Kulisse der Fahrt ist eher eine akustische, die Durchsagen des Service-Personals, die Handy-Gespräche anderer Passagiere. Weiterlesen

The Spirit of Frankfurt/Main

4 Jan

Frankfurt-Postkarte

Postkarte, Illustration von Klaus Holitzka

Stadterkundungen – The Dark Side: Urban Explorations

27 Nov

Urban Exploration könnte man einfach mit Stadterkundung übersetzen. Aber inzwischen meint man damit die gezielte Erkundung von bestimmten Einrichtungen des städtischen Raumes, die eigentlich weniger zugänglich sind und gemeinhin nicht die Sehnsuchtsorte eines gewöhnlichen Spaziergängers oder Exkursionisten darstellen.

Im Mousonturm

Im Mousonturm in Frankfurt, Mitte der 1980er Jahre (drei weitere Fotos vom Mousonturm am Ende dieses Beitrags).

Urban Explorer erkunden alte Industrieruinen, verlassene Häuser, Kanalisationen, Tunnel, Katakomben, Schächte, Dächer usw.! Warum machen die so etwas, das ist doch in der Regel sogar illegal? Ja, das ist es wohl, und man sollte nicht erwarten, dass man leicht Sondergenehmigungen bekommt, um solche Orte aufsuchen zu dürfen. Urban Explorers ignorieren die Verbotsschilder, suchen einen Eingang oder Durchgang. Wenn es nötig ist, schaffen sie sich Zugang.

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„My Zeil“ und das Sexiness von Shopping!

21 Nov

…die (nicht immer, aber immer öfter) wöchentlich erscheinende Rhein-Main-Kolumne:

Eine Stadt ist so sexy, wie ihre Einkaufszentren, oder? In Frankfurt auf der Zeil können bald, wenn die lüsternen, shopping-geilen Massen aus der B-Ebene der Hauptwache das Etablissement betreten, zur prallsten, erotischsten Drüse der Einkaufscity strömen. Das vom Star-Architekten Massimiliano Fuksas entworfene neue Shopping-Center hat eine Fläche von 80.000 Quadratmeter. Es soll am 26. Februar eröffnet werden. Das wird ein Paradigmenwechsel, eine Zeitenwende. Eine neue Dimension innerstädtischer Shopping-Erotik kündigt sich an, die quasi-sexuelle Befreiung des Konsums.
Die Zeil, jeder kennt sie – und auf eine mysteriöse Weise (vielleicht aus infrastrukturellen Gründen), ist sie unvermeidlich. Weiterlesen

„Vom Wandern“

5 Nov

Ich habe bereits mit meiner Version der Frankfurter Grüngürtelwanderung begonnen. Vier Stempel prangen bis jetzt in meinem Wanderpass: W1, W2, W3, N1.

Flugzeug über dem Frankfurter Stadtwald

Die notwendige basistheoretische Lektüre werde ich noch erwerben:

Grober, Ulrich (2006): Vom Wandern. Neue Wege zu einer alten Kunst. – Zweitausendeins. Frankfurt/Main.

Was ist der Sinn des Wanderns im 21. Jahrhundert? Was tue ich da eigentlich, wenn ich durch den Frankfurter Stadtwald wandere und, eines nach dem anderen, dröhnen die Flugzeuge im Landeanflug über mir, vollbepackt mit Passagieren, die ganz woanders ihre Zeit verbracht haben.
Ulrich Grober sei ein „Landschaftsflaneur„. Im gehe es darum, zu Fuß „eine neue Balance zwischen schnell und langsam, zwischen besehbaren und begehbaren Räumen“ zu finden. Das Buch sei „solide, gründliche Arbeit ohne Effekthascherei – Schwarzbrot für Wandergehirn. Da wird es für den Leser aber auch mal steinig und mühsam, es verlangt ihm Zeit und Geduld ab, weist gelegentlich Längen auf – wie eine richtige Wanderung eben. Und wie eine solche war es am Ende jede Anstrengung wert“ (Rezension in der Frankfurter Rundschau, Nr. 59 vom 10.03.2007, S. 39).

Die Künstlerin Laura Almarcegui fährt mit dem Fahrrad durch Frankfurt und sucht Wastelands und Leerstand

29 Okt

Zur Zeit streunert eine spanische Künstlerin durch Frankfurt. Die 1972 in Zaragoza geborene, derzeit in Rotterdam lebende Laura Almarcegui ist mit dem Fahrrad unterwegs und sucht bestimmte Orte. Wastelands – städtische Brachflächen, zum Abriss bestimmte Gebäude, Gebäude, die leerstehen. Solche Orte gebe es meist in der Nähe von Häfen, Bahngleisen oder gerade renovierten Vierteln. Ja, der Umbau zu einer Dienstleistungsmetropole geht einher mit Prozessen der Deindustrialisierung. Aber der Zwang zur ständigen Modernisierung und Neubebauung einer bereits etablierten Dienstleistungsmetropole lässt auch bestehende Bürogebäude dem Leerstand anheimfallen, in Frankfurt z.B. in Niederrad.
Die Brachfläche am Osthafen in der Nähe der Großmarkthalle, an der Deutschherrnbrücke und der Honsellbrücke, ist ein Produkt der Deindustrialisierung und fast schon als populär zu bezeichnen. Ein beliebter Ort für kleine Spaziergänge – nicht nur für die Bewohner des neuen, benachbarten Wohnviertels in der Eckhardtstraße und der Oskar von Miller-Straße. In diesem Gebiet hatte schon der Spaziergangswissenschaftler Bertram Weisshaar einen Spaziergang (siehe hier →→) durchgeführt, mit dem letztlich gezeigt wurde, dass der Frankfurter Grüngürtel hier keine ‚Landschaftslücke“ aufweist, sondern eigentlich durch diese Brachfläche bereits geschlossen ist. Brachflächen sind halt Baulücken, aber keine „Landschaftslücken“ In der Tat liegen die die Lücken im Frankfurter Grüngürtel ganz woanders.

Laura Almarcegui ist eine Verteidigerin dieser ungenutzten, urbanen Flächen, dieser undefinierten, verwilderten, verwahrlosten Orte. Sei seien das Gegenteil des von Stadtplanern erdachten Raumes, in dem alles eine Funktion habe, sich alles so schön zusammenfüge. Das Brachland passe nirgendwo hin, deshalb ist es für sie interessant. Es sei ein Stück Freiheit. Mit dieser Einstellung beginnen ihre außergewöhnlichen Kunstprojekte. Laura Almarcegui ist Gast des „Deutsche Börse Residency Programm„; für vier Wochen wohnt sie in der Stadt. Am Mittwoch, 5. November stellt sie im Frankfurter Kunstverein einige ihrer Projekte aus anderen Städten vor.

Quelle: „Brachland der Freiheit“ von Katharina Deschka-Hoeck, In Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 251, vom 27.10.2008, S. B 3.

Weitere Informationen über Laura Almarcegui im walking exhange (The WALKING EXCHANGE is an online discussion that parallels the WALKING AS KNOWING AS MAKING symposium.)

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