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Im größten Schwarzkiefernforst Deutschlands (Volkenberg oberhalb Erlabrunn, Unterfranken)

25 Jun

Wo befindet sich die größte zusammenhängende Schwarzkiefern-Anpflanzung in Deutschland? Wahrscheinlich haben Sie Schwarzkiefer-Bäume schon einmal in einem Park gesehen, wo sie häufig und vielerorts angepflanzt werden. Oder Sie kennen diese submediterran-montane Kiefernart (Pinus nigra J.F. Arnold) vom Wanderurlaub in den Pyrenäen, auf Korsika oder dem Atlas-Gebirge. Vielleicht kennen Sie sogar die bekanntesten Schwarzkieferbestände, die zur Pecherei (Harzgewinnung) genutzten Bestände in Niederösterreich (mehr Infos s.u.).

Auch Anpflanzungen zu Forstzwecken, sind weit, fast weltweit, verbreitet. Im mittleren Südeuropa und auf der Balkan-Halbinsel ist die Schwarzkiefer die wichtigste Baumart für Aufforstungen. In einer „waldbaulichen Beurteilung der mitteleuropäischen Baumarten“ gehört die Schwarzkiefer zur Gruppe der „Baumarten auf Spezialstandorten verschiedener Höhenstufen“ [1]

Eine kleine Rundwanderung (ca. 2,5 h) führt von der Staustufe bei Erlabrunn (Unterfranken, Bereich Würzburg-Maindreieck) auf den Volkenberg (Beschreibung siehe Achim Muth: „Ein Wald für die Seele“, Wanderserie in der Mainpost: http://www.mainpost.de/regional/franken/Ein-Wald-fuer-die-Seele;art183497,6149262). Dort existiert die größte zusammenhängende Schwarzkiefernkultur Deutschlands. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so anmutet, ein Spaziergang durch diesen Forst hat seinen eigenen, fast exotischen Reiz. Kennt man Wälder der verbreiteten, natürlich vorkommenden Waldkiefer (Pinus sylvestris), scheint auf dem Volkenberg etwa nicht zu passen. Die Farbe der Borke, die graue Helligkeit? Natürlicherweise hat die Schwarz-Kiefer nördlich der Alpen nichts zu suchen. Die nördliche Verbreitungsgrenze des natürlichen Areals verläuft durch Österreich. Ihr eigentliches, stark zersplittertes Verbreitungsgebiet liegt im südlichen Europa, es kann als submediterran-montan gekennzeichnet werden[2]. Es erstreckt sich von Spanien und Marokko im Westen bis zur Türkei und Zypern im Osten.

Schon die graue Borke dieser Bäume fällt auf – im Vergleich zu der rötlich-braunen Borke der in Mittel- und Nordeuropa verbreiteten natürlich vorkommenden Wald-Kiefer, Pinus sylvestris). Junge Schwarzkiefer-Bäume besitzen eine bräunlich graue, schuppige Stammborke, die mit zunehmendem Alter aufreißt. Die dabei entstehenden Platten sind bei östlichen Herkünften, z.B. der Österreichischen Schwarzkiefer, die für Aufforstungen in Mitteleuropa verwendet wird, dunkler mit fast schwarzen Furchen gefärbt.[3]

Dass die Schwarzkiefer auch in Mittel- und Nordeuropa angepflanzt werden kann, liegt daran, dass sie nur geringe Ansprüche an den Standort stellt. Sie ist, wie andere Kiefernarten auch, lichtbedürftig und wächst gut bei Jahresniederschlägen von zwischen 600 und 1.020 mm. Sie verträgt Sommertrockenheit und ist kälteresistent (junge Bäume überstehen Temperaturen von bis zu −30 °C ohne Schäden). Gerade wegen ihrer Anspruchslosigkeit und ihrer Unempfindlichkeit gegenüber Luftverschmutzung wird sie fast weltweit als Forst- und Parkbaum angepflanzt. Wegen ihres kräftigen Wurzelsystems und der Unempfindlichkeit gegenüber Salzgischt wird sie auch als Windschutz an Küsten und als Erosionsschutz an Hanglagen angepflanzt.

Wesentliche Informationen über die Schwarzkiefer-Anpflanzungen in Unterfranken liefert Olaf Schmidt (o.D.): Die Schwarzkiefer in Unterfranken. In: LWF aktuell Nr. 20, hrsg. von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft:
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