Laut Susan Sontag ist der Flaneur mit einem Fotoapparat bewaffnet:
„Tatsächlich aber bestand die Fotografie ihre erste Bewährungsprobe als eine Art zusätzliches Auge des Flaneurs aus der Mittelschicht, dessen Lebensgefühl Baudelaire so treffend charakterisiert hat. Der Fotograf, eine bewaffnete Spielart des einsamen Wanderers, pirscht sich an das großstädtische Inferno heran und durchstreift es – ein voyeuristischer Spaziergänger, der die Stadt als eine Landschaft wollüstiger Extreme entdeckt. Ein Adept der Schaulust und Connoisseur des Effektvollen, findet der Flaneur die Welt – pittoresk.“
(In: Sontag, S.: Über Fotografie. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/M. 2010, S. 57).
Das Weblog
„Spazierensehen“
beginnt mit einem Zitat des Spaziergangswissenschaftlers Bertram Weisshaar (nähere Informationen bei Atelier LATENT):
„Viele Fotografen sind sicherlich (und anerkennend) zu beschreiben als aufmerksam Herumschweifende.“
Im Weblog ‘Spazierensehen’ veröffentlicht der Hamburger Kunsthistoriker Dr. Uwe Heckmann Fotos, die allesamt beim Spazierengehen entstehen: „Sie zeigen zufällig in mein Blickfeld geratene und mit der Kamera festgehaltene Motive. Es geht mir bei diesen Augenblicksaufnahmen um eine Zwiesprache mit dem Sichtbaren, in der etwas scheinbar Vertrautes und Alltägliches ins Befremdliche oder Überraschende kippen kann.“
Seht selbst – einfach schön, doch nicht nur und noch viel mehr.





