‚Am Rand Europas‘, Blau-Weiß, Regen, Nebel, „Four Seasons in one Day“, Highlands, Munros (Berge höher als 3000 ft., 914 m ü.d.M.), ‘Scot’s Pine’, Lochs, Schafe, Hochlandrinder, Clans, Dudelsack, Tartan, Kilts, Disteln, Ginster, Rhododendren, Macbeth, Steinkreise, Burg- und Klosterruinen, Highland Games, “Highlander” (Kinofilm von 1986 mit Christopher Lambert und Sean Connery), “Braveheart” (Kinofilm von 1995 mit Mel Gibson – überwiegend in Irland gedreht!); Innere und Äußere Hebriden, Shetland Islands, Orkney Islands, William Wallace und Robert Bruce, ein gewisser Hass auf England, ‘Auld Alliance‘, Maria Stuart (die Schottenkönigin), Jakob VI. (Maria Stuarts Sohn, später Jakob I. von England), ‚Bonnie Prince Charlie‘, Schlacht von Culloden (16. April 1746), Puritanismus, Geiz, “Dr. Jekyll und Mr. Hyde” (Roman von Robert Louis Stevenson, 1886), James Macpherson (1736-1796, Schriftsteller „Ossianische Dichtungen“), James Boswell’s „Journal von einer Reise zu den Hebriden mit Samuel Johnson“ (1785), Sir Walter Scott (1771-1832, Schriftsteller u.a. „The Lady oft the Lake“), Balmoral Castle, Royal Yacht Britannia (im Hafen von Edinburgh), Robert Burns (1759-1796, Schriftsteller), ‚Burns Supper‘ (am 25.Januar), “Auld Lang Syne” (eines der bekanntesten Lieder von Robert Burns), Whiskey, Haggis (gefüllter Schafsmagen), Loch Ness, „Nessie“, Mull of Kintyre (Titel eines Songs von Paul McCartney/Wings 1977), St. Andrews University, Golf, Pubs, Edinburgh, Glasgow, Glasgow Rangers vs. Celtic Glasgow, Rugby, Charles Rennie Mackintosh (einer der Begründer des Jugendstils), ‚Porridge‘, Shetland-Pony, Klonschaf Dolly, Edinburgh International Festival, “Trainspotting” (Verfilmung des gleichnamigen Romans von Irvine Welsh 1996, Regie Danny Boyle)
Kulturalistische Botanik, Bühler & Rieger’s ‚Florilegium des Wissens’, Urban Gardening, Dominik Eulberg’s ‚Herbarium’, Pflanzensoziologie, Boas’ ‚Dynamische Botanik’, ‚Poison Ivy’, Capgras-Syndrom, sowie die häufigsten Pflanzenarten Mitteleuropas
12 DezEs gibt eine beträchtliche Zahl sog. ‚Kulturpflanzen’: Nahrungspflanzen, Faserpflanzen, Pflanzen, die uns Baumaterial, Medizin liefern usw. Das Leben der Pflanzen hat somit eine kulturelle Dimension. Das ist gewissermaßen die Makroperspektive: die Pflanze als Rohstofflieferant. Eine spektakuläre Ausblühung dieser Makro-Sicht ist die bei manchen sicherlich Anstoß erregende oder ein abgebrühtes Grinsen hervorrufende sog. „’Stoned Ape’-Theorie der menschlichen Evolution“ des amerikanischen Anthropologen, Ethnopharmakologen, Schamanisten (usw.) Terence McKenna (1946-2000): der regelmäßige, auch hochdosierte, Verzehr von halluzinogenen Pilzen als Stimulans religiöser Erfahrungen, gesellschaftsfördernder Sexualpraktiken, selbstbewussten Denkvermögens und letztlich auch als Katalysator für die Evolution der Sprache (siehe McKenna, T.: Food of the Gods. The Search of the Original Tree of Knowledge – A Radical History of Plants, Drugs, and Human Evolution. Bantam Books, New York, – auf Deutsch erschienen 1996: ‚Die Speisen der Götter. Die Suche nach dem Baum der Erkenntnis’). Ich bezweifle, dass diese Theorie inzwischen in die Standard-Lehrbücher über die Evolution und Stammesgeschichte des Menschen eingegangen sind. Das ist in diesem Zusammenhang jetzt auch nicht wichtig.
Aber denken wir jetzt mal an die Gärten: diese komplexen, vielschichtigen Assemblages im Schnittraum von Natur und Kultur, die kulturellen Konnotationen dieses so populären Ortes, die physiologischen und psychologischen Wirkungen der Gartenarbeit oder der puren Möglichkeit kindlicher Freizeit- und Freiraumgestaltung in einem vorhanden-zugänglichen Garten. Reiner, unverfälschter Utopismus des Apfelbaumgärtchens?
„Der Apfel erweist sich als Allegorie menschlicher Kultur. Ob verhandelt wird, wie sein Genuss den Menschen aus dem Garten Eden vertrieb, durch ihn der ‚wilde Westen’ zivilisiert und kultiviert wurde, er mit seinem Fall auf den Kopf des Mathematikers, Physikers und Astronoms Isaac Newton die klassische Mechanik begründete oder die an ihm erfundene Kulturtechnik der Pfropfung das Gleiten der Signifikanten oder die Entstehung von Bedeutungsüberschüssen beschreibt. Der Apfel ist der Kern von Erzählungen darüber, wie der Mensch zu einem Kulturwesen wurde und sich kulturelle Prozesse vollziehen“ (Bühler, B. & S. Rieger: Das Wuchern der Pflanzen. Ein Florilegium des Wissens. Frankfurt 2009, S. 30).
Oder wissen Sie, welche Erwartungen an ‚Urban Gardening’ bzw. ‚Urban Agriculture’, ‚Urban Farming’ geknüpft werden (siehe z.B.: http://www.urban-gardening.eu/, http://urbanacker.net/ oder http://www.urbanfarming.org): „Urban farming’s mission is to create an abundance of food for people in need by planting, supporting and encouraging the establishment of gardens in unused land and space while increasing diversity, raising awareness for health and wellness, inspiring and educating youth, adults and seniors to create an economically sustainable system to uplift communities around the globe“.
Informieren Sie sich doch mal zum Beispiel über die Bedeutung von Urban Farming in Detroit (eine der am stärksten schrumpfenden, desaströsen Städte der USA). >>> Ja, es wird wieder in den Apfel gebissen, ein neuer Zyklus beginnt: die Wiedererschließung, -aneignung und -gewinnung von (Lebens-)Raum, in diesem Fall städtischer Brachen, wenn Sie wollen ‚Wildnisse’.
Und die etwas partisanenhaftere Version des Urban Farming: Guerilla Gardening – die Invasion der Grünen Krieger bewaffnet mit Samenbomben (inzwischen auch bei Amazon erhältlich für 4,99 Euro) (siehe: Richard Reynolds & Max Annas: „Guerilla Gardening. Ein botanisches Manifest“ – Orange Press, Freiburg 2010 sowie http://www.guerrillagardening.org/, http://www.guerillagaertner.com/)
Dann die Parkanlagen, der Wald usw. – Pflanzen sind auch Inspirationsquelle und ein nahezu unendlicher Fundus für menschliche Artefakte, z.B. Parkplatz- und Dachbegrünungen, Vasen, Dekorationsartikel, Namen, Illustrationen etc. Welchen Antrieb hat beispielsweise der Techno-Produzent Dominik Eulberg eines seiner Releases „Herbarium“ zu nennen mit den Tracks „Kriechender Günsel (Ajuga reptans)“ und „Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi)“? Eine verborgene unter Techno-DJs verbreitete tribalistische Struktur, der Glaube an Pflanzendevas (siehe Wolf-Dieter Storl: „Pflanzendevas – Die Göttin und ihre Pflanzenengel“ AT-Verlag, Aarau, CH, 1997) oder einfach nur eine gewisse Liebe zur Natur vielleicht verbunden mit einer langjährigen Mitgliedschaft im Nabu? Eulbergs Album „Heimische Gefilde“ wurde 2007 mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.
Die Formulierung, dass es eine Kultur der Pflanzen gibt, mag trotzdem befremdlich anmuten, denn sie sind ja, gemäß unserer dualistischen Denkweise nicht Kultur, sondern Natur. Es gibt Lehrbücher der Pflanzensoziologie (Phytozönologie), – was den Nicht-Botaniker irritieren könnte. (weiterlesen…)




