Gerolzhofen (Unterfranken) – Feldnotizen, 18.06.2011

20 Jun

Gerolzhofen Unterfranken (SW, 97447, 244 m ü. NN, rund 6500 Einw.), Bereich Mainfränkische Platten/Steigerwald

Schon bei der Einfahrt in die Stadt zeigt sich, was für gestandene Gerolzhofener eine Kränkung sein könnte, aber gleichzeitig (und naheliegenderweise) für das Stadtmarketing benutzt wird: GEO – (kein Hinweis auf geologische oder geographische Besonderheiten, z.B. ein Meteoritenkrater o.ä.), sondern KfZ-Kennzeichen bis 1972. Es gibt die Geomed-Klinik Krankenhaus Gerolzhofen, das Geomaris Badeparadies (Hallen- und Freibad), eine Pizzeria GEO – auf der Speisekarte findet sich der GEO Salat (Grüner Salat, Gurken, Tomaten, Tunfisch, Käse, Schinken, Ei, grüne Peperoni, Oliven, Artischocken), die Pizza GEO (Tomatensoße, Käse, Schinken, Salami, Pilze, Paprika, Artischocken, Oliven), Nudel GEO (mit Fleischsoße, Sahne und Erbsen), Lasagne GEO und Schnitzel GEO (mit Fleischsoße, Sahne und Erbsen, Pommes und Salat), die Geodrom Eventhalle, das Bistro Geo-Treff usw.

Im Zuge der kommunalen Neuordnung Bayerns wurde der Landkreis Gerolzhofen 1972 aufgelöst und die Stadt verlor den Status einer Kreisstadt. Die ehemalige Kreisstadt Gerolzhofen behielt zunächst eine Anzahl überörtlicher Behörden, die aber nach und nach verlegt wurden.

Gerolzhofen ist ein Mittelzentrum, Wirtschafts- und Schulzenrum für die umliegenden Gemeinden („Marktplatz der Region“). Und so sieht die Stadt auch aus – keine pittoreskes Frankenstädtchen, zu weit weg von Weinfranken und, obwohl es sich als „Tor zum Steigerwald“ bezeichnet, ist es auch von diesem noch zu weit entfernt.

Gerolzhofen ist auch im Programm Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ (Städtebauförderungsprogramm „Stadt- und Ortsteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt“). Das „Soziale Stadt“-Gebiet umfasst vor allem die Altstadt bis zur äußeren Stadtmauer und dem Alleepark. Auf der Internetseite des Quartiersmanagments steht: „Die Altstadt Gerolzhofens weist im Vergleich zu den umliegenden Wohngebieten Merkmale auf, die für eine Aufnahme in das Programm Sozial Stadt sprechen: Städtebauliche und bauliche Schwächen, Mängel im Wohnumfeld und im öffentlichen Raum, vorhandene Leerstände, Tendenz zu einer einseitigen Bevölkerungsstruktur, Gefährdung der zentralörtlichen Versorgungsfunktion, Kaufkraftverlust durch großflächigen Einzelhandel außerhalb des Stadtkerns.

Aber dennoch oder gerade deshalb ist Gerolzhofen interessant, und ein paar Sehenswürdigkeiten hat es auch zu bieten.

Ferner hinterlässt auch ein kurzer Blick in die Geschichte der Stadt keinen ruhmvollen Eindruck: 1397-1400 wurde die Stadt im Fränkischen Städtekrieg verwüstet. In der Zeit der Hexenverfolgungen und –verbrennungen unter dem Würzburger Fürstbischof Philipp Adolf von Ehrenberg (1583-1631) war Gerolzhofen als Hauptgerichtsplatz ein Zentrum. Der Gegenreformator Philipp Adolf von Ehrenberg betrieb eine harte Rekatholisierungspolitik, er war zudem ein unerbittlicher Hexenverfolger. Die Hexenverfolgung, die zwischen 1626 und 1630 ihren Höhepunkt erreichte, hatte Menschen aller Stände im Visier: neben einfachen Leuten wurden auch Adlige, Ratsherren und Bürgermeister auf den Scheiterhaufen verbrannt. In Gerolzhofen wurden angeblich sogar Verbrennungsöfen, um die rund 200 Menschen pro Jahr verbrennen zu können. Viele starben bereits vor ihrer Verurteilung an den Folgen der Folter im Hexenturm und Centgefängnis. [1]
Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde die Stadt ab 1631 wiederholt geplündert und gebrandschatzt. Hinzu kamen Pest und Hungernöte, welche die Bevölkerung der Stadt um ein Viertel dezimierten.

Stadtspaziergang:

Spitalstraße, Weiße Turm-Straße: Fachwerkhaus Teutsch (von 1566) mit Erkertürmchen und Andreaskreuz-Galerien[2], zuletzt Verlagsgebäude der Heimatzeitung „Der Steigerwald-Bote“. Daneben Teutsch am Turm Buchhandlung. Seitengasse Richtung ehemaliges Oberamtshaus rechts der Fachwerkhof Weißer Hof (Toreinfahrt mit wehrgangähnlicher Überdachung und verzierten Rautengefachen[3], idyllischer, durchgegrünt-verwachsener, schön dekorierter Innenhof. Auf der linken Seite das Echterhof Fachwerkhaus mit nachgotischem Treppengiebel und Sechseck-Hofturm von 1609.

Ehemaliges Oberamtshaus: stattlicher, dreigeschossiger Renaissancebau mit Schneckenvoluten-Giebeln[4], ab 1732 Oberamtshaus, 1862 Bezirksamt und Amtsgericht, 1936 Landratsamt, seit 1979 Rathaus der Stadt und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft.
Verwaltungsgemeinschaften sind gebietsabhängige Körperschaften des öffentlichen Rechts in Bayern, Sachsen und Thüringen. Verwaltungsgemeinschaften bestehen in der Regel aus mehreren benachbarten Einzelgemeinden eines gemeinsamen Landkreises. In Bayern wird ein Bürgermeister einer Einzelgemeinde zusätzlich Gemeinschaftsvorsitzender der betreffenden Verwaltungsgemeinschaft. Zu den Aufgaben einer Verwaltungsgemeinschaft zählen z.B. die Aufstellung von Flächennutzungsplänen, Abwasserbeseitigung, Kassengeschäfte oder das Friedhofs- und Feuerwehrwesen. Sie kann aber auch die Trägerschaft von Grundschulen, die Unterhaltung von Gemeindeverbindungsstraßen und weitere Aufgaben der Mitgliedsgemeinden übernehmen, beispielsweise die Tourismusförderung.
Vor dem Gebäude beachtenswerte Bildhauer-Werke.

Weißer Turm (aus dem 14.-16. Jh.), Rundturm, Auslug über 20 m hoch mit „welscher Haube“ bis 1803 als Gefängnis genutzt, nebenan italienisches Restaurant ‚La Torre Bianco’.

Steingrabenstraße, Östliche Allee

Rügshöfer Straße: Gebäudeensemble Brauereigebäude, Hauptgebäude verwahrlost, mit verblasster mintgrüner Fassade; im hinteren Teil ein Leuchten-Markt und das Musikhaus Rippstein, im vorderen Teil (Schauseite ) Neueröffnung der Gaststätte „Frankenstüble“ mit Billard, Dart und Kicker

KKS-Shop Kleider: Bekleidungsgeschäft mit bemerkenswerter Schaufensterdekoration (erinnert an die 1950er Jahre und an die DDR, das Produkt zählt, nicht die Marke, kein unnötiger Schnickschnack, Tand oder Glitter)

Richtung Grabenstr, Kreuzung Rügshöfer Straße, Entengasse, Bahnhofstraße, Marktstraße: Floriansbrunnen: vierröhrig mit quadratischem Bassin, Rokoko-Steinfigur Hl. Florian[5], in unmittelbarer Nähe die St. Florian Apotheke.

In der Bahnhofstraße Solaris (Esoterik-Fachgeschäft), Machnow Design („Wohngesund für Haus & Heim“ – Fachgeschäft für ökologisches Bauen und Wohnen) und das Gerolzhöfer Bierkrug-Museum: Privatmuseum von Norbert Rumpel („Humpen-Rumpel“) am Ende eines recht unscheinbaren Hofes im ehemaligen Kino-Bistro, mit grellgelber (bierfarbener?) Fassade. Ein Blick durch die Fenster zeigt Regale, die penibel (geordnet nach geographischen Kriterien) mit Bierkrügen vollgestellt sind.

Grabenstraße 55: Geovita-Zentrum („Transformation, Heilung, Meditation: Energetische Heilarbeit, Lomi-Lomi-Nui[6], Energiemassage, Klangmassage, Metamorphose mit Entgiftungsbad, Hausräucherung, Dorn-Breuss-Methode[7]“)

Bürgermeister-Weigandt-Straße: Ehemaliges Amtshaus: mehrstöckiger Renaissance bau mit Volutengiebeln, um 1600 vom Fürstbischof Julius Echter im Echterstil erbaut. Zeitweise Sommeraufenthalt der Würzburger Bischöfe; ab 1805 königlich bayerisches Rentamt, 1920-1978 Finanzamt, seit 2011 Betreutes Wohnen „Alte Vogtei“ vom Caritas Sozialzentrum Steigerwald, Caritasverband Gerolzhofen
Julius Echter von Mespelbrunn (1545-1617) war von 1573 bis zu seinem Tode Fürstbischof von Würzburg und Herzog in Franken. Er galt als großer Bauherr und Verwaltungsreformer; er begründete die Universität Würzburg und das Juliusspital. Er war ein bedeutender Vertreter der Gegenreformation; unter ihm wurden Protestanten und Juden vertrieben und deren Grundbesitz konfisziert Unter seiner Herrschaft intensivierten sich auch die Hexenverfolgungen. Julius Echter war der Bruder der Mutter von dem bereits erwähnten Philipp Adolf von Ehrenberg, unter dem die Hexenverfolgungen grausame Dimensionen annahmen. Julius Echter hatte erheblichen Einfluss auf die Erziehung von Philipp Adolf.

Eulen- oder Hexenturm (aus dem 14-16. Jh., quadratisch, Gefängnis bis 1830, Sichtverbindung über Marktplatz zum 350 m entfernten Weißen Turm

Häfnergasse: altes verwahrlostes Fachwerkhaus mit Frankenwappen. In unmittelbarer Nähe Schreinerei und Möbelhaus Hacker (Möbel- und Innenausbau).

Markstraße: Soziale Stadt, Altstadt-Büro Quartiersmanagement Das „Soziale Stadt“-Gebiet umfasst die Altstadt bis zur äußeren Stadtmauer und dem Alleepark. Außerdem das Quartier um die Friedenstraße, das Grundstück der Evangelischen Kirche, das Bahnhofsgebäude und die Grünfläche südlich der Breslauer Straße bis zur Volkach (siehe: http://www.gerolzhofen.de/Quartiermanagement_Soziale_Stadt.html)

Salzgasse, Centgasse, Weiße-Turm-Straße, Marktplatz

Katholische Kirche St. Maria vom Rosenkranz und Hl. Regiswindis[8] (auch „Steigerwald-Dom“ genannt): Bauzeit 1436-1479, um 1600 erneuert, 1899-1902 erweitert. Spätgotischer dreischiffiger Pfeilerbau ohne Querraum, zwei spitze „Julius“-Türme. Im Inneren recht hell mit glatt gestrichenen hellbeigen Wänden. Ein prächtiger, sechssäuliger Baldachin-Hochalter des Würzburger Hofbildhauers Johann Peter Wagner von 1763-64; weitere Barock- und Rokoko-Altäre (wodurch der Hallenbau wie ein Altarmuseum wirkt). An der Nordwand eine gotische Madonna im dreifachen Rosenkranz (4 m hoch, nach Riemenschneider-Art). Außen eine Ölbergkapelle (spätgotisch um 1500). Ölbergkappellen veranschaulichen das Passionsereignis.

Johanniskapelle:  Zweigeschossige gotische, ehemalige Friedhofskapelle, erbaut ab 1497 vermutlich auf den Fundamenten einer älteren Taufkirche. Heute Sakralmuseum „Kunst und Geist der Gotik“ mit Werken der Gotik aus dem Eigentum der Stadt Gerolzhofen (darunter drei Werke von Tilman Riemenschneider). Der Eingang zum Museum befindet sich im benachbarten barocken Messnerhaus.

Moderner Marktbrunnen (angenehmes Plätschern)

Altes Rathaus: dreigeschossiger Bau mit gotischem Treppengiebel, 1475 erbaut. Erdgeschoss einst als Markthalle, heute Rüstkammer für Empfänge der Stadt und Touristen-Information: sehr nett und hilfsbereit; gute, informative Broschüre mit Stadtrundgang /zweisprachig („Historische Altstadt Rundgang/Circular Walk through the Historic Old Town – Verstecktes finden/Look for hidden details“). Angebot an interessanten Stadt- und Themenführungen.

Breslauer Straße (Nr. 1: bellini cafe bar lounge – http://www.bellini-geo.de/; Nr. 6: Nail & Beauty-Wellnesszentrum Stephanie Estenfelder ), Schulgasse

Grabenstraße: Kleiner Park unter den Arkaden der inneren Stadtmauer, mit Bildstücken aus der Gerolzhöfer Flur und Wappensteinen von den Gerolzhöfer Befestigungsanlagen. Die kleine Parkanlage wird in der Tourist-Info-Broschüre „Historische Altstadt Rundgang“ als „Botanischer Garen bezeichnet (?!). Till-Spottfratze in vulgärer Pose in der der Stadtmauer nahe Schulstraße (kann unter http://www.mein-steigerwald.de/ecards/ auch als E-Card versendet werden)

Spitalstraße (vielleicht die interessanteste Straße in Gerolzhofen, schöner Zugang zum Marktplatz, mit fotogenen Einzelhandels-Leerständen → „GEO-Leerstand„: Altstadt-Café, Hair-Cut XXL, Strickstube):

Bürgerspital „Zu unserer lieben Frau“: 1402 gestiftet von einem Schweinfurter Patrizier-Ehepaar; um 1600 neugegründet und renoviert vom Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn. Heute Stadtbibliothek, Archiv und historischer Spitalkeller für Weinproben.

Spitalkirche „St Vitus“: Gotische Kapelle von 1410 als Vorgängerbau. 1710 vom Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenklau auf den alten Mauerresten der Kappelle im Barockstil erneuert (geschlossen)

Graues Haus, in dem 1901 der Steigerwaldklub gegründet wurde, mit schöner Fassade

Spitalstraße zur Kreuzung mit Grabenstraße, Schallfelder Straße und Schuhstraße

Ehemaliger Standort des Spitaltors: Doppeltoranlage mit seitlichem Flankierungsturm, erbaut und erweitert unter den Fürstbischöfen Rudolf von Scherenberg (1466-1495) und Julius Echter (1573-1617), 1871 abgebrochen. Der eingebräunte Pflastersteifen zeigt die Mauerbrüstung der ehemals zweibogigen Brücke an. An der Stelle der vier beschrifteten Platten befanden sich die Fundamente des Torhauses. Links davor ist im Pflaster der Umriss des Flankierungsturms erkennbar.

Einzelhandel (grobräumliche Auflistung ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Bereich Rügshöfer Straße bis Bahnhofstraße: VW Autohaus Engert, Leuchten-Markt, Musikhaus Ripstein, Gaststätte „Frankenstüble“, Hotel-Restaurant „Altes Zollhaus“, Blumenhaus (Leerstand, vorübergehende Nutzung als Vereinsheim oder Kulturverein?), Ergotherapie Inge Hurt, Gaststätte „Zum Schlapp’n“, Metzgerei Antoni mit Ingrid’s Partystüberl, Musikschule Szymanski, Brautmoden Studio, KKS Shop (Bekleidung), ASG finanz, Gaststätte Brauerei Weinig. Logopädenhaus, dreamhair (Friseur), Zahnarztpraxis (Dr. S. Hornung), Gastätte „Zum Schwanen“, HypoVereinsbank, Metzgerei Finster & Haub, Computerfachgeschäft, St. Florian-Apotheke, Thomas Hock Augenoptik, Uhren – Optik Wolf-Hüttner

In der Salzstraße: Schnitzstube Julius Wülk

Bereich Bahnhofstraße: Solaris (Esoterik-Fachgeschäft), Fahrschule Merkel, Bügel- und Mangelstube Jung, Mode Treff, magic copy Kopier-Center, Fahrschule Roth, Machnow Design (Fachgeschäft für ökologisches Bauen und Wohnen)

Bereich Grabenstraße: Physio-Therapie Matthias Köhler, Orthopädie Dittmar Schulz, Geovita-Zentrum, Groha-Frisuren, Postfiliale, Versicherungsbüro Dieter Fugmann

Bürgermeister-Weigandt-Straße Richtung Marktplatz: iff-Modehaus

Bereich Häfnergasse und Marktstraße: Schreinerei und Möbelhaus Hacker, Kaffeemühle (Bistro, Café), Goldschmiede Peter Stößel, Edeka, Castell-Bank, Joe’s Jeans-Ecke, Dekoteam live, Uhren – Juwelen – Optik Weisensee, St. Michaels Apotheke, Friseursalon Waltraud, Papillon trend-Store

Bereich Salzstraße und Centgasse: Bäckerei & Konditorei Schwab, Hornung Bestattungen, Stoffe, Hörgeräte Nöth und Weissensee, Friseursalon Eva, Steigner Babywelt

Bereich Weiße Turmstraße bis Marktplatz: Second-Hand-Shop Bekleidung, Naturkostladen bio-gärtchen, NKD, Die Haarfabrik, Weitkamp Hörgeräte, Eine-Welt-Laden

Bereich Marktplatz: Weinstube – Hotel Am Markt (auch Außenbewirtschaftung am Marktbrunnen), Stadt-Apotheke, Döner-Kebap „Zauberküche“, Lydias Garten (Dekorationsartikel, Wohnaccessoires), Hotel-Gasthof „Wilder Mann“, Seufert’s Back-Café, Ihr Platz, 2 Eis-Café, noch eine Döner-Imbiss, Reisebüro …

Bereich Spitalstraße: Hanoi Wok (Vietnamesisches Restaurant), Foto-Studio Ira Müller, K & K Software, Büro der Main-Post, Casa Roberto (Wein, Café, Antipasti, Öl, auch Gitarren und Zubehör), Miri’s Tolle Wolle, Kay Kay Streetwear, Schlecker, Kampfsportschule Müller, Eiscafé.

Ein weiteres Therapiezentrum befindet sich in der Brunnengasse 3.


[1] Siehe hierzu: „Geschichte des Hexenbrennens in Franken: (insbesondere in Gerolzhofen) im 17. Jahrhundert aus Original-Prozeßakten. Franz Anton Jäger (hrsg. vom Historischen Archiv der Stadt Gerolzhofen. Bearb. von Stephan Oettermann). – Stephan Oettermann (* 1949) muss als bedeutender Bürger der Stadt bezeichnet werden: Er ist ein deutscher Literaturwissenschaftler, Kulturhistoriker, Ausstellungsmacher und Publizist. Als Sammler verfügt er über eines der größten privaten Archive zur Unterhaltungskultur des 19. Jahrhunderts. Oettermann studierte an der Philipps-Universität in Marburg und promovierte dort 1979 mit einer Arbeit über das Panorama. Nach einigen Jahren als freier Autor (unter anderem für das Kursbuch und für den Spiegel) arbeitete er als Assistent des Filmregisseurs Uli Edel. Zusammen mit seiner Frau Sibylle Spiegel kuratierte er in den 1990er Jahren Ausstellungen zur Kulturgeschichte. Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 2002 gab er die Ausstellungstätigkeit auf und arbeitet seither als Stadtarchivar in Gerolzhofen. Stephan Oettermann hält eine der größten Privatsammlungen an Archivalen und Literatur zur Unterhaltungskultur des 19. Jahrhunderts, deren Bestände er gelegentlich auch in überregionalen Ausstellungen präsentiert. Sein Buch „Das Panorama. Die Geschichte eines Massenmediums“, erschienen 1980, wurde zum Standardwerk über die im 19. Jahrhundert populären perspektivischen Rundbilder und erschien in amerikanischer Übersetzung 1997 in New York. Oettermanns Buch „Die Schaulust am Elefanten. Eine Elephantographia Curiosa“. Syndikat, Frankfurt am Main 1982 wurde im April 1983 von der Darmstädter Jury zum „Buch des Monats“ gewählt.
Siehe auch: „Wie der Gerolzhöfer Stephan Oettermann die Stars der Rummelplätze vor dem Vergessen bewahrt“. In: http://www.mainpost.de/ueberregional/kulturwelt/kultur/Wie-der-Gerolzhoefer-Stephan-Oettermann-die-Stars-der-Rummelplaetze-vor-dem-Vergessen-bewahrt;art3809,5150541.

[2] Das Andreaskreuz (lat.: crux decussata) ist ein Kreuz mit zwei diagonal verlaufenden sich kreuzenden Balken (x-förmig, nach dem griechischen Buchstaben Chi). Der Name verweist darauf, dass der Apostel Andreas an einem solchen Kreuz gekreuzigt worden sein soll. Es ist zu seinem Attribut geworden und fand in der Religion und speziell in der Ikonographie seinen Niederschlag.

[3] Ein Gefach ist Teil einer Wand eines Fachwerkhauses und bezeichnet den Raum zwischen den Holzbalken. Im ausgefüllten Zustand wird das Gefach, beziehungsweise sein Inhalt, auch als Ausfachung bezeichnet.

[4] Volute (lat. volutum „das Gerollte“) ist ein aus dem Französischen abgeleiteter Ausdruck für eine Schneckenform (Spirale) in der künstlerischen Ornamentik, besonders in der Architektur. Voluten finden sich in der Baukunst an Konsolen, Giebeln und Kapitellen.

[5] Florian († 4. Mai 304 in Lauriacum, dem heutigen Lorch in Oberösterreich) war ein römischer Beamter, der zum christlichen Glauben übertrat und den Märtyrertod starb. Da Florian sich unter anderem weigerte, den römischen Göttern zu opfern, wurde er zunächst vom Dienst suspendiert und mit Ehr- und Pensionsverlust in die Verbannung ins heutige Sankt Pölten geschickt. Als einer Gruppe Christen in Lauriacum, dem heutigen Lorch, der Prozess gemacht werden sollte, war Florian trotz Verbannung angereist, um ihnen zu Hilfe zu kommen. Er wurde jedoch auf den Befehl des römischen Statthalters Aquilinus verhaftet und zusammen mit seinen Glaubensgenossen zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 4. Mai 304 vollstreckt. Florian wurden, so heißt es in Schriften, mit geschärften Eisen die Schulterblätter zerschlagen, anschließend sei der Sterbende mit einem Mühlstein um den Hals in der Enns ertränkt worden. Florian gilt als Schutzpatron der Feuerwehr (daher auch die Bezeichnung Florianijünger oder Floriansjünger für Feuerwehrleute), der Bäcker, der Rauchfangkehrer, der Bierbrauer, der Gärtner, der Böttcher, der Töpfer, der Schmiede, der Seifensieder, von Polen (Reliquien von ihm befinden sich in Krakau), von Oberösterreich und Linz, gegen Feuer und Dürre, bei Brandwunden. Florian wird angerufen gegen Feuer- und Brandgefahren, Kämpfe, Stürme, Unfruchtbarkeit der Felder, große Dürre. Dargestellt wird Florian als Römischer Legionär mit Fahne, Wasserkübel, manchmal mit Mühlstein am Hals

[6] Lomi Lomi Nui (oder kurz Lomi Lomi): traditionelle Massageform aus Hawaii; dort Bestandteil der dortigen Naturheilkunde. Die Lomi-Massage war also nur ein Element bei der Behandlung von Krankheiten. Sie wurde von schamanischen Heilern (kahuna) ausgeübt. Außerdem war sie Teil von Initiationsriten beim Übergang in einen neuen Lebensabschnitt und auch der Priesterweihe, weshalb im Westen mitunter von „hawaiianischer Tempelmassage“ gesprochen wird. Die im Westen als Lomi Lomi angebotenen Massagen sind dagegen in erster Linie Wellness-Behandlungen.

[7] Kombination der Dorn-Methode mit der Massage nach Rudolf Breuß. Erster ist eine vom Allgäuer Volksheiler Dieter Dorn um 1975 entwickelte komplementärmedizinische manuelle Methode, die auf die Wirbelsäule zielt. Es werden verschobene Wirbel ertastet und mit gezieltem Druck des Therapeuten zusammen mit der Eigenbewegung des Patienten wieder in die richtige Position gebracht. Bei der Breuß-Massage werden durch vorsichtiges Dehnen der Wirbelsäule die Zwischenwirbelscheiben geweitet und das Johanniskrautöl, mit dem der Patient einmassiert wird, kann hineinziehen. Damit wird die Regeneration der unterversorgten Bandscheiben eingeleitet. Die negativen Energien werden über speziell zugeschnittenes Seidenpapier abgeleitet – eine sehr sanfte Massageform und damit eine gute Alternative bei Osteoporosepatienten, bei deren Einsatz Breuß um Führung „von oben“ bat und die er entsprechend mit Gebeten begleitet hat. Die ganzheitliche Wirbelsäulentherapie nach Dorn und Breuß ist einfach und schnell zu erlernen, kann selbst angewandt oder als Angebot im Behandlungsspektrum jeder naturheilkundlichen sowie physiotherapeutischen Praxis aufgenommen werden.

[8] Die Biographien und Legenden von Heiligen kann man nachlesen im ‚Ökumenischen Heiligenlexikon’ (http://www.heiligenlexikon.de).


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