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Dunav

4 Okt

Entlang der Donau – Exkursion von Eva H. und Mi. W.

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Schottische Klischees und Topoi

13 Dez

Am Rand Europas‘, Blau-Weiß, Regen, Nebel, „Four Seasons in one Day“, Highlands, Munros (Berge höher als 3000 ft., 914 m ü.d.M.), ‚Scot’s Pine‘, Lochs, Schafe, Hochlandrinder, Clans, Dudelsack, Tartan, Kilts, Disteln, Ginster, Rhododendren, Macbeth, Steinkreise, Burg- und Klosterruinen, Highland Games, „Highlander“ (Kinofilm von 1986 mit Christopher Lambert und Sean Connery), „Braveheart“ (Kinofilm von 1995 mit Mel Gibson – überwiegend in Irland gedreht!); Innere und Äußere Hebriden, Shetland Islands, Orkney Islands, William Wallace und Robert Bruce, ein gewisser Hass auf England, ‚Auld Alliance‚, Maria Stuart (die Schottenkönigin), Jakob VI. (Maria Stuarts Sohn, später Jakob I. von England), ‚Bonnie Prince Charlie‘, Schlacht von Culloden (16. April 1746), Puritanismus, Geiz, „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ (Roman von Robert Louis Stevenson, 1886), James Macpherson (1736-1796, Schriftsteller „Ossianische Dichtungen“), James Boswell’s „Journal von einer Reise zu den Hebriden mit Samuel Johnson“ (1785), Sir Walter Scott (1771-1832, Schriftsteller u.a. „The Lady oft the Lake“), Balmoral Castle, Royal Yacht Britannia (im Hafen von Edinburgh), Robert Burns (1759-1796, Schriftsteller), ‚Burns Supper‘ (am 25.Januar), „Auld Lang Syne“ (eines der bekanntesten Lieder von Robert Burns), Whiskey, Haggis (gefüllter Schafsmagen), Loch Ness, „Nessie“, Mull of Kintyre (Titel eines Songs von Paul McCartney/Wings 1977), St. Andrews University, Golf, Pubs, Edinburgh, Glasgow, Glasgow Rangers vs. Celtic Glasgow, Rugby, Charles Rennie Mackintosh (einer der Begründer des Jugendstils), ‚Porridge‘, Shetland-Pony, Klonschaf Dolly, Edinburgh International Festival, „Trainspotting“ (Verfilmung des gleichnamigen Romans von Irvine Welsh 1996, Regie Danny Boyle)

Dreikneipeneck in Hamburg: gloria, plus und glanz

15 Mrz

Kennen Sie das Gefühl? Man geht in ein äußerst gut sortiertes Geschäft, z.B. eine Buchhandlung. So gute Auswahl, dass man ganz viel kaufen könnte – aber am Ende geht man raus und hat nichts gekauft. Im Schanzenviertel in Hamburg St. Pauli oder auf der Reeperbahn gibt es so viele gute Kneipen und Clubs; man stolpert von einer in die nächste, bis der Astra-l-Körper nach Hause muss. Und man hat sich über keine einzige Kneipe Notizen gemacht, noch nicht einmal deren Namen behalten.

In Hamburg-Eimsbüttel gibt es nicht so viele Kneipen (glaube ich zumindest) – außer ein paar klassische Eckkneipen. Es gibt dort aber an der Ecke Bellealliancestraße, Lindenallee eine Ecke mit drei Kneipen – ein Dreikneipeneck. Das „Gloria-Imperium“ (>>> http://www.gloriabar.de): gloria (mit der roten Chesterfield-Wand), plus (mit original alten Villeroy & Boch Kacheln aus der Gründerzeit) und glanz (Experimentierraum und Überlaufbecken).

Hamburg, Logfile – 11.-13.03.2011

15 Mrz

Freitag, 11.03.2011:

Hamburg Hauptbahnhof >> Hotel Am Holstendamm

► NEUSTADT zwischen Holstenwall, Neuer Steinweg, Westraße und Kaiser-Wilhelm-Straße; – ► Gängeviertel (:: http://das-gaengeviertel.info/)
Valentinskamp, Caffamacherreih, Dammtorwall, Dammtorstraße, ► Passagenviertel (zwischen Gänsemarkt und Rathausmarkt, Hanseviertel:: http://www.hanseviertel.de, usw.), Bleichenbrücke

► ALTSTADT ► Neuer Wall → Business Improvement District (:: http://www2.bid-neuerwall.de/) (siehe auch hamburg.de: Business Improvement Districts:: http://www.hamburg.de/bid-projekte/),
Rathausschleuse, ► Bucerius Kunst-Forum (:: http://www.buceriuskunstforum.de), ► Rathausmarkt, Gedenkstein, Alsterarkaden
Große Johannisstraße, ► Einkaufs-City um die Mönckebergstraße

Steintorwall, Glockengießerwall

► Hamburger Kunsthalle (:: http://www.hamburger-kunsthalle.de/)

>> Hauptbahnhof > U3 nach St. Pauli

NEUSTADT: ► Hauptkirche St. Michaelis („Michel“): Turmbesteigung (:: http://www.st-michaelis.de/), Krayenkamp ► Krameramtswohnungen,  Wincklerstraße,

Baumwall, Niederbaumbrücke, ► Kehrwiederspitze, ► Blick in die Speicherstadt, Wilhelminenbrücke, Am Sandtorkai, Sandtorhafen-Klappbrücke, Am Kaiserkai
► Baustelle der Elbphilharmonie Hamburg (:: http://www.elbphilharmonie-bau.de), Dalmannkai, Vasco-da-Gama-Platz, Am Kaiserkai, Magellan-Terrassen
► HafenCity Hamburg (:: http://www.hafencity.com/)

Großer Grasbrook, Kibbelsteg, Bei den Mühren, Neue Gröningerstraße, Willy Brandt-Straße

>> U-Bahnhof Meßberg: U1 bis Jungfernstieg > U2 bis Christuskirche

► EIMSBÜTTEL: Bellealliancestraße, Lindenallee

Altonaer Straße ► SCHANZENVIERTEL: Bartelsstraße, Schanzenstraße, Neuer Pferdemarkt

► Spaziergang durch ST. PAULI (zwischen Simon-von-Utrecht-Straße, Bernstorffstraße, Thadenstraße, Budapester Straße → Kleine Pause St. Pauli:: http://www.kleine-pause.de/)

► Reeperbahn (:: http://www.reeperbahn-hamburg.com)

Samstag, 12.03.2011: Weiterlesen

Kanarische Inseln, Heinrich der Seefahrer und portugiesische Entdeckungsfahrten

14 Mrz

Die vorkoloniale Geschichte der Kanarischen Inseln aus der Sicht Europas spielt sich in einem sowohl mythischen, als auch mehr oder weniger realen durch frühe Reiseberichte eher weniger gut dokumentierten Grenzbereich der damals bekannten Welt ab. Die Eroberungsgeschichte der Kanaren wurde vollzogen in einer Zeit, in der Portugal und Spanien im Zuge ihrer Entdeckungsfahrten um den Aufbau einer Weltherrschaft konkurrierten. Die Lage der Kanarischen Inseln, etwa 1200 km von der Iberischen Halbinsel und zwischen 100 und 500 km von der afrikanischen Nordwestküste Afrikas entfernt, ist in diesem Zusammenhang besonders markant. Die Eroberungsgeschichte der Kanaren lässt sich als eine Generalprobe für die Eroberungen der großen Indianerreiche in Mittel- und Südamerika lesen.

Nautische Karte der Westküste Afrikas, Madrid 1896 (Quelle: http://www.sahara-mili.net/afondo/mapas/CostaAOE1896g.jpg)

Der Genuese Lancelotto Malocello (1270-1336) entdeckte im Zuge einer Entdeckungsfahrt, die von Lissabon ausging und das damalige Ende der europäischen Welt an der westafrikanischen Küste lag erforschen sollte, 1312 die Kanarischen Inseln wieder, die bereits in der Antike bekannt waren. Angeblich hielt er sich dann fast 20 Jahre auf Lanzarote auf. Nach seiner Rückkehr erschienen bald eine Seekarte (Karte des Dulcert 1339), auf der die beiden Ostinseln eingezeichnet waren. Im Jahr 1341 berichtete der Genuese Niccoloso da Recco von einer Erkundungs- und Beutefahrt im Auftrag des portugiesischen Königs Alfons IV., bei der alle Inseln des Archipels geortet wurden. In der Folgezeit stritten Portugal, Aragonien und Kastilien um den Besitz der Kanaren. Im Jahr 1479 wurde sie Kastilien zugesprochen.

Unter Prinz Heinrich (1394-1460), Sohn des portugiesischen Königs Johann I. (Dom João I, 1357-1433) wurden Entdeckungsfahrten in den Atlantik entlang der afrikanischen Küste organisiert. Zwischen 1419 und 1425 entdeckten portugiesische Seefahrer Porto Santo und Madeira, die auf Bestreben des Prinzen Heinrich von Portugiesen besiedelt wurden. 1427 folgte die Entdeckung der Azoren. Beide Inselarchipele gehören seitdem zu Portugal.

Prinz Heinrich, der später „der Seefahrer“ genannt wurde, studierte sein Leben lang antike Reiseberichte, Kosmographie und Astronomie. Er gründete 1420 eine berühmte Seefahrerschule. Sein Vater König João ließ eine starke Kriegsflotte bauen, um über die Straße von Gibraltar hinweg zu expandieren und die reichen Städte Nordafrikas zu erobern. 1415 nahm Heinrich an einer Expedition gegen Ceuta teil. Die Stadt wurde erobert, und man sagt, Heinrich hat, als er die Schätze und den Reichtum der Stadt erblickt hat, den Entschluss gefasst die Herkunftsorte der Reichtümer ausfindig zu machen, die dort seit Jahrhunderten gehandelt werden: Gold, Elfenbein, Straußenfedern, Ebenholz, Pfeffer usw.. Er zog Erkundigungen ein, und man erzählte ihm, hinter der Wüste, seien die Schätze zu suchen. Weiterlesen

Dort — Kaffee und Tee

5 Mrz

… Berlin

Island Studies Internet Resources

1 Mrz

Island Studies Internet Resources – Linkliste

Exkursion Berlin, 17.02.-20.02.2011, Logfile d

26 Feb

Sonntag, 20.02.2011

S-Bahnhof Warschauer Straße >> S-Bahn nach Ostkreuz >> S-Bahn nach Tempelhof

► Flughafen Berlin-Tempelhof: bis zum 30. Oktober 2008 neben Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld einer von drei Verkehrsflughäfen Berlins; einer der ersten Verkehrsflughäfen Deutschland mit Linienverkehr seit 1923 (in den 1930er Jahren mit seinem Verkehrsaufkommen noch vor Paris, Amsterdam und London an der Spitze des europäischen Flugverkehrs). 1934 Planung einer Erweiterung durch den Architekten Ernst Sagebiel. 1936-1941 Bau des Flughafengebäudes (mit einer Bruttogeschossfläche von 307.000 m² für zwei Jahre das flächengrößte Gebäude der Welt, Gesamtlänge des bogenförmigen Teils ca. 1,2 km. Mit dem neoklassizistischen Neubau wurden erstmals alle Anforderungen eines modernen Großflughafens in einer architektonischen Gesamtform mit getrennten Funktionsebenen für Ankunft, Abflug, Post- und Frachtverkehr organisiert. Die in der Gebäudeanlage verwirklichte funktionale Komplexität (Ebenentrennung sowie zahlreiche – erst heute allgemein übliche – Sekundärfunktionen wie Hotels, Kongresszentrum, Großrestaurants, Verwaltungen) war zum Zeitpunkt der Entstehung als Flughafen einzigartig und ist in zahlreichen Bestandteilen Vorbild für moderne Flughafenanlagen geworden. Der englische Architekt Lord Norman Foster bezeichnete den Flughafen daher im Jahr 2004 als die „Mutter der modernen Flughäfen“
Eine technische Meisterleistung ist die über 40 m weit auskragende stählerne Dachkonstruktion entlang des Flugsteigs. Das Flughallendach war ursprünglich auch als Tribünenbereich für mehr als 100.000 Zuschauer gedacht (während der Nazi-Diktatur bei Flugschauen zu den Reichsflugtagen).
1947 wurde Tempelhof ein amerikanischer Militärstützpunkt (Tempelhof Air Base) In den 1950 er Jahren zunehmende zivile Nutzung. 1975 Ende des zivilen Luftverkehrs in Tempelhof, 1985 Wiedereröffnung v.a. für den Geschäftsreiseverkehr.
Bereits der erste Flächennutzungsplan des wiedervereinigten Berlins aus dem Jahr 1994 sah im Gegensatz zum Flughafen Tegel eine Umwidmung des Flughafengeländes mit zukünftiger Nutzung als Gewerbe-, Wohn-, Park-, Sport- und Sonderfläche vor. Im sogenannten „Konsensbeschluss“ einigten sich 1996 Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann (CDU), Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) und Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) auf den Neubau eines Großflughafens ‚Berlin Brandenburg International’ (BBI), in dessen Folge auch die Schließung der innerstädtischen Flughäfen Tempelhof und Tegel vereinbart wurde.
Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat am 5. März 2008 als Folgenutzungskonzept für das Flughafengelände das städtebauliche Projekt Tempelhofer Freiheit vorgestellt. Die Grundlage bildete das 1998/1999 erarbeitete Planungskonzept Vom Flughafen zum Park der Luftbrücke. Darin vorgesehen ist die Einrichtung eines Tempelhof Forum THF für Kultur-, Medien- und Kreativwirtschaft im denkmalgeschützten ehemaligen Flughafengebäude und den südlich anschließenden befestigten Vorfeldflächen. An den Rändern des ehemaligen Flugfeldes sollen neue Wohnanlagen der Stadtquartiere Tempelhof (westlich bis südlich), Neukölln (östlich) und dem nordöstlichen neuen Columbiaquartier entstehen. Dazwischen soll die rund 220 Hektar große unbebaute Grünfläche des ehemaligen Flugfeldes als Parklandschaft mit Freizeitmöglichkeiten erschlossen werden.
Nachnutzung insbesondere als Messestandort und für Event-Sportevents.
Seit Mai 2010 ist das ehemalige Flugfeld als Tempelhofer Park für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Jahr 2017 soll auf dem Gelände die Internationale Gartenschau stattfinden.

Quelle: Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Flughafen_Berlin-Tempelhof; → siehe auch: „Zurück in die Zukunft“ (zur Geschichte des Tempelhofer Feldes und Flughafens Tempelhof:: http://www.jedelsky.de/flughafen_tempelhof/index_2.html; Zentralflughafen Tempelhofer Feld:: http://www.zentralflughafen-tempelhof.de/

Tempelhofer Damm

► Platz der Luftbrücke: 1948 diente der Flughafen Tempelhof während der Blockade West-Berlins dem Transport von Verpflegung und Gütern für Berlin per Flugzeug. ► Luftbrückendenkmal („Hunger-Harke“ – ein weiteres Denkmal baugleicher Art befindet sich beim Flughafen Frankfurt.)

U-Bahnhof Platz der Luftbrücke >> U6 zum Hallesches Tor >> U1 zum Kottbusser Tor
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Exkursion Berlin, 17.02.-20.02.2011 – Logfile c

25 Feb

Samstag, 19.12.2010

S-Bahnhof Warschauer Straße >> Fahrt mit der S-Bahn zum Ostkreuz >> S-Bahn nach Adlershof

► Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Berlin-Adlershof
Entwicklung des Areals westlich der Straße Adlergestell als Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien (WISTA:: http://www.adlershof.de/), seit 1991 mehr als 800 Unternehmen mit ca. 14.000 Mitarbeitern, auch sechs naturwissenschaftliche Institute der Humboldt-Universität. Die WISTA-Management GmbH ist für den Betrieb und die Weiterentwicklung des Wissenschafts- und Technologieparks verantwortlich. Zu ihren Aufgaben gehören Kommunikation und Marketing, Förderung von Technologiefeldern und Akquisition.
1909 eröffnete der erste deutsche Motorflugplatz in Johannisthal-Adlershof, der schnell international bekannt wurde. Es bildete sich ein Zentrum mit Unterkünften, Produktionshallen, Fliegerschulen, und vielen namhaften Konstrukteuren und bekannten Fliegern. 1912 wurde die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL), der Vorgänger des heutigen Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), in Adlershof gegründet.
Nach 1945 wurde in Adlershof die Akademie der Wissenschaften der DDR angesiedelt, die viele Institute der angewandten Forschung beherbergte. Auch das Fernsehen wurde am Standort platziert (Fernsehzentrum Adlershof). Hinzu kam das Wachregiment Feliks Dzierzynski. Es wurde ein Radioteleskop mit 36 Meter Durchmesser errichtet und einige Forschungsinstitute angesiedelt.
Mit dem Untergang der DDR wurden die Betriebe fast vollständig abgewickelt, und die Betriebsgelände waren plötzlich weithin ungenutzt. So entstand der Plan, die bestehenden Einrichtungen und verbliebenen Institute in eine neue integrierte Landschaft aus Wissenschaft und Wirtschaft einzubinden. Ein markantes Symbol dieser neuen Landschaft ist heute das BESSY-II Elektronensynchrotron, errichtet zwischen 1993 und 1997.
► Rundgang über das Gelände: Kugellabore (unter Denkmalschutz = „Akademiebusen“), Aerodynamischer Park mit Großem Windkanal, Trudelturm und Motorenprüfstand, BESSY-II Elektronensynchrotron sowie zahlreiche Unternehmens- und Institutsgebäude

S-Bahnhof Adlershof >> Fahrt mit der S-Bahn nach Grünau

► Gartenstadt Falkenberg („Tuschkastensiedlung“): Wohnsiedlung in Berlin Bohnsdorf, eine von sechs Wohnsiedlungen der Berliner Moderne (UNESCO-Liste des Weltkulturerbes seit 2008). Die Gartenstadt Falkenberg ist die älteste dieser sechs Wohnsiedlungen. Sie ist noch der Gartenstadtidee und dem damit verbundenen Baugenossenschaftlichen Siedlungs- und Lebensmodell verpflichtet. Beauftragt mit dem Bebauungsplan wurde der Architekt Bruno Taut. Von der gesamten Planung wurden im ersten Bauabschnitt um den Akazienhof lediglich 34 Wohnungen und im zweiten Abschnitt am Gartenstadtweg 93 Wohnungen realisiert. Wirtschaftliche Schwierigkeiten und der Erste Weltkrieg unterbrachen die Bautätigkeit. Besondere Kennzeichen: die intensive Farbgebung und die abwechslungsreiche Gestaltung der Straßen und Plätze

→ Siehe auch Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Gartenstadt Falkenberg – Tuschkastensiedlung:: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/denkmal/denkmale_in_berlin/de/weltkulturerbe/siedlungen/falkenberg.shtml

→ Siehe auch: Berlin:street. Berlin für Neugierige: Spaziergänge in Berlin in den 90er Jahren, von Diether Huhn: Von Altglienicke nach Grünau:: http://www.berlinstreet.de/3924

S-Bahnhof Grünau >> Fahrt mit der S-Bahn zum Baumschulenweg >> Fahrt mit dem Bus zur Blaschkoallee
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Exkursion Berlin, 17.-20.02.2011- Logfile-b

24 Feb

Freitag, 18.02.2011

Fahrt mit der Straßenbahn M20 zum Frankfurter Tor, U-Bahn bis Schillingstraße (mit historischen Fotos im Bahnhof

Karl Marx-Allee ► ‚Mocca-Milch-Eisbar“ (siehe Beitrag in der Berliner Zeitung vom 27.02.1996:: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1996/0227/lokales/0113/index.html)

► Café Moskau (mit dem Mosaik „Aus dem Leben der Völker der Sowjetunion“ und dem Sputnik in Originalgröße auf dem Dach)

Die ehemalige Nationalitätengaststätte Restaurant Moskau, gegenüber dem Kino International auf der Nordseite der Karl-Marx Allee gelegen, ist nach einem Gestaltungskonzept entwickelt, das auf Transparenz, Ornamentlosigkeit und der Durchdringung von Innen und Außen ausgerichtet war. Joseph Kaiser entwarf einen nach Süden zu einem umfriedeten Architekturgarten offenen, zweigeschossigen Atriumbau, dessen auskragendes Obergeschoss hinter einer raumhohen Panoramaverglasung ursprünglich ein Konzertcafé und eine Teestube aufnahm. Das durchlaufende Fensterband wird lediglich über der Ecke am Haupteingang durch eine offene, ‚schwebende’ Gitterstruktur aus Stahlbeton unterbrochen. Dort ist ein kleiner Vorplatz in die Gebäudekubatur eingeschnitten, der von einem ungewöhnlich großen (9 x 15m), von Bert Heller 1960 entworfenen Wandmosaik mit dem Titel „Aus dem Leben der Völker der Sowjetunion“ bestimmt wird. Ein Sputnik-Satellit kündet auf dem Mosaik wie auch als 1:1-Modell auf einer Stele über der Ecke die Botschaft vom technischen Fortschritt des sowjetischen Volkes. Die Leichtigkeit des Obergeschosses wird noch verstärkt durch die umlaufende Leuchtreklame mit dem Namenszug nach Entwurf des Grafikers Klaus Wittkugel.

Quelle: Denkmaldatenbank der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (http://www.stadtentwicklung.berlin.de/cgi-bin/hidaweb/getdoc.pl?LIST_TPL=lda_list.tpl;DOK_TPL=lda_doc.tpl;&KEY=obj%2009011370,T,003)

► Filmtheater International

„Das 1961-1963 nach Entwürfen von Josef Kaiser errichtete Kino International ist das markanteste Gebäude im II. Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee. Seine städtebaulich herausgehobene Stellung im Zentrum des neuen Wohnkomplexes gegenüber der Einmündung der Schillingstraße ist besonders vor dem Hintergrund der Fassade des zehngeschossigen Hotels Berolina effektvoll inszeniert worden. Die gegenüber dem ebenfalls von Josef Kaiser 1960-1962 erbauten ‚Kino Kosmos’ im älteren Abschnitt der Karl-Marx-Allee ‚fast monumentale Außenarchitektur’ zeigt deutliche Bezüge zu zwei der wichtigsten Theaterneubauten im Westteil Berlins, dem Kino ‚Zoo-Palast’, 1956-1957 von Schwebes und Schoszberger, und der Deutschen Oper, 1956-1961 von Fritz Bornemann.
Kaiser entwickelte ausgehend von der Form des Zuschauerraums einen durch seine Funktionsbereiche gegliederten Baukörper, dessen Höhe von 15 Metern durch den städtebaulichen Entwurf vorgegeben war. Der mächtige Kinosaal als wesentliches Element des Gebäudes liegt auf einem niedrigen Sockelgeschoss mit Kassen- und Garderobenhalle. Die geschwungene Parkettlinie des Saalkörpers und ein Materialwechsel trennen die beiden Geschosse. Der Kinosaal mit großzügigem Foyer kragen stützenfrei neun Meter über das Erdgeschoss. Die verglaste Vorderfront öffnet sich zur ‚Verkehrsflut der Karl-Marx-Allee’. Die Gleichbehandlung der Fußboden- und Wandflächen auf dem überdeckten Vorplatz unterhalb des Foyers und die Transparenz des Eingangsbereichs charakterisieren das Gebäude als ein „offenes Haus“.
Die drei fensterlosen Wände des Erdgeschosses nehmen ein aus nur zwei Formen entwickeltes, bewegtes Bildhauerrelief auf, in das 14 Betongussplatten mit dem Titel „Aus dem Leben heutiger Menschen“ integriert sind. Die künstlerische Konzeption der Seitenfassaden lag bei Waldemar Grzimek, Karl-Heinz Schamal und August Schievelbein.“

Quelle: Denkmaldatenbank der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (http://www.stadtentwicklung.berlin.de/cgi-bin/hidaweb/getdoc.pl?LIST_TPL=lda_list.tpl;DOK_TPL=lda_doc.tpl;&KEY=obj%2009011370,T,003)

► Blick auf das Hochhaus „Haus des Reisens“ (siehe anderes Berlin.de: Alexanderplatz: DDR-Bauten:: http://www.anderes-berlin.de/html/die_ddr-bauten.html), im 12. und 15. Stock der club weekend::http://www.week-end-berlin.de)

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Exkursion Berlin, 17.02-20.02.2011 – Logfile-a

22 Feb

Donnerstag, 17.02.2011

Ankunft in Berlin Ostbahnhof um 12.32 Uhr

Mühlenstraße Richtung Oberbaumbrücke ► East Side Gallery (::: http://www.eastsidegallery-berlin.de/)

Blick auf die O2-World-Arena (:: http://www.o2world-berlin.de), Warschauer Straße (Brücke über die Gleise) Blick auf das RAW-Gelände (ehemaliges Betriebsgelände des „Reichsbahnausbesserungswerkes Berlin Revaler Straße“),

Helsingforser Straße → Sunflower Hostel (:: http://www.sunflower-hostel.de)

Rundgang durch Friedrichshain:

Helsingforser Platz, Revaler Straße, Warschauer Straße bis zum Frankfurter Tor ► Karl-Marx-Allee (Informationsportal zur Karl-Marx-Allee:: http://kma-portal.de/kma/s.html), Günter Peters: „Nationale, klassizistische und fortschrittliche“ Bautradition. Zur Baugeschichte der Berliner Stalinallee 1949-19556, in: Berlinische Monatschrift Heft 3/2001:: http://www.luise-berlin.de/bms/bmstxt01/0103prof.htm).

Frankfurter Allee, Mainzer Straße, Gärtnerstraße ► Boxhagener Platz Weiterlesen

Exkursionen nach Stuttgart – Logfile

16 Dez

Hauptbahnhof: Turmforum Ausstellung Stuttgart 21 (siehe auch: Bahnprojekt Stuttgart-Ulm (Das neue Herz Europas); Schlichtung Stuttgart 21; Informationsseiten der Landeshauptstadt Stuttgart zum Bahnprojekt Stuttgart-Ulm; Pro Stuttgart 21; K21 – ja zum Kopfbahnhof/Nein zu Stuttgart 21

Hauptbahnhof (siehe auch: Der Stuttgarter Hauptbahnhof. Ein Meisterwerk der Architektur)

Hindenburgbau K.-G-Kiesinger-Platz ::: Verwaltungszentrum der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) Baugebiet A1 – Stuttgart 21 ::: Pariser Platz: „Bibliothek des 21. Jahrhunderts“ ( siehe auch: Stadtbücherei Stuttgart > Die neue Bibliothek)
Warschauer Straße :
:: Verwaltungssitz der Baden-Württembergischen Bank

Heilbronner Straße, Wolframstraße Am Schlossgarten ::: Mittlerer Schlossgarten (siehe auch: Rosenstein und Schlossgarten Stuttgart) Weiterlesen

Sort (Lleida), Katalonien

18 Nov

Als die Gymnasiallehrerin Tina Bros in einer abbruchreifen Schule ein verborgenes Tagebuch findet, ahnt sie nicht, dass sie damit alte Leidenschaften, Hass und Rache neu entfacht. Was hat sich wirklich in dem kleinen Ort in den Pyrenäen abgespielt, am 18 Oktober 1944, als der damalige Dorfschullehrer in der Kirche ermordet wurde? ….“ (Umschlagtext von Jaume Cabré: Die Stimmen des Flusses, Suhrkamp, Frankfurt 2008).

Sort ist heute die Hauptstadt der Comarca Pallars Sobirá. Die Kleinstadt liegt 692 m über dem Meeresspiegel am Fluss Noguera Pallaresa. Dieser ist ein 154 km langer rechtsseitiger Zufluss des Segre, der wiederum in den Ebro fließt. Sort hat 2.382 (2009) Einwohner, im Jahr 1930 waren es 930 Einwohner, 1940 nur 800. Zu Sort gehören die eingemeindeten Dörfer (in Klammern die Zahl der Einwohner): Altron (56), La Bastida de Sort (32), Bernui (13), Bressui (19), Castellviny (3), Enviny (28), Llarvén (14), Llessui (115), Montardit de Dalt (36), Olp (47), El Pujalt (31), Montardit de Baix (106), Seurí (22) und Sorre (14).

Wie zu erwarten, beauftragte Maite, die Direktorin der Schule von Sort, Tina Bros damit, nach Torena hinaufzufahren und ganz offiziell in dem Gerümpel im alten Schulgebäude zu stöbern“ (J. Cabré: Die Stimmen am Fluss, S. 21). Ein Dorf namens Torena existiert nicht in der Povinz Lleida (vgl. http://www.todopueblos.com).

Sort bedeutet auf Katalanisch ‚Glück’. Deshalb zieht der Ort eine große Anzahl Touristen aus ganz Spanien an, die dort Lose für die jährliche Weihnachtslotterie kaufen. Angeblich gibt es sogar überdurchschnittlich viele Gewinner unter den in Sort verkauften Losen.
Das in einem alten Gefängnis untergebrachte Museum „El Camí de la libertat (Der Weg der Freiheit), widmet sich seit der Erinnerung an die vielen hundert Menschen, die auf ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten während des II. Weltkrieges durch Sort kamen.

Auf der Internetseite La Vall d’Àssua i El Batlliu (Un paisatge de novel-la), kann man sich die folgende Karte herunterladen, in der literarische Rundwanderungen eingezeichnet sind:

Ein Spaziergangswettbewerb von metastadt anlässlich des zweiten Geburtstages von stadtstadtstadt

14 Okt

metastadt gratuliert stadtstadtstadt zum Geburtstag mit einem Wettbewerb. Gesucht wird dein schönster Stadtspaziergang. Jeder spaziergang mit stadtrelevantem inhalt kann an dem Wettbewerb teilnehmen. Weitere Infos hier.

„Egal ob Rundgang zu Sehenswürdigkeiten, auf der Suche nach der Wildnis, einer Expedition in unbekannte Gefilde, Stadtforschung, Landschaftsbildung, themenbezogene Spaziergänge oder Rundgänge zu Gerüchen oder schönen Klängen, Reisen im eigenen Zimmer, Stadtspiel etc. Jeder Spaziergang mit stadtrelevantem Inhalt kann an dem Wettbewerb teilnehmen.

Zu gewinnen gibt es einen ersten und zwei zweite Preise. Der erste Preis ist die gemeinsame Durchführung des Spaziergangs in Absprache mit dem Gewinner. Der Spaziergang wird auf metastadt publiziert und von uns dokumentiert. Am Ende werden die Bilder, Filme, Zeichnungen und sonstigen Materialien in Form eines pdf-Magazins in die Spaziergangsdatenbank aufgenommen. Die zwei zweiten Preise sind die Aufnahme der Spaziergänge in die Datenbank und ein erweiterter Blogeintrag dazu.

metastadt freut sich auf eure Einreichungen, nach Möglichkeit als pdf-Dokument mit Betreff „spaziergangswettbewerb“ an stadtstadtstadt bei [@] web.de. Die Beschreibung kann gerne mit Bildern sein, sollte aber den Umfang von zwei DIN A4-Seiten nicht überschreiten. Einsendeschluss ist der 31.10.2010

Stuttgart 20 bis 21

19 Mrz

Stuttgart ist eine herausragende Stadt, und für die Spätzle-Metropole hat man viel vor. Sie wird gewappnet, ja für das 21. Jahrhundert infrastrukturell geradezu aufgerüstet, damit sie eine bedeutende Rolle spielen kann auf einer für das zusammenwachsende Europa überaus wichtigen bedeutenden Ost-West-Magistrale zwischen Paris und Budapest (oder war’s Bratislava?). Das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm und damit in Zusammenhang Stuttgart 21: Das riesige Gleisfeld vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof soll in den Untergrund verlegt werden, um ein richtungsweisendes Brownfield Development in Angriff nehmen zu können. Der Führer, hier die Deutsche Bahn und die Stadt Stuttgart, baut dort den Klonen eine Stadt. Im Turm des Stuttgarter Hauptbahnhofs (ein bemerkenswertes Gebäude) wird das alles auf mehreren Etagen der Öffentlichkeit im Rahmen einer das städtebauliche Projekt begleitenden Ausstellung vorgestellt. Die zukünftigen Bewohner des neuen Stadtteils werden dort ihre Vision vom Leben und Arbeiten in einer Metropole des 21. Jahrhunderts verwirklichen können. Ein schnuckliges DITK-Pärchen (Double Income Two Kids) lächelt mir glückselig und (finanziell wie sexuell) zufrieden aus einer Video-Präsentation entgegen. Das Söhnchen (Grundschule fertig, leider nur Empfehlung für Realschule. Das Leben kann trotzdem so schön sein, fantasiere ich, immerhin hat die ältere Tochter gerade ein Auslandssemester an der London School of Economics vor sich); das Söhnchen jedenfalls schaut in der Videopräsentation fasziniert vom Balkon des bunten, mehrstöckigen Solitärbaus auf das begrünte Nicht-Mehr Gleisfeld hinunter. Ein anderer Gutverdiener spielt mit seinem Sohn in der neuen Parkanlage Fußball, während seine Latte im Glas kalt wird.
Der unterirdische Bahnhof wirkt in der Simulation eher wie eine Raumstation, in der die ICE’s einschweben, um dann wieder zu den interstellaren Außenposten zu entgleiten. Tatsächlich wird es dann für die meisten lediglich schneller zum Frankfurter Flughafen, nach Ulm und wohin auch immer gehen. Auch die Tagespendler werden wertvolle Minuten sparen können. Prachtvolles Projektmarketing, mediengestählte Volksdidaktik. Nach der Ausstellung kann man auf der Aussichtsterrasse des Bahnhofsturms unter dem sich drehenden Mercedes-Stern schon mal beim Blick durch den Maschendrahtzaun die metropolitane Zukunft visionieren. Leider war es verdammt kalt, windig und tiefgrau bewölkt gewesen, so dass mir das Utopieantizipieren eher schwer gefallen ist.
Nein, im Ernst, ich freu mich drauf, und der ironische Ton ist auch nicht auf das Projekt an sich, sondern nur auf die Art der Ausstellung gerichtet. Vor mir auf dem Schreibtisch liegt eine dieser Wackelpostkarten, die mir die Transformation eines grauen vergleisten Eisenbahngeländes in ein innerstädtisches durchgegrüntes Arkadien vor Augen führt. — Reiseandenken.

Ich bin begeistert von Stuttgart gewesen. Als ich das letzte Mal dort war, vor ca. 15 Jahren, hat mir die Stadt nicht so gut gefallen. Stuttgart hat einiges zu bieten: Außerhalb der Innenstadt ausgedehnte Gewerbe- und Industriegebiete wahrhaft imposanten Ausmaßes. Auch das ist nicht ironisch gemeint, ich mag Gewerbegebiete, ich gehe dort gerne spazieren. Weiterlesen

Autoerotik in der Vorhölle – am Strand.

8 Okt

Sol y Playa’ – das ist und bleibt das herrschende Paradigma des Massentourismus. Wenn wir eine autoerotische Dimension des Sonnenbadens bedenken, dann wird schnell klar, warum das Mitanpacken bei der Olivenernte niemals die Attraktivität des ausgedehnten Sonnenbadens am Strand verdrängen kann. Zunächst einmal die Sonne, die pure Sonne und der regungslose Körper (nicht die Sonne über der Ölbaumplantage, die auf die Landarbeiter hinabscheint) auf einem Handtuch an einem Sandstrand (mit dem Meer in unmittelbarer Nähe). Diese Sonne am Strand repräsentiert die erste, die elementare Qual. Aus dem Schutz der Gebärmutter wird der Neugeborene in das gleißende Licht verstoßen. Es beginnt die Lust und die Qual des Daseins. Sich einen ganzen Tag lang und mehrere Tage hintereinander passiv an einem Strand in der Sonne aufzuhalten ist eigentlich eine Quälerei, die von denen, die es immer wieder praktizieren, als eine wohltuende Lust empfunden wird, die masochistische Elemente hat. Die Autoerotik des Sonnenbadens hat aber auch eine seduktiv-sadistische Dimension: „Wenn ich bzw. wir das machen, den ganzen Tag einfach so in der prallen Sonne liegen, dann kannst du das auch. Komm zieh dich aus und leg dich hin; versuch nicht an die Hitze und die UV-Strahlung zu denken; am Abend wirst du dich gut fühlen – und nach dem Urlaub wird jeder deine braungebrannte Haut bewundern.“ SonnenbaderInnen freuen sich auch daran, oder fühlen sich zumindest in ihrem Tun bestätigt, wenn andere in der Sonne offensichtlich mehr leiden, als man selbst, oder gar einen kräftigen Sonnenbrand abbekommen haben. „Der macht was falsch, aber ich mach alles richtig.“ Eine exhibitionistische Komponente spielt, genauso wenig wie in der Sauna, keine Rolle (vielleicht an FKK-Stränden). Wenn es so wäre, müssten sich die meisten Sonnenanbeter schämen – wegen ihrer Figur, ihrer Statur, ihrer Fettleibigkeit, wegen ihrer schlechten Tätowierungen usw.. Man stellt sich aber nicht im Kollektiv zur Schau, sondern man teilt in der Masse seine autoerotischen Lustgefühle im quälenden Sonnenbad. Der Unterschied zur Sauna ist, dass niemand eine zwei Wochen langen Sauna-Pauschalurlaub buchen würde, ja nicht einmal einen ganzen Tag für Saunagänge veranschlagen würde.
Damit sind wir wieder bei der Sonne, die auf den Strand hinabbrennt – Helios, das Zentralgestirn unseres Sonnensystems, eine Oberflächentemperatur von 5.778 K (Spektralklasse G2, Leuchtkraftklasse V), von ihm stammen fast 100% des gesamten Energiebeitrags zum Erdklima. Ein Gelber Zwerg, der eigentlich nur aus Wasserstoff und Helium beseht, aber eine Korona hat, sog. Sonnenwinde entweichen lässt, Protuberanzen bilden kann, rotiert und sogar pulsiert. Schauen sie sich das astronomische Zeichen der Sonne an, und Sie werden verstehen können:

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In der Vorhölle – am Strand.

7 Okt

Sonnenbaden am Strand ist eine Grenzerfahrung – ähnlich wie Bergsteigen, Fallschirmspringen, Bungee-Jumping, Rafting und weitere riskante Aktivitäten unserer adrenalinsüchtigen Freizeitgesellschaft.
Wäre der Strandurlaub nur eine andere Form der Sesshaftigkeit, wie das der französische Tourismusforscher Jean-Didier Urbaine in seinem Buch „At the Beach“ (University of Minnesota Press, Minneapolis, London 2003) behauptet (siehe Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Nr. 32 vom 12.08.2007, S. 66 – „Kleine Soziologie des Strandurlaubs“, von Boris Holzer), dann könnte man in der Tat auch zu Hause bleiben. Der Verweis auf die Sonne, den Strand, das schöne Wetter, etc. reichen nicht aus, die Attraktivität eines Pauschalurlaubs in den einschlägigen Feriendestinationen erklären zu können. Da aber kulturelle Faktoren, z.B. ein Interesse an fremden Kulturen oder wenigstens eine exotistische Sehnsucht schon gar nicht funktionieren, muss das Sonnenbaden am Strand etwas haben oder bieten, was man sonst nicht haben kann. Eine knackig milchschokoladenbraune Haut? Das geht auch unter dem Solarium. Ich möchte zeigen, dass der Strandurlaub eine mental und körperlich äußerst aktive, will sagen schweißtreibende und lustvoll pseudo-masochistische Form der Passivität darstellt.
Es ist die Quälerei gemäß einem, auf den ersten Blick einfachen, aber durchaus komplexen Programms, bei dem es das einzige Ziel ist, sich von der Sonne quälen zu lassen und dabei trotzdem zu entspannen und zu genießen. Charakteristisch ist das hinreißende Gefühl, mit anderen auf einem Planeten zu existieren, der von seinem Beginn an in der Unendlichkeit des Weltalls um einen gigantischen, unglaublich heißen Feuerball kreist. Der Strand ist dabei  mehr als nur Kulisse, es ist die sonnenlichtdurchflutete Arena in einem Grenzraum, in dem die Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde (hier: Sand) aneinandergrenzen. Doch nicht nur das, man spürt und erahnt auch deren elementares Beziehungsnetz, aus dessen Dynamik heraus die prozessuale Vielfalt erdgeschichtlich-geologischer und geomorphologischer Phänomene entstanden sind, die unseren Planeten zu dem gemacht haben, was er ist. Solch eine impressive Wucht besitzen außer Küstenräumen sonst nur noch Gebirgsräume. Und Strand ist nicht gleich Strand, so wie kein Berg dem anderen gleicht, so wie jedes Fußballstadion seine eigene Atmosphäre hat.

Aus dem Feldtagebuch Mallorca – Sommer 2009, 4. September 2009 – Teilnehmende Beobachtung an der Cala s’Almunia, Südwestküste Mallorca:

CalaSAlmunia

Um 11 Uhr komme ich nicht umhin behaupten zu können, dass die Sonne gnadenlos brennt. Weiterlesen

Is Spain different? – Es España diferente?

11 Mrz

Nachdem eshochhut und mirko w. bereits, wohl nicht flächendeckend, aber massiv und ohne Rücksicht auf die eigene körperliche Verfassung, durch Barcelona spaziert sind, begebe ich mich jetzt für eine Woche nach Nordspanien (Ankunft in Santiago de Compostela, Abflug von Santander).

spainisdifferent

Quelle: http://www.theefrit.com/blog/2006/11/26/spain-is-different/