Archiv | 12:09 pm

Babel

23 Feb

Globalisierung umfasst (auch) die Verdichtung eines sozialen Netzwerkes. Vielleicht stehen soziale Interaktionen und Verhandlungen sogar am Anfang des Prozesses, den wir Globalisierung nennen. Dies führt uns der Film Babel (von Alejandro González Iñárritu, mit Brad Pitt und Cate Blanchett) vor Augen. Dieser Beitrag richtet sich an diejenigen, die den Film bereits gesehen haben, oder an diejenigen, die keine kurze Beschreibung der Handlung brauchen, um einen bestimmten Film anschauen zu wollen. Inhaltsbeschreibungen gibt’s bei Filmstarts.de, bei Wikipedia sowie auf der Homepage des Films selbst.
Ein weltweiter Tourismus, reibungslose Telekommunikationssysteme sind bekanntermaßen Voraussetzungen der Globalisierung, und dadurch funktioniert auch dieser Film, der nebeneinander laufende Geschichten miteinander verknüpft. Aber auch starre Grenzen (z.B. die zwischen den USA und Mexiko) sind bedeutungsvoll, denn ohne solche Demarkationslinien wäre Globalisierung in seiner oftmals widersprüchlichen, ambivalenten, ja fragmentierenden Form, nicht denkbar. Ohne Grenzen und Differenzen wäre Globalisierung phänomenal oder auch systemtheoretisch nicht abgrenzbar von einem Prozess der Weltevolution, der sich durch weltweite Entropiesteigerung auszeichnen würde. Die Unterschiedlichkeit, Kontraste, und sei es nur die Zeitverschiebung zwischen den Kontinenten sind der Treibstoff für diesen Prozess, für die Verdichtung und Dynamisierung der Netzwerke, die versuchen Grenzen zu überwinden, das Raum-Zeit-Kontinuum zu verkürzen. Globalisierung ist so vital, weil sie eben nicht mit einer Welt zu tun hat. Babel spielt aber nicht mit dem Topos von der Raum-Zeit-Kompression, die beteiligten Personen wissen letztlich zu wenig von deren jeweiligen Erlebnissen, obwohl diese kausal miteinander verbunden sind. Babel verwirft diesen Topos, und ersetzt ihn durch räumliche Hypertrophierung, die Vervielfältigung einzelner Räume und gleichzeitig deren Erweiterung, Hybridisierung und vertikale und parallele Überlagerung. Weiterlesen

Rocky Balboa – im Kampf gegen die Postmoderne?

23 Feb

Man hört und liest gelegentlich, Rocky Balboa (mit dem sechzigjährigen Sylvester Stallone als Rocky, also nicht als Rocky Jr‘s. Trainer) sei ein richtig guter Film. Weiterlesen