Archiv | Juli, 2017

Der Street-Photographer Akinbode Akinbiyi schlendert durch die Metropolen dieser Welt – bezeichnet sich aber nicht als Flaneur

23 Jul

Der Street-Photographer Akinbode Akinbiyi schlendert tastend, tänzelnd seit 45 Jahre durch die Metropolen dieser Welt (Bamako, Berlin, Kairo, Dakar, Johannesburg, Kinshasa oder Lagos). „Je langsamer, desto besser. So öffnetst du dich für die Rhythmen, so erkundest du alle möglichen Räume einer Stadt. Akinbiyi kann dabei aber mit dem Begriff des Flaneurs wenig anfangen. Dieses westliche, im Zuge der Moderne aufgekommene Konzept meine vor allem eine Form der Unterhaltung und Zerstreuung. „Ich begreife den Weg als Narrativ, als Erzählung, für die es Zeit und Entspanntheit braucht (…) wander/wonder – ein bewussstes Wandern und Sich Wundern.“
Akinbiyi untersucht die Straße als Bühne der Wirklichkeit, forscht sozialen Strukturen nach, dem Einfluss der Architektur auf den Menschen. Weiter erklärt er, dass das Wandern traditionell immer auch eine religiöse Komponente beinhalte. So seien Umzüge und Maskeraden Teile eines Rollenspiels, um mit Gottheiten in Kontakt zu treten, ein tieferes Verständnis unserer Existenz zu erfahren. Viele seiner Bilder spüren dieser Spiritualität in der globalisierten Gegenwart nach: Wohin gehen wir?

aus: Monopol. Magazin für Kunst und Leben, Nr. 07/08/2017
Für das Magazin stellte er ein Bilder-Portfolio zusammen „Passageways, Involuntary Narratives, and the Sound of Crowding“ – derselbe Titel wie für Serie, die Akinbiyi auf der Documenta 14 in Athen und Kassel ausstellt.

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