Archiv | März, 2011

Flaneurismus und die Übernachfrage von Einrichtungen

24 Mrz

Willkommen bei einer neuen Lehreinheit des Moduls ‚Zeitgemäßer Flaneurismus für Fortgeschrittene’ (31-FLAN-F-1-2). Heute wollen wir uns mit einer Erklärung eines Teilaspektes der hedonistischen Dimension des Flaneurs beschäftigen. Der klassische Flaneur spaziert gerne durch Einkaufspassagen, Innenstädte, Museen usw. – allerdings nur, wenn diese nicht zu voll sind, wenn die Passantendichte sich auf einem einigermaßen erträglichen Niveau befindet. Solche Situationen sind uns vielfach bekannt. Der Flaneur wird durch allzu dichte Menschenmengen in seiner Beobachtungsfähigkeit und –lust eingeschränkt. Das durchschnittliche Schritttempo der Menschenmasse entspricht nicht seiner gängigen Gehtechnik; zudem wird er in seinem Bewegungsspielraum durch die breite Amplitude der Gehgeschwindigkeit zwischen den Individuen der Menschenmasse behindert. Ferner sind die Tische vor und in den Cafés alle voll besetzt. Schließlich werden die Möglichkeiten des Fotografierens eingeschränkt. Der Hedonismus des Flaneurs besteht darin, dass er es sich leisten kann, diese Stoßzeiten für seine Spaziergänge zu meiden.

Wir versuchen nun aber eine verkehrsökonomische Erklärung. Es hilft uns die folgende Literaturquelle: J. Michael Thomson (1978): Grundlagen der Verkehrspolitik – Verlag Paul Haupt, Bern & Stuttgart, S. 40 ff.
Im Mittelpunkt des Problems steht das Phänomen der Überfüllung. Zur Überfüllung kommt es, weil das Fassungsvermögen von Einrichtungen (wie Strände, Ausflugsziele, Innenstädte usw.) begrenzt ist. Zur Überfüllung kommt es, wenn Übernachfrage herrscht. Übernachfrage heißt, dass die betreffende Einrichtung von mehr als der optimalen Zahl von Personen genutzt wird. Bei einer bestimmten Auslastung des Fassungsvermögens kommt ein Punkt, von dem ab das Überfüllungsmoment den durchschnittlichen Nutzen der Einrichtung für die Besucher sinken lässt. Jenseits dieses Punktes können zusätzliche Besucher durchaus noch Nutzen aus der Einrichtung ziehen, weil sie ja auf eine gewissen Weise noch die Möglichkeit haben die Einrichtung zu nutzen. Der Preis dafür ist aber eine Minderung des Nutzens bei den bereits Anwesenden, also eine Minderung des durchschnittlichen Nettonutzen je Besucher. Eine weitere Grenze ist erreicht, wenn der Nutzenzuwachs zusätzlicher Besucher geringer als die damit verbundene Nutzenminderung bereits Anwesender ist.
Betrachten wir dazu die folgende Abbildung:


Abb. 1: Übernachfrage nach Einrichtungen (aus: Thomson 1978, S. 41).

Kurve a = der durch jeden zusätzlichen Besucher hinzukommende Nettonutzen (Grenznutzen)
Kurve b = der durchschnittliche Nettonutzen je Besucher

Bei einer bestimmten Nutzerzahl M ist der durchschnittliche Nettonutzen pro Besucher maximiert. Von Punkt O bis Punkt M erhöht sogar jeder Hinzukommende den durchschnittlichen Nutzen der Anwesenden. Wird aber der Punkt M überschritten, dann vermindern weitere Besucher den Nutzen der andern. Von wirklicher Überfüllung kann man aber erst ab dem Punkt P sprechen. Ab dort wiegt der persönliche Nutzenzuwachs weiterer hinzukommender Besucher nicht mehr den Nutzenschwund bei den bereits Anwesenden auf.

Der Hedonismus des Flaneurs besteht nun darin, dass er es sich leisten kann, sich nach dem Nettonutzen zu orientieren, der für einen zusätzlichen Benutzer einer Einrichtung gilt. Der Bereich der optimalen Nachfrage einer Einrichtung, bei der ein Flaneur den Besuch dieser bevorzugt, liegt demnach noch vor dem Punkt M (siehe die folgende Abbildung, bei dem der für den Flaneur optimale Bereich grün eingefärbt ist):

Abb. 2: Übernachfrage nach Einrichtungen und der Nachfragebereich eines Flaneurs (Grafik aus Thomson 1978, S. 41, verändert).

Kurve a = der durch jeden zusätzlichen Besucher hinzukommende Nettonutzen (Grenznutzen)
Kurve b = der durchschnittliche Nettonutzen je Besucher
grüner Bereich = für den Flaneur optimaler Nutzenbereich

Dreikneipeneck in Hamburg: gloria, plus und glanz

15 Mrz

Kennen Sie das Gefühl? Man geht in ein äußerst gut sortiertes Geschäft, z.B. eine Buchhandlung. So gute Auswahl, dass man ganz viel kaufen könnte – aber am Ende geht man raus und hat nichts gekauft. Im Schanzenviertel in Hamburg St. Pauli oder auf der Reeperbahn gibt es so viele gute Kneipen und Clubs; man stolpert von einer in die nächste, bis der Astra-l-Körper nach Hause muss. Und man hat sich über keine einzige Kneipe Notizen gemacht, noch nicht einmal deren Namen behalten.

In Hamburg-Eimsbüttel gibt es nicht so viele Kneipen (glaube ich zumindest) – außer ein paar klassische Eckkneipen. Es gibt dort aber an der Ecke Bellealliancestraße, Lindenallee eine Ecke mit drei Kneipen – ein Dreikneipeneck. Das „Gloria-Imperium“ (>>> http://www.gloriabar.de): gloria (mit der roten Chesterfield-Wand), plus (mit original alten Villeroy & Boch Kacheln aus der Gründerzeit) und glanz (Experimentierraum und Überlaufbecken).

Hamburg, Logfile – 11.-13.03.2011

15 Mrz

Freitag, 11.03.2011:

Hamburg Hauptbahnhof >> Hotel Am Holstendamm

► NEUSTADT zwischen Holstenwall, Neuer Steinweg, Westraße und Kaiser-Wilhelm-Straße; – ► Gängeviertel (:: http://das-gaengeviertel.info/)
Valentinskamp, Caffamacherreih, Dammtorwall, Dammtorstraße, ► Passagenviertel (zwischen Gänsemarkt und Rathausmarkt, Hanseviertel:: http://www.hanseviertel.de, usw.), Bleichenbrücke

► ALTSTADT ► Neuer Wall → Business Improvement District (:: http://www2.bid-neuerwall.de/) (siehe auch hamburg.de: Business Improvement Districts:: http://www.hamburg.de/bid-projekte/),
Rathausschleuse, ► Bucerius Kunst-Forum (:: http://www.buceriuskunstforum.de), ► Rathausmarkt, Gedenkstein, Alsterarkaden
Große Johannisstraße, ► Einkaufs-City um die Mönckebergstraße

Steintorwall, Glockengießerwall

► Hamburger Kunsthalle (:: http://www.hamburger-kunsthalle.de/)

>> Hauptbahnhof > U3 nach St. Pauli

NEUSTADT: ► Hauptkirche St. Michaelis („Michel“): Turmbesteigung (:: http://www.st-michaelis.de/), Krayenkamp ► Krameramtswohnungen,  Wincklerstraße,

Baumwall, Niederbaumbrücke, ► Kehrwiederspitze, ► Blick in die Speicherstadt, Wilhelminenbrücke, Am Sandtorkai, Sandtorhafen-Klappbrücke, Am Kaiserkai
► Baustelle der Elbphilharmonie Hamburg (:: http://www.elbphilharmonie-bau.de), Dalmannkai, Vasco-da-Gama-Platz, Am Kaiserkai, Magellan-Terrassen
► HafenCity Hamburg (:: http://www.hafencity.com/)

Großer Grasbrook, Kibbelsteg, Bei den Mühren, Neue Gröningerstraße, Willy Brandt-Straße

>> U-Bahnhof Meßberg: U1 bis Jungfernstieg > U2 bis Christuskirche

► EIMSBÜTTEL: Bellealliancestraße, Lindenallee

Altonaer Straße ► SCHANZENVIERTEL: Bartelsstraße, Schanzenstraße, Neuer Pferdemarkt

► Spaziergang durch ST. PAULI (zwischen Simon-von-Utrecht-Straße, Bernstorffstraße, Thadenstraße, Budapester Straße → Kleine Pause St. Pauli:: http://www.kleine-pause.de/)

► Reeperbahn (:: http://www.reeperbahn-hamburg.com)

Samstag, 12.03.2011: Weiterlesen

Kanarische Inseln, Heinrich der Seefahrer und portugiesische Entdeckungsfahrten

14 Mrz

Die vorkoloniale Geschichte der Kanarischen Inseln aus der Sicht Europas spielt sich in einem sowohl mythischen, als auch mehr oder weniger realen durch frühe Reiseberichte eher weniger gut dokumentierten Grenzbereich der damals bekannten Welt ab. Die Eroberungsgeschichte der Kanaren wurde vollzogen in einer Zeit, in der Portugal und Spanien im Zuge ihrer Entdeckungsfahrten um den Aufbau einer Weltherrschaft konkurrierten. Die Lage der Kanarischen Inseln, etwa 1200 km von der Iberischen Halbinsel und zwischen 100 und 500 km von der afrikanischen Nordwestküste Afrikas entfernt, ist in diesem Zusammenhang besonders markant. Die Eroberungsgeschichte der Kanaren lässt sich als eine Generalprobe für die Eroberungen der großen Indianerreiche in Mittel- und Südamerika lesen.

Nautische Karte der Westküste Afrikas, Madrid 1896 (Quelle: http://www.sahara-mili.net/afondo/mapas/CostaAOE1896g.jpg)

Der Genuese Lancelotto Malocello (1270-1336) entdeckte im Zuge einer Entdeckungsfahrt, die von Lissabon ausging und das damalige Ende der europäischen Welt an der westafrikanischen Küste lag erforschen sollte, 1312 die Kanarischen Inseln wieder, die bereits in der Antike bekannt waren. Angeblich hielt er sich dann fast 20 Jahre auf Lanzarote auf. Nach seiner Rückkehr erschienen bald eine Seekarte (Karte des Dulcert 1339), auf der die beiden Ostinseln eingezeichnet waren. Im Jahr 1341 berichtete der Genuese Niccoloso da Recco von einer Erkundungs- und Beutefahrt im Auftrag des portugiesischen Königs Alfons IV., bei der alle Inseln des Archipels geortet wurden. In der Folgezeit stritten Portugal, Aragonien und Kastilien um den Besitz der Kanaren. Im Jahr 1479 wurde sie Kastilien zugesprochen.

Unter Prinz Heinrich (1394-1460), Sohn des portugiesischen Königs Johann I. (Dom João I, 1357-1433) wurden Entdeckungsfahrten in den Atlantik entlang der afrikanischen Küste organisiert. Zwischen 1419 und 1425 entdeckten portugiesische Seefahrer Porto Santo und Madeira, die auf Bestreben des Prinzen Heinrich von Portugiesen besiedelt wurden. 1427 folgte die Entdeckung der Azoren. Beide Inselarchipele gehören seitdem zu Portugal.

Prinz Heinrich, der später „der Seefahrer“ genannt wurde, studierte sein Leben lang antike Reiseberichte, Kosmographie und Astronomie. Er gründete 1420 eine berühmte Seefahrerschule. Sein Vater König João ließ eine starke Kriegsflotte bauen, um über die Straße von Gibraltar hinweg zu expandieren und die reichen Städte Nordafrikas zu erobern. 1415 nahm Heinrich an einer Expedition gegen Ceuta teil. Die Stadt wurde erobert, und man sagt, Heinrich hat, als er die Schätze und den Reichtum der Stadt erblickt hat, den Entschluss gefasst die Herkunftsorte der Reichtümer ausfindig zu machen, die dort seit Jahrhunderten gehandelt werden: Gold, Elfenbein, Straußenfedern, Ebenholz, Pfeffer usw.. Er zog Erkundigungen ein, und man erzählte ihm, hinter der Wüste, seien die Schätze zu suchen. Weiterlesen

Dort — Kaffee und Tee

5 Mrz

… Berlin

The Spirit of Frankfurt/Main

5 Mrz

Frankfurt/Main - Hauptbahnhof

Island Studies Internet Resources

1 Mrz

Island Studies Internet Resources – Linkliste