Eintracht – meine Stadt, mein Verein

21 Mrz

Drei Punkte gegen die Bayern, das ist immer was Besonderes – auch wenn dieser Ribery gefehlt hat und Schweinsteiger so aufgeregt war, weil er noch einen Termin im Aktuellen Sportstudio hatte und dieses Robben …. Eigentlich weiß ich gar nicht, wie der Sieg zustande gekommen ist, die Hauptsache gewonnen. Ich bin dann Sonntags immer überaus gut gelaunt. Nach dem Spiel wurde, wie üblich, lebhaft skandiert und disputiert, und die Bayern-Fans von einem angetrunkenen Frankfurt-Fan mit einem lauten kehligen HaHa verabschiedet.

Man könnte mir ja prinzipiell vorwerfen, ich als Pseudo-Intellektueller kokettiere durch mein Eintracht-Fantum mit anderen exotischen Milieus, aber das wäre ungerecht. Ich war schon immer Frankfurt-Fan, die Eintracht, damals hatte ich kaum mehr im Kopf als Fußball. Herrmann Hesse, Pablo Picasso usw.? – Völlig unbekannte Wesenheiten, wie von einem anderen Stern. Fußball ist jedenfalls inzwischen ausgeprägt milieuübergreifend, vor allem seit es diese neuen familienfreundlichen Stadien gibt. Eigentlich ist es ja auch eher umgekehrt; die „anderen Milieus“ kokettieren an solchen Samstagen sehr häufig mit mir, dem „Intellektuellen“. Vor allem mit meiner neuen Brille komme ich nun in dieser Richtung noch authentischer rüber. Am Bahnhof wurde ich dann auch in der Raucherinsel von einem aus einer Eintracht-Fangruppe angesprochen: „Und Alter, warst de auch im Stadion?“ – Nö, ich hab’s in der U-Bahn auf dem Info-Screen gelesen.“ – Wärst de mal im Stadion gewesen, super Spiel – so Spiele machen dich echt fertich!“ Kein Zweifel daran, dass ich nicht für die Eintracht gewesen sein könnte.
So weit ich kann, versuche ich immer bei den Heimspielen in Frankfurt zu sein, denn dann gewinnt die Eintracht immer (jedenfalls meistens). Die paar Male, die ich im Stadion war, hat die Eintracht immer gewonnen – außer einmal, das war noch in der zweiten Liga gegen MSV Duisburg.
Im ICE Richtung Bayern hat auch keiner von den Bayern-Fans Empathie von mir erwartet, ganz im Gegenteil: „Dieses Mal habt ihr Glück gehabt; Meister wird Bayern trotzdem“, keifte mir einer zu – „Warten wir’s ab“, raunte ich. Merkwürdig, dabei habe ich doch gar nicht ausgesehen, als ob ich im Stadion gewesen bin. Und ein schwarzer Pullover und eine schwarze Jacke machen doch noch keinen Frankfurt-Ultra aus mir. Eine Bierflasche hatte ich auch nicht dabei. Die Bayern-Fans im Zug hatten übrigens gar kein richtiges Bier, sondern nur diese grünen und rotbraunen Limo-Mischbiere.
Vielleicht liegt es auch an meinem Gesicht, das noch nie vom Alpenföhn gestreichelt und gewärmt wurde, sondern nur von Frankfurter U-Bahn-Tunnelluft und eisigen Hochhausklamm-Winden massiert worden ist.

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