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Kulturalistische Botanik, Bühler & Rieger’s ‚Florilegium des Wissens’, Urban Gardening, Dominik Eulberg’s ‚Herbarium’, Pflanzensoziologie, Boas’ ‚Dynamische Botanik’, ‚Poison Ivy’, Capgras-Syndrom, sowie die häufigsten Pflanzenarten Mitteleuropas

12 Dez

Es gibt eine beträchtliche Zahl sog. ‚Kulturpflanzen’: Nahrungspflanzen, Faserpflanzen, Pflanzen, die uns Baumaterial, Medizin liefern usw. Das Leben der Pflanzen hat somit eine kulturelle Dimension. Das ist gewissermaßen die Makroperspektive: die Pflanze als Rohstofflieferant. Eine spektakuläre Ausblühung dieser Makro-Sicht ist die bei manchen sicherlich Anstoß erregende oder ein abgebrühtes Grinsen hervorrufende sog. „’Stoned Ape’-Theorie der menschlichen Evolution“ des amerikanischen Anthropologen, Ethnopharmakologen, Schamanisten (usw.) Terence McKenna (1946-2000): der regelmäßige, auch hochdosierte, Verzehr von halluzinogenen Pilzen als Stimulans religiöser Erfahrungen, gesellschaftsfördernder Sexualpraktiken, selbstbewussten Denkvermögens und letztlich auch als Katalysator für die Evolution der Sprache (siehe McKenna, T.: Food of the Gods. The Search of the Original Tree of Knowledge – A Radical History of Plants, Drugs, and Human Evolution. Bantam Books, New York, – auf Deutsch erschienen 1996: ‚Die Speisen der Götter. Die Suche nach dem Baum der Erkenntnis’). Ich bezweifle, dass diese Theorie inzwischen in die Standard-Lehrbücher über die Evolution und Stammesgeschichte des Menschen eingegangen sind. Das ist in diesem Zusammenhang jetzt auch nicht wichtig.

Aber denken wir jetzt mal an die Gärten: diese komplexen, vielschichtigen Assemblages im Schnittraum von Natur und Kultur, die kulturellen Konnotationen dieses so populären Ortes, die physiologischen und psychologischen Wirkungen der Gartenarbeit oder der puren Möglichkeit kindlicher Freizeit- und Freiraumgestaltung in einem vorhanden-zugänglichen Garten. Reiner, unverfälschter Utopismus des Apfelbaumgärtchens?

Der Apfel erweist sich als Allegorie menschlicher Kultur. Ob verhandelt wird, wie sein Genuss den Menschen aus dem Garten Eden vertrieb, durch ihn der ‚wilde Westen’ zivilisiert und kultiviert wurde, er mit seinem Fall auf den Kopf des Mathematikers, Physikers und Astronoms Isaac Newton die klassische Mechanik begründete oder die an ihm erfundene Kulturtechnik der Pfropfung das Gleiten der Signifikanten oder die Entstehung von Bedeutungsüberschüssen beschreibt. Der Apfel ist der Kern von Erzählungen darüber, wie der Mensch zu einem Kulturwesen wurde und sich kulturelle Prozesse vollziehen“ (Bühler, B. & S. Rieger: Das Wuchern der Pflanzen. Ein Florilegium des Wissens. Frankfurt 2009, S. 30).

Oder wissen Sie, welche Erwartungen an ‚Urban Gardening’ bzw. ‚Urban Agriculture’, ‚Urban Farming’ geknüpft werden (siehe z.B.: http://www.urban-gardening.eu/, http://urbanacker.net/ oder http://www.urbanfarming.org): „Urban farming’s mission is to create an abundance of food for people in need by planting, supporting and encouraging the establishment of gardens in unused land and space while increasing diversity, raising awareness for health and wellness, inspiring and educating youth, adults and seniors to create an economically sustainable system to uplift communities around the globe“.

Informieren Sie sich doch mal zum Beispiel über die Bedeutung von Urban Farming in Detroit (eine der am stärksten schrumpfenden, desaströsen Städte der USA). >>> Ja, es wird wieder in den Apfel gebissen, ein neuer Zyklus beginnt: die Wiedererschließung, -aneignung und -gewinnung von (Lebens-)Raum, in diesem Fall städtischer Brachen, wenn Sie wollen ‚Wildnisse’.

Und die etwas partisanenhaftere Version des Urban Farming: Guerilla Gardening –  die Invasion der Grünen Krieger bewaffnet mit Samenbomben (inzwischen auch bei Amazon erhältlich für 4,99 Euro) (siehe: Richard Reynolds & Max Annas: „Guerilla Gardening. Ein botanisches Manifest“ – Orange Press, Freiburg 2010 sowie http://www.guerrillagardening.org/, http://www.guerillagaertner.com/)

Dann die Parkanlagen, der Wald usw.  – Pflanzen sind auch Inspirationsquelle und ein nahezu unendlicher Fundus für menschliche Artefakte, z.B. Parkplatz- und Dachbegrünungen, Vasen, Dekorationsartikel, Namen, Illustrationen etc. Welchen Antrieb hat beispielsweise der Techno-Produzent Dominik Eulberg eines seiner Releases „Herbarium“ zu nennen mit den Tracks „Kriechender Günsel (Ajuga reptans)“ und „Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi)“? Eine verborgene unter Techno-DJs verbreitete tribalistische Struktur, der Glaube an Pflanzendevas (siehe Wolf-Dieter Storl: „Pflanzendevas – Die Göttin und ihre Pflanzenengel“ AT-Verlag, Aarau, CH, 1997) oder einfach nur eine gewisse Liebe zur Natur vielleicht verbunden mit einer langjährigen Mitgliedschaft im Nabu? Eulbergs Album „Heimische Gefilde“ wurde 2007 mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

Die Formulierung, dass es eine Kultur der Pflanzen gibt, mag trotzdem befremdlich anmuten, denn sie sind ja, gemäß unserer dualistischen Denkweise nicht Kultur, sondern Natur. Es gibt Lehrbücher der Pflanzensoziologie (Phytozönologie), – was den Nicht-Botaniker irritieren könnte. Weiterlesen

Im größten Schwarzkiefernforst Deutschlands (Volkenberg oberhalb Erlabrunn, Unterfranken)

25 Jun

Wo befindet sich die größte zusammenhängende Schwarzkiefern-Anpflanzung in Deutschland? Wahrscheinlich haben Sie Schwarzkiefer-Bäume schon einmal in einem Park gesehen, wo sie häufig und vielerorts angepflanzt werden. Oder Sie kennen diese submediterran-montane Kiefernart (Pinus nigra J.F. Arnold) vom Wanderurlaub in den Pyrenäen, auf Korsika oder dem Atlas-Gebirge. Vielleicht kennen Sie sogar die bekanntesten Schwarzkieferbestände, die zur Pecherei (Harzgewinnung) genutzten Bestände in Niederösterreich (mehr Infos s.u.).

Auch Anpflanzungen zu Forstzwecken, sind weit, fast weltweit, verbreitet. Im mittleren Südeuropa und auf der Balkan-Halbinsel ist die Schwarzkiefer die wichtigste Baumart für Aufforstungen. In einer „waldbaulichen Beurteilung der mitteleuropäischen Baumarten“ gehört die Schwarzkiefer zur Gruppe der „Baumarten auf Spezialstandorten verschiedener Höhenstufen“ [1]

Eine kleine Rundwanderung (ca. 2,5 h) führt von der Staustufe bei Erlabrunn (Unterfranken, Bereich Würzburg-Maindreieck) auf den Volkenberg (Beschreibung siehe Achim Muth: „Ein Wald für die Seele“, Wanderserie in der Mainpost: http://www.mainpost.de/regional/franken/Ein-Wald-fuer-die-Seele;art183497,6149262). Dort existiert die größte zusammenhängende Schwarzkiefernkultur Deutschlands. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so anmutet, ein Spaziergang durch diesen Forst hat seinen eigenen, fast exotischen Reiz. Kennt man Wälder der verbreiteten, natürlich vorkommenden Waldkiefer (Pinus sylvestris), scheint auf dem Volkenberg etwa nicht zu passen. Die Farbe der Borke, die graue Helligkeit? Natürlicherweise hat die Schwarz-Kiefer nördlich der Alpen nichts zu suchen. Die nördliche Verbreitungsgrenze des natürlichen Areals verläuft durch Österreich. Ihr eigentliches, stark zersplittertes Verbreitungsgebiet liegt im südlichen Europa, es kann als submediterran-montan gekennzeichnet werden[2]. Es erstreckt sich von Spanien und Marokko im Westen bis zur Türkei und Zypern im Osten.

Schon die graue Borke dieser Bäume fällt auf – im Vergleich zu der rötlich-braunen Borke der in Mittel- und Nordeuropa verbreiteten natürlich vorkommenden Wald-Kiefer, Pinus sylvestris). Junge Schwarzkiefer-Bäume besitzen eine bräunlich graue, schuppige Stammborke, die mit zunehmendem Alter aufreißt. Die dabei entstehenden Platten sind bei östlichen Herkünften, z.B. der Österreichischen Schwarzkiefer, die für Aufforstungen in Mitteleuropa verwendet wird, dunkler mit fast schwarzen Furchen gefärbt.[3]

Dass die Schwarzkiefer auch in Mittel- und Nordeuropa angepflanzt werden kann, liegt daran, dass sie nur geringe Ansprüche an den Standort stellt. Sie ist, wie andere Kiefernarten auch, lichtbedürftig und wächst gut bei Jahresniederschlägen von zwischen 600 und 1.020 mm. Sie verträgt Sommertrockenheit und ist kälteresistent (junge Bäume überstehen Temperaturen von bis zu −30 °C ohne Schäden). Gerade wegen ihrer Anspruchslosigkeit und ihrer Unempfindlichkeit gegenüber Luftverschmutzung wird sie fast weltweit als Forst- und Parkbaum angepflanzt. Wegen ihres kräftigen Wurzelsystems und der Unempfindlichkeit gegenüber Salzgischt wird sie auch als Windschutz an Küsten und als Erosionsschutz an Hanglagen angepflanzt.

Wesentliche Informationen über die Schwarzkiefer-Anpflanzungen in Unterfranken liefert Olaf Schmidt (o.D.): Die Schwarzkiefer in Unterfranken. In: LWF aktuell Nr. 20, hrsg. von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft:
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Ich bin bryophil – und du? Moosbestimmung mit der Lupe!

5 Jun

Die Moose (Bryophyta) gehören zu den sog. Kryptogamen; sie bilden also keine Samen aus. Moose wachsen in der Regel an solchen Standorten, die von Höheren Pflanzen nicht besiedelt werden können: Felsen, Borken, dunkle Standorte usw. Wir kennen Moose v.a. aus den Wäldern, wo sie auf Totholz, auf Bäumen, am Waldboden und auf Felsen wachsen. Wie grau und braun wären unsere Wälder im Winter ohne die Moose? Auch die noch erhaltenen Hochmoore in unserer Landschaft werden von Moosen gebildet. Torfmoose (Arten der Gattung Sphagnum) spielen eine wesentliche Rolle für die Entstehung, den Aufbau und die Funktion dieser Ökosysteme. Schließlich wachsen Moose noch auf Felsen und auf Mauern. Moose sind sogar fähig durch die Landschaft zu reisen“ (vgl. Hutsemekers, V.; C. Dopagne & A. Vanderpoorten: How far and how fast do bryophytes travel at the landscape scale? In: Diversity and Distributions 14, 2008, S. 483-492). Okay, man nennt das Ausbreitung und es handelt sich natürlich nicht um ein fröhliches, geselliges Gametophytenwandern, sondern es werden die Sporen verbreitet. Eine große Rolle spielt auch die vegetative Vermehrung.

Wir finden Moose aber auch im Inneren von Höhlen, im Lichtschein der Glühlampen, oder an noch ausgefalleneren Standorten:

Bryotop“ – Moos in der Toilette eines Kunst-Schauraums in Wiesbaden

Moos in der Kubacher Kristallhöhle

In den Tundren spielen Moose eine große Rolle hinsichtlich Artenzahl, Bedeckung, Phytomasse und Biomasseproduktion. Moose können bei tiefen Temperaturen (sogar unter 0° C) noch effektive Photosynthese betreiben. Auch Wüsten sind nicht grundsätzlich moosfrei. Es gibt ausgesprochen xeromorphe Arten, die zudem austrocknungsresistent sind. Eigermaßen vertraut bin ich mit den xerophytischen Moosen der Kanaren, die in küstennahem Sukkulentenbusch vorkommen. Aber auch bei den mitteleuropäischen Moosarten gibt es solche austrocknungsresistenten Arten. Vor allem Fels- und Baumbewohner können aus dem Herbar heraus nach Jahren noch durch Wiederbefeuchtung „wiederbelebt“ werden.
Als ausgesprochen moosreich gelten die Tropen. Allerdings sind sie in den tropischen Tieflandsregenwäldern nur gering vertreten. Mit steigender Meereshöhe (ab ca. 1000 m) steigt dann auch die Zahl der Moose und deren Biomasse an. Faszinierend sind v.a. auch die auf Bäumen und Ästen wachsenden Moose (Epiphyten), die besonders in den Nebelwäldern die Bäume sehr dicht überziehen können. Bestimmte Lebensformen (Hängemoose) kämmen hier den Nebel aus (ähnlich wie die Bartflechten) und spielen daher eine wichtige Rolle für den ökosystemaren Wasserhaushalt. Einen den tropischen Nebelwäldern ähnlichen Eindruck vermitteln einige sehr feuchte Bestände der kanarischen Lorbeerwälder. In den Tropen gibt es sogar epiphylle Moose, also Moosarten, die auf Blättern höherer Pflanzen wachsen. Vertreter dieser Spezialisten finden sich auch in den kanarischen Lorbeerwäldern (siehe: Boecker, M.; E. Fischer & W. Lobin: Epiphylle Moose von den Kanarischen Inseln (La Gomera und Teneriffa). – Nova Hedwigia 57 (1-2): 219-230, 1993.)

Moosbestimmung ist keine so einfache Angelegenheit. Nun gibt es ein neues Bestimmungsbuch, durch das es möglich sein soll mitteleuropäische Moosarten (Laub- und Lebermoose) mit der Lupe zu bestimmen:

Düll, R. & B. Düll-Wunder (2008) Moose einfach und sicher bestimmen. Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim (463 S. 19.95 Euro).

Immerhin 500 der etwa 1100 in Mitteleuropa vorkommenden Moosarten werden beschrieben. Weltweit sind etwa 16.000 Moosarten bekannt.

Dieses neue Bestimmungsbuch gehört in die Reihe, in der auch 2007 das Pilzbestimungsbuch „Grundkurs Pilzbestimmung. Eine Praxisanleitung für Anfänger und Fortgeschrittene“ von Rita Lüder erschienen ist. Ein informatives, reich bebildertes Buch, welches ich im vergangenen Herbst häufig benutzt habe.

Weitere deutschsprachige Literatur über Moose:

  • Frahm, J.-P. (2001): Biologie der Moose. Spektrum Akademischer Verlag.
  • Frahm, J.-P. & W. Frey (2002): Moosflora. 4. Aufl. Stuttgart (UTB).

Sehr informativ ist die Homepage der British Bryological Society.

Biogeographers ain’t doing ‚Dead Science. And Something about the Greatness of Blogs.

5 Mrz

To post in a weblog can be knocked off, quick and sometimes sloppy. Other people prefer Tumblelogs, because these are even faster. But there you find a different sort of posts (see for example tumblr.). I’ve just posted (Dead Science? A Biogeographers Call for More Blogging) summarising an article by the biogeographer Richard J. Ladle (Catching fairies and the public representation of biogeography, in: Journal of Biogeography 35, pp. 388-391, 2008). Then I thought: „Done, let’s blog more!„. Suddenly, things started – questions in mind, thinking about biogeography, bloggin‘ and Ladle’s article. So what I thought to be finished as appropriate, has turned out to be another starting point.
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Dead Science? A Biogeographer’s Call for More Blogging.

29 Feb

Is blogging an adequate cure for a „dead science„? The biogeographer Richard J. Ladle („Catching fairies and the public representation of biogeography“ in: Journal of Biogeography 35, 388-391) suggests that biogeography is not a vital discipline, because it is poorly represented in the public sphere. He realizes „a pressing need to close the gap between academic knowledge and understanding and the public perception of biogeography“ (p. 391) To promote biogeography he recommends weblogs (see also Let’s blog“ by Miguel B. Araújo in the International Biogeography Society Blog. Weiterlesen

Ecology Blogs?

12 Jan

I was asked for more ecology-weblogs and why I don’t list them in my blogroll.

Most ecology weblogs doesn’t suit to the objective of this weblog. But I am used to visit the ESA-Weblog (Ecological Society of America), the International Biogeography Society Blog and the Resilience Science-Blog. There you can find links to other ecology blogs. Here is a small list of ecology blogs, too. A very beautiful and interesting blog is [I’m a chordata, urochardata!].

If you know more interesting ecology or biogeography blogs, please let me know.

Strolling through ‚anthromes

12 Jan

You can find a new map of the biosphere recently released by ecologists here. The map is based on global patterns of ecosystem form and process created by humans (further information in the ESA-Weblog here):

Global data from satellites and land management statistics were used to map a new system of ‘anthropogenic biomes’, ‘anthromes’, or ‘human biomes’ that describe the biosphere as it exists today, the result of human reshaping of ecosystems. […] While not a replacement for existing biome systems based on vegetation and climate, anthropogenic biomes offer a new view of the terrestrial biosphere based on the irreversible coupling of human and ecological systems at global scale. This new model of the biosphere moves us away from an outdated view of the world as ‘natural ecosystems with humans disturbing them’ and towards a vision of ‘human systems with natural ecosystems embedded within them’.”

In an earlier post in this weblog (here) I have described the majority of human-altered ecosystems as the greyish-blue world in contrast and as a supplement to the conventional biomes (e.g. tropical rainforests or grasslands). Conventional biomes are based on vegetation structures related to climate (or fire and herbivores) – the so-called green world and black or brown world.

How to characterize anthropogenic biomes? Weiterlesen

Strolling through Hidden Sinks –the step to spirituality

5 Sep

We can consider forests, which I will present in a forthcoming post as hidden (carbon-) sinks in the context of global warming, as an ecological entity, so to speak an ecosystem, or a living resource. As a resource the forest ecosystem is utilizable, we can extract timber and so on. There are different paradigms describing resource use. They all relate to means of managing the resource. To characterize the resource-management schemes, we can use the concept of viewing them as points along a continuum (see Yaffee 1999). He describes the following natural resource management paradigms: the dominant-use paradigm and the multiple-use-paradigm. With the environmentally sensitive multiple-use paradigm, the ecosystem approach to resource management and the ecoregional management, the sphere of ecosystem management schemes have been entered. Mangel et al (1996, 350) have been referring to three paradigms describing resource use: The “conservation paradigm”, features the objective of conservation and maintenance of the resource. The “rationalization paradigm” is tagged with the objective of economic performance and productivity. The “social paradigm” stands for the objective of community welfare and social equity. Emphasizing forests as hidden carbon-sinks can be affiliated to any of these paradigms. We become aware of the positive effect of carbon sequestration, we realize the ecosystem function, and surely then we want to conserve the ecosystem. Certainly, it is rational to value this function as an ecosystem service. Moreover, we can try to correlate the fluxes and the storage of carbon with monetary flows and savings. The “healthier” forests are widespread, which act as carbon-sinks, the more costs we save. So let us protect the forests, let them grow and let them mitigate the climate warming. They help to maintain the human environment.

They are productive in many ways. Albeit the complexity of the carbon cycle and the factors underlying and influencing the function of forest ecosystems as carbon-sinks, we could ascribe spiritual values to this ecosystems.
Do we recognize this as an act of Gaia, a tool of the planet-sized organism called Earth; the forest ecosystems as an organ, the lung of Mother Earth? I am not really familiar with James Lovelock’s Gaia-Principle, for me it seems to be a hybrid of something mystical and something scientific intimately associated with a holistically-kybernetically moulded Earth System Science. Tim Flannery is building on Gaia, in the first chapter of his book The Weather Makers.

What I want to say, is that above this really scientific, systematic view of the carbon cycle and the ecosystem service of carbon sequestration, we can unshutter the window to the spiritual value-system of forests.
We can value forests, especially old growth forests after goods, services, information, and cultural, recreational, and scenic values. What about the spiritual values, asks Kathleen Dean Moore (in a recent article in Conservation Biology 21, 4)? The presence of spiritual values may be the best reason to conserve a forest. Yes, the carbon sequestration and other ecological characteristics are leading to strong arguments too. But Moore reminds us, that we, as scientists, often obscure the underlying assumptions, predispositions, motivations, value-systems, emotions and feelings, which altogether root and more or less colour, warm (and sometimes freeze) our scientific arguments. With her reflections, inspired from the H. J. Andrews Experimental Forest in the Oregon Cascades, she reminds us to throw a glance at us and our field work, to become aware of the field as a place, as a place connected with our biography and personality. And to make sense of places, when we think of them as a collection of meanings, beliefs symbols, values and feelings, we associate with particular localities (see Williams & Stewart 1998, 19). Jonathan D. Philipps (1999) refer to the “Field of Dreams”, acknowledging “the crucial role of faith and dreams, hinging on the claim that both reductionist and holist science constitute acts of faith”.

Like cultural values, e.g. recreational and scenic values, spiritual values have got the power to loft and enliven the human spirit. In the temperate rain forests of America’s Pacific Northwest, where Moore is living. “the old-growth groves speaks with uncommon power to the imagining and feeling part of the human mind. They have the power to make a person fall silent with wonder and gratitude, to deepen a person’s connections to the wellsprings of life and death and mystery.”
Moore apprehends the spiritual values as instrumental values, because of their usefulness to the sense of spiritual well-being of human beings. She asks, what are the qualities of old-growth forests? How to explain the utility of old-growth forests for human spiritual thriving?
The answer (in brief): They are old, tall, complex, unspoiled, quit and beautiful. She describes the continuity of ages, the aged trees and their saplings, pointing to the value in the awareness of the continuity of life. She refers to the great height of the trees, and the consequences of feeling below. She opens the complexity of the forest and finds intricate life-giving relationships. She enjoys the tranquillity, a transforming power, which dissociates from plunder outside, so we can rest and draw breath. The natural condition reminds us on sliding ecological and moral baselines.

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What can we learn form Moore’s strolls through these old-growth forests? Weiterlesen

Strolling through a Green World, or a Brown, Black or Greyish-Blue World?

20 Jun

The ecologist William J. Bond (in Journal of Vegetation Science 16, p. 261-266, 2005 „Large parts of the world are brown or black: A different view on the ‚Green World‘ hypothesis„) suggests asking these questions, when we next step into a grassland, savanna or shrubland: „What is the potential ecosystem here? Which consumers might prevent it from reaching climate potential? Which species exist in the assembly because of their ability to tolerate consumers? What are the key traits that enable them to do so?“At the beginning of his article he asks: „What are the primary determinants of vegetation types at a regional, or global scale? Why do forests dominate in some landscapes, grasslands in others? “ He insists that the usual answer is climate, especially availability of moisture and energy for plant growth. Soils modify plant available moisture and vary in nutrient supply and are also important regional determinants. This perspective is mentioned as the ‚green world‘ hypothesis. Polis (1999) argued that terrestrial vegetation is largely determinated by climate, locally modified by low-nutrient soils, with consumer-control sometimes occurring but localized in space and time.

Bond, contrary to Polis‘ analysis, believes that very large areas of the world are ‚consumer-controlled‘. He focuses on large mammals as biotic consumers (–> ‚brown world‘) and fire as an abiotic consumer (–> ‚black world‘). He draw upon Hairston et al. (1960) who proposed that patterns of vegetation are determined by consumption by animals. Herbivores are regulated by carnivores, pests and pathogens. If not, they would have major impacts on vegetation. Without this regulation „herbivore impacts would explode and the world would no longer be ‚green'“ (p. 261). According to Bond, this should be „a shock for a vegetation scientist, trained to analyse plant/soil/climate interactions as major structuring forces“. Weiterlesen