GrünGürtel-Rundwanderweg, Frankfurt/Main

25 Mrz

Es stimmt wirklich; es ist möglich um Frankfurt herumzuwandern ohne logistisch ausgeklügelte Vorbereitungen gemacht zu haben: auf dem Frankfurter GrünGürtel Rundwanderweg. Man benötigt dazu die Frankfurter GrünGürtel-Freizeitkarte, dann entscheidet man sich an einer bestimmte Stelle einzusteigen. Und auch das ist wahr: es geht im Süden durch den Frankfurter Stadtwald und im Norden der Stadt durch Feld und Flur entlang der des Berger Rückens und der Nidda. Mit den Worten des Freiraumliebhabers: Kaum Feindkontakt in Form von städtischen Siedlungen. Die Agglomeration erscheint immer genügend weit weg. Der Fluglärm im Frankfurter Stadtwald? Ah ja stimmt, aber die Vögel zwitschern trotzdem, und nach Kerosin hat es auch nicht gerochen. Eine Autobahn, Bundesstraße oder Bahngleise müssen auch vereinzelt unterquert oder überquert werden, in der Regel aber auf einer Fußgängerbrücke. Die berühmt-berüchtige Landschaftslücke im Frankfurter Osten hat zudem zweifellos eine eigene Qualität.

Auch das ist hervorzuheben: Man kommt durch  einige der Frankfurter Naturschutzgebiete: Schwanheimer Düne, Enkheimer Ried und Berger Hang.

Al Motivationshilfe gibt es den Grüngürtel-Wanderpass, der darauf wartet an den Stempelstelen (W1 bis W3, B1 bis B3 und N1 bis N3) eingestanzt zu werden. Ein Spaziergang zwischen zwei Stelen dauert ca. 1 bis 2 Stunden (vielleicht auch 3 Stunden) – nicht gerade viel. Mit dem Fahrrad könnte man Frankfurt demzufolge an einem Tag umrunden (aber nicht an einem Sonntag bei schönem Wetter, dann staut sich der Fahrradverkehr an der Nidda-Zweiradautobahn, die einen sechsspurigen Ausbau vertragen könnte). Mit dem Fahrrad gilt hier aber nicht, es ist ja kein Fahrrad-Wanderpass.

So weit, so gut. Man könnte vielleicht auch um andere Städte wandern, möglich ist es. In Frankfurt hat man sich aber um eine solche Rundwanderung liebevoll gekümmert, und es waren sogar echte Spaziergangswissenschaftler, die den Weg konzipiert haben.

Ich habe das Wanderprogramm noch mal gesteigert: Ausgehend vom Rundwanderweg erlaufe ich die sog. „Frankfurter Torte“: Mit dem ÖPNV geht es zum Einstieg der letzten Stempelstele, auf den Rundwanderweg und danach den sog. „Schnitt in die Innenstadt“ (bis zum Hauptbahnhof, Hauptwache oder Konstablerwache). Damit dauert eine Tagesetappe deutlich länger, ca. 4-6 Stunden, und Großstadtfeinden ist es nicht zu empfehlen.

Eine kurze Routenbeschreibung von heute (23.03.2010), Stempelstele B3 (Berger Rücken) bis N1 (Niddatal) und Schnitt:

Mit dem Bus Nr. 30 Richtung Bad Vilbel von der Konstablerwache bis zum Parkfriedhof Heiligenstock. Von der Stempelstele B3 durch Felder Richtung Bad Vilbel, die Stadtgrenze entlang, dann links unter der Bundesstraße 3 durch nach Berkersheim. Ein kurzes Stück durch den Vorort laufen zum S-Bahnhof, um zur Nidda zu gelangen. Der Rest des Wanderweges führt die Nidda entlang, ab und zu kleine Reste eines Auenwaldes. Linkerhand hinter den Feldern erheben sich die Wohnsilos vom Frankfurter Berg. Dann ist die Stempelstele N1 erreicht. Weiter geht es zur Haltestelle Nordpark südlich von Bonames. Ich gehe die Homburger Landstraße entlang über die Gleise des S-Bahnhofs Frankfurter Berg und halte mich dann rechts in den Wickenweg. Der Berkersheimer Weg führt mich über die A 661 nach Eschersheim. In Alt-Eschersheim fährt mir auf der Straße ein Traktor entgegen. An der Batschkapp überquere ich die S-Bahn-Gleise und gehe am Apfelweinlokal Drosselbart (mit schöner Gartenterrasse) zur Eschersheimer Landstraße. Nun ein kleiner Abstecher: Im Wörth, Nußzeil, Jakobskirchenstraße und wieder auf die Eschersheimer Landstraße, an der großen alten Winterlinde vorbei. Dann halt ich mich links, um die Heinrich-Stephan-Siedlung zu erkunden. An der Jean-Monnet-Straße treffe ich auf den Hölderlinpfad. Dem folge ich nun konsequent Richtung Innenstadt. Er führt durch den kleinen Park am Dornbusch, überquert den Marbachweg zu den Bertramswiesen (eine kleine Grünfläche mit Sportplätzen und Spielplatz). Her ist auch der Hessische Rundfunk. Der Hölderlin-Pfad führt entlang der HR-Gebäude zur Adickesallee, ein kurzes Stück nach rechts, dann wieder nach links in die Eysseneck-Straße (mit einem breiten Grünstreifen mit Fußbgängerweg in der Mitte). Hier stehen schöne Gebäude aus der Gründerzeit; wir haben das Nordend erreicht. Das Herz des Nordends ist der belebte Holzhausenpark. Bei gutem Wetter kann man vor einem kleinen Cafe draußen sitzen mit Blick auf das kleine Holzhausen-Schlösschen.

Durch den Oeder Weg, eine Straße deren Einzelhandelsstruktur sich in den letzten Jahren durchaus positiv entwickelt hat, gehe ich zum Eschersheimer Tor. Jetzt ist das Stadtzentrum, die Einkaufs-City erreicht; das neue Shopping-Center MyZeil und die Zeil befinden sich in unmittelbarer Nähe. Schlußpunkt der Tagesetappe: die Hauptwache Frankfurt. Jetzt fehlen mir nur noch N1 bis N2, N2 bis N3 und Schnitt(e).

3 Antworten to “GrünGürtel-Rundwanderweg, Frankfurt/Main”

  1. Ellen Kleske Mai 7, 2010 um 4:42 am #

    Ich bin mitten dabei, den Grüngürtelwanderweg zu absolvieren. Ich habe mit der Mainfähre bei Höchst angefangen. Meine Erfahrungen kann man nachlesen bei ellenkleske`s weblog. Auf jeden Fall werde ich diesen Blog verfolgen und sehen, wie andere mit dem Rundwanderweg klarkommen. Viel Freude beim Wandern oder bist du schon fertig?
    Ellen Kleske

  2. mawerner Mai 7, 2010 um 8:00 am #

    Hallo Ellen, ja der Gründgürtelwanderweg ist echt super, sehr abwechslungsreich. Ich bin noch nicht fertig – mir fehlt noch N1 bis N2, und N2 bis N3. Dann bin ich wieder in Höchst, ich habe nämlich auch dort an der Mainfähre angefangen.
    Viel Spaß beim Wandern und viele Grüße, M.

  3. ellenkleske Mai 7, 2010 um 5:10 pm #

    Ich hab`s heute bis B1 geschafft.
    Gruß
    ellen

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