Mikrospaziergang ‚Die Welle‘, Frankfurt/M.

22 Jan

Das Büro- und Geschäftshaus ‚Die Welle befindet sich in Frankfurt/M. im südlichen Westend an der Ecke Bockenheimer Anlage/Reuterweg in unmittelbarer Nähe der Alten Oper. Es ist ist ein aus drei Gebäudeteilen bestehendes Ensemble, das entlang des durch vier Straßen begrenzten Blockes die Blockrandbebauung und die Höhe der umliegenen Gebäude aufnimmt. Eine zwölfgeschossiger scheibenförmiger Bau in Form einer Welle, das Center Building, bestimmt das Innere des Blocks. Westlich angrenzend zum Reuterweg befindet sich das Park Building. An der östlichen Seite des Ensembles, zur Leerbachstraße, befindet sich das Leerbach Building mit sieben Geschossen. Zwischen beiden Bauteilen verläuft die öffentlich zugängliche Promenade mit einem künstlichen Wasserlauf, der an den ehemaligen Lauf des Leerbachs erinnern soll. Service- und Gastronomieflächen säumen die Promenade. Die Promenade trägt den Namen ‚An der Welle‘. Von der Promenade führt eine das Center- und Park Building erschließende Passage bis zum Reuterweg. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich der Rothschildpark.
Das kleinste Gebäude, das eigentlich nicht zu dem neuen Gebäudeensemble gehört, sich aber dennoch kontrastreich in den Komplex einfügt, befindet sich an der südwestlichen Ecke. Es ist das ehemalige Vorstandsgebäude der Metallgesellschaft, die an diesem Grundstück einst ihren Konzernsitz hatte. Der heute Opernpalais genannte neoklassizistische Bau aus dem Jahr 1905 blieb im Zweiten Weltkrieg unzerstört.

Die Hausordnung der Frankfurter Welle (Foto von S. Gazaway-Schraud, – zur größerenAnsicht auf’s Bild klicken):

Trotz der postmodernen Architektur, der Simulation von Raumbildern (Piazza-Atmosphäre, antike Anklänge durch die Säulenkonstruktionen), die Illumination und die unterschiedlichen Verglasungen, der Gestaltung mit Wasser und Kunst im öffentlichen Raum, scheint das Konzept der Promenade nicht optimal zu funktionieren. Die Welle zieht offensichtlich, trotz ihrer innenstadtnahen Lage, nur wenig Passanten an.  Das überrascht wenig, da der Reuterweg und die Bockenheimer Anlage wirksame Barrieren für Fußgänger darstellen. Außerdem befindet sich die Welle an der Rückseite der Alten Oper, und die vielen Fußgänger verirren sich nur selten vom belebten Opernplatz.  Angeblich ist der Vermietungsstand hoch, aber die Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomiebetriebe der Welle scheinen dennoch meist nicht gut besucht zu sein. Der Investor versuchet wiederholt durch Aktionen, z.B.  Public Viewing bei der Fußball-Europa- und Weltmeisterschaft das Gelände zu beleben.

Im Mai 2007 verkaufte die Union Investment die Frankfurter Welle zusammen mit dem Neuen Kranzler Eck in Berlin  und 27 weiteren Objekten in Deutschland an Morgan Stanley Real Estate Funds. Der Gesamtpreis betrug 1,36 Milliarden Euro, wovon 703 Millionen auf die Frankfurter Welle entfielen. Seitdem vermarktet der neue Investor das Objekt unter dem Namen Die Welle.

Weitere Informationen zur ‚Frankfurter Welle‘:

Wolf-Christian Setzepfandt (2002): Architekturführer Frankfurt am Main/Architectural Guide. 3. Auflage. Dietrich Reimer Verlag, Berlin August 2002, (deutsch, englisch).

Wikipedia: Die Welle (Gebäude).

argoneo Real Estate: Die Welle. Designed for tomorrow.

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