Archiv | Januar, 2009

Arbeitsnomaden im ICE

29 Jan

Wochentags transportiert der ICE die Arbeitsnomaden. Streckenweise fährt er zu diesem Zweck sogar recht schnell. Das geschieht bevorzugt auf den spezifischen ICE-Trassen mit den vielen Tunnels und Brücken. Wenn nicht, diskreditieren die Nomaden diesen modernen Zug schnell als Bummelbahn. Das Innere des ICE ähnelt auf eine gewisse Weise einem Flugzeug. Man hat den Eindruck, den Passagieren geht es meist nur um Distanzüberwindung. Was sonst? Um das Unterwegs-sein an sich? Vielleicht ist nicht einmal die Überwindung der Distanz das bestimmende Moment einer Fahrt im ICE. Die Fahrt wird häufig schon als Arbeitszeit benutzt, die Laptops stehen aufgeklappt auf den ausklappbaren Tischen, Internet-Zugang und damit Zugriff auf die E-Mails inklusive. Das Draußen, die Umgebung außerhalb der durchnummerierten Wagen, die Szenerie, die wir Durchreisende so gerne als Landschaft bezeichnen, scheint keine Rolle zu spielen. Sie funktioniert sogar kaum als Kulisse für die Fahrt. Da draußen scheint gar nicht mehr Welt zu sein, höchstens noch ein cartesischer Raum. Wenn die Umwelt ständig nur vorbeifliegt, dann lässt sie sich ja auch keines Blickes würdigen oder bewerten. Die Kulisse der Fahrt ist eher eine akustische, die Durchsagen des Service-Personals, die Handy-Gespräche anderer Passagiere. Weiterlesen

The Spirit of Hanau

25 Jan
1000 DM, Vorderseite

1000 DM, Vorderseite

Die Brüder Jacob & Wilhelm Grimm auf dem 1000 D-Mark-Schein. Hanau bezeichnet sich als die Brüder-Grimm-Stadt (siehe: http://www.hanau.de)

Brüder-Grimm-Stadt, Hanau

Brüder-Grimm-Stadt, Hanau

Atempause

9 Jan

The Spirit of Frankfurt/Main

4 Jan

Frankfurt-Postkarte

Postkarte, Illustration von Klaus Holitzka

Kraftwerk – Autobahn

2 Jan

So viel Verkehr.

2 Jan

Thomson (1978, S. 17) behauptete, dass sich dem Ökonomen der Verkehr als ein „großartiges Chaosdarstellt. Die Großartigkeit bestehe zum Teil in den technischen Errungenschaften des Verkehrs (z.B. Überschallflugzeuge, Großbrücken, U-Bahnen, Luftkissenfahrzeuge, Passagierschiffe). Freilich fasziniert den Ökonomen auch die „gewaltige wirtschaftliche Bedeutung dieses Sektors“, mit „Ausgaben von einer Größenordnung, die in den meisten anderen Wirtschaftszweigen praktisch unbekannt ist.“

Als Chaos empfindet der Ökonom den Verkehrssektor auf der Ebene der Wirtschaftlichkeit (z.B. angesichts der Verkehrsstaus in den meisten Städten der Welt, „des erschreckenden Blutzolls an Unfalltoten und -verletzten auf den Straßen“ und beim Anblick der Bedingungen im öffentlichen Verkehr. Der Ökonom ist fasziniert von dem Vorkommen von Phänomenen wie Monopole, Gesetze und Verordnungen, dem Mangel an Versuchen, den Marktmechanismus vorteilhaft zu nutzen, und selbstverständlich von Nachfrageschwankungen, Gesamtkosten, lang- und kurzfristigen Kosten, externen Kosten und Effekten, Größenvorteilen, Überkapazitäten und Unterkapazitäten, preispolitischer Maßnahmen.

Auch Geographen fühlen sich vom Verkehr angezogen. Die Geographie erregt es, dass die Erde schrumpft als Effekt technologischer Innovationen im Transportwesen (siehe Nuhn & Hesse 2006, Abb. 1.1.3, S. 12), dass Verkehr einen raumdifferenzierenden Faktor darstellt, dass der Verkehr eine grundlegende Bedeutung spielt, um die Grunddaseinsfunktionen (Arbeiten, Einkaufen, Sich Erholen, Freunde Besuchen usw.) miteinander zu verbinden, und schließlich, dass die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Verkehr eine transdisziplinäre Ausrichtung erfordert und stark anwendungsorientiert ist. Weiterlesen